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Australien 1998 Teil 2
 


Eurimbula National Park


Strand - endlos!


Sandspiele

Wie wir unsere Reise geplant haben? Nur sehr grob die Route festgelegt und Flüge gebucht. Reiseführer im Flieger gelesen. Nationalparkbuch in Australien ausgeborgt und viele Australier nach Tips gefragt, vor allem unter den Campern setzt man sich gerne auf ein Schwätzchen zusammen und tauscht Erfahrungen aus. Diesen winzigen Campground haben wir aus unserem Parkbuch. Da steht, daß man für die Zufahrt nicht unbedingt einen Allrad braucht, aber doch etwas Bodenfreiheit. Stimmt, und ein gutes Auge, um all die Schlaglöcher und Auswaschungen zu umfahren. Zuerst steinig-holprig, dann ein sandiger Hohlweg, insgesamt ziemlich in der Wildnis. Spannende 15 km durch den Regenwald, dann sind wir da: 437 km haben wir heute runtergeradelt, die meisten davon eher fad.
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Inzwischen ist es wieder mal dunkel, wir stellen im Scheinwerferlicht das Zelt auf.
Was für ein schöner Platz das ist, vor allem der Strand, offenbart sich erst am nächsten Tag. Endlose Spaziergänge, außer uns sind noch eine Handvoll andere Leute da, aber man geht sich eher aus dem Weg. Wenn man sich schon mal trifft, dann wird freundlich gegrüßt und getratscht. Die meisten Reisenden zu dieser Zeit sind Pensionisten oder Leute, die für länger unterwegs sind, um ihr Land kennenzulernen. Übliches Fahrzeug ist der Geländewagen, mit Dachzelt oder Wohnwagen.
Am Strand verschiedene Wasservögel, auch ein Pelikan fischt vor sich hin. Auf dem kurzen Weg vom Zelt zum Strand begegnen wir immer wieder mal ein paar Kangaroos, und auch ein Papagei wird gesichtet. Und ein Krokodil-Warnschild. Nach einem Ruhetag sind wir fit für die nächste Etappe, gut 600 km zum



Eungella National Park, Broken River Camping Area


Ein Road Train: LKW mit zwei Hängern


Im Regenwald


Die Route: Klick vergrößert!



Hin und wieder mag der Starter trotz mittlerweile neuer Batterie nicht, scheint ein Kontaktfehler zu sein. Mittels Starthilfe kommen wir in Fahrt, fahren eine Stunde zum Highway zurück und dann nach Norden. Mit moderater Fahrweise (erlaubt sind 100 km/h) schluckt unser Ford etwa 12 Liter, und weil das Benzin nur gut 0,30 Euro kostet, sind Kilometer nicht allzu teuer. Bis auf die Starterproblemchen fährt der Wagen gut.
Über weite Strecken ist die Gegend menschenleer, Buschland oder Forst, immer öfter auch Zuckerrohrplantagen. Wir picknicken mittags, ansonsten Fahrerei. Anna hält sich fabelhaft, beschäftigt sich mit zeichnen, tratschen, Walkman hören. Auf den letzten 60 km durchs Pioneer Valley begleitet uns der süßliche Gestank der Zuckerfabriken, wo in einem endlosen Strom Zuckerrohr von Waggons und Anhängern auf Förderbänder verladen und zu Rohrzucker verkocht wird.
Noch bei Tageslicht kommen wir bei der Broken River Camping Area an.
Dieser Park ist einer der bekannteren in Australien, vor allem für seine Schnabeltiere. Allerdings auch für sein regnerisches Klima.

Regenwald



Beim Abendessen besuchen uns Opossums, tagsüber schaut mal ein Goannah vorbei.
Das ist eine Echse von etwa 1,80 m Länge, die auf der Suche nach Aas, Fröschen, Mäusen und ähnlichem Kleingetier am Ufer des Creeks entlangmarschiert.


Ein Goannah, immerhin knapp 1,8 m lang

Die Schnabeltiere kommen nachts aus ihrem Bau und sind daher am besten in der Dämmerung zu beobachten. Wer leise und geduldig ist, kann ihnen dann beim jagen und spielen zuschauen.
Auch einige ausgedehnte Rainforest Walks führen durch den hohen Wald, allerdings mit wenig aufregender Fauna. Das meiste spielt sich hoch oben in den Bäumen ab, wo das Licht hinkommt. Dort sind die meisten Vögel, Schmetterlinge, Orchideen. Hier unten ist es eher düster und sehr, sehr grün. Einige kleine Echsen, Schmetterlinge, kuriose Schlingpflanzen sind immerhin zu sehen. Der Campingplatz ist klein und gemütlich, mit fließendem Wasser und heißen Duschen. Schwärme von weißen Papageien fliegen laut kreischend von Baum zu Baum. Überhaupt ist die Vogelwelt auf diesem Kontinent schier unerschöpflich!


Die Zuckerindustrie prägt das Hinterland


Zwei Tage später zieht es uns weiter nach Norden der Sonne entgegen. Schon geübt im "Hill Parking" lassen wir den Wagen anlaufen und gleiten der Küste entgegen, auf die wir in Mackay stossen. Shopping ist angesagt, die Einkaufsliste lang. Am Nachmittag erreichen wir den




Cape Hillsborough National Park, Smalleys Beach Camping Area


Blick vom Zeltplatz zum Strand


Ein Spaziergang

Die Python

Das Wetter ist nicht der Jahreszeit entsprechend, es sollte eigentlich deutlich wärmer sein. "Unseasonal weather" sagen die Australier dazu, wenn´s in der Trockenzeit regnet. Meistens aber ziehen schwarze Wolken nur drohend herum, gottseidank, und es tröpfelt selten. Leider, windig und kühl ist es trotzdem. Warmes Essen ist dann was Feines, und der Benzinkocher wird wieder mal bemüht. Diesmal, um das Mangrovenholz zum Brennen zu bewegen. Es erzeugt nämlich grade genug Wärme, um sein eigenes Wasser zu verdampfen, das Ergebnis qualmt und ist nicht sehr ansehnlich.
Benzin für den Kocher bekommt man hierzulande übrigens im Supermarkt. Zum Essen mundet der Chablis sehr gut, den wir in Mackay gekauft haben. Im camperfreundlichen 4l-Container mit Zapfhahn, denn in Flaschen wird nur Wein der Oberklasse verkauft.
Wieder mal ein Platz mit extrem schönem und praktisch menschenleerem Strand.
Zeit für einen Ruhetag, mit Ausflug zum nächsten Strand, wo man gut schwimmen kann und es einige sehr schöne Wanderungen zu machen gibt. Strecke: Über den Berg, und dann am Strand entlang zurück. Auf dem Weg: Vögel, Ausblicke und eine Python.


Dort gibt´s auch einen kleinen Caravan Park mit Cafe, wo wir uns stärken.
Ein "White Coffee" für Eva, das kommt einem Milchkaffee nahe, und ein Eis von "Streets" für Anna. Das ist der australische Name für Eskimo. Beweis? Streets Magnum Almond, das Pendant zum Magnum Mandel und unser aller Favorit!
Ich bestelle mir einen kleinen Meat Pie, ein heißes Fleischtascherl. Die gibt´s fast überall in zig Variationen.
Es bleibt auch Zeit zur Lösung des Starterproblems: Ausbau, zerlegen, reinigen, fetten, eine Stunde Arbeit, geht wieder.
Am Strand entsteht eine Sonne aus vielen vielen Muscheln und eine Sandburg. Zwanzig Grad hat´s immerhin heute gehabt.
Manche Vorräte gehen zur Neige, also fahren wir in den nächsten Ort einkaufen (ca. 30 km). Der urige Laden ist gleichzeitig auch Postamt und Tankstelle.
Da viele Waren schon deutlich älter sind als ihr Ablaufdatum, ist unsere Beute gering und eingedost.
Unser nächstes Ziel sind die hoffentlich sonnigen, jedenfalls berühmten Koralleninseln der Whit-sundays. So genannt, weil Captain James Cook sie an einem Pfingstsonntag entdeckte.


Strandspiele




Funde



Essen




Airlie Beach, Whitsundays, Hook Island


Die Überfahrt


Riesenmuschel; links mein großer Zeh


Immer neugierig: ein Strandvogel

In Airlie Beach ist der Bär los, es reiht sich ein Reisebüro ans andere, dazwischen wird Strandmode verkauft oder Fast Food, auch ein paar nette Cafes gibt´s hier. Trotzdem ein kleines Städtchen, und überschaubar.
Wir können gleich aus 4 Caravan Parks wählen. Von hier aus geht´s auf die Whitsundays, und davon lebt der Ort: Tauchkurse, Segeltörns, Daytrips, Rundflüge werden angeboten. Wir entscheiden uns für ein paar Tage auf Hook Island, einer Nationalparkinsel mit einem kleinen Resort.
Die Überfahrt ist nichts für schwache Magennerven, so sehr rollt und stampft das kleine Schiff auf der gut zweistündigen Fahrt. Die Dieselgerüche tun ein übriges dazu, daß ein Teil der Passagiere sehr ruhig mit geschlossenen Augen dasitzt oder liegt. Ich auch...
Da das Korallenriff bis knapp unter die Wasseroberfläche reicht, ist bei Ebbe die Insel nur über ein spezielles flaches Landungsboot erreichbar, in das wir umsteigen müssen. Endlich wieder festen Boden unter den Füssen, wir stellen das Zelt auf und erforschen die Gegend.
Das Resort ist klein, Platz für etwa 20 Zelte, ebensoviele Cabins sind vermietet. Dazu ein Beach Pub mit Pool, großer Terrasse und angeschlossener Rezeption, ein kleiner Tauchschuppen, die Camper´s Kitchen für Selbstversorger, ein Waschhaus mit warmen Duschen. Alles liegt direkt am Sandstrand. Ein Fußweg führt zu einer Bucht auf der anderen Inselseite, eine halbstündige Wanderung, auf der man Hunderten von Schmetterlingen begegnet. Dort sind die schöneren Korallen, während auf der Resortseite eher der Fischfreund auf seine Kosten kommt.


Schnorcheln macht Spaß: viele Fische


Das Wasser ist erbärmlich kalt, und nach zwei Schnorchelgängen und 20 Unterwasserbildern reicht´s mir. Die Sonne vertreibt den Schüttelfrost rasch wieder.
Unweit des Resorts ist auch eine Kolonie Fruit Bats, die größte Fledermausart. Diese Tierchen hängen tagsüber zu Hunderten kopfunter in den Baumkronen, fächeln sich mit den Flügeln Luft zu und machen einen Höllenlärm!


Fruit Bat: eine Fledermausart

Weil das Wetter immer gewittriger wird, entscheiden wir uns gegen eine Verlängerung und fahren am dritten Tag zurück. Ein kleines 6m-Landungsboot bringt uns von der Insel weg, zum Schiff. Oder auch nicht - der Skipper meint noch, daß es heute ein wenig rauh sei und wir uns gut festhalten mögen, dann dreht er am Gasgriff, und die 90 Außenborder-PS beschleunigen das Aluboot auf gut 40 km/h. Bei rauher See heißt das: festhalten! Er schafft es ganz gut, von Wellenberg zu Wellenberg zu brettern, aber wir werden doch ständig von der Bank gehoben und wieder draufgeknallt. Diese Überfahrt vergessen wir nicht so schnell! Anna allerdings findet es sehr lustig.
Eine Dreiviertelstunde später, und um eine Erfahrung und einige blaue Flecken reicher, entsteigen wir salzwassergebadet dem Schinakel... Wir sind dann ziemlich froh, mit unserem Auto weiterfahren zu können. Trocken, und so schnell wir wollen. Gemütlich gehen wir den nächten Tag an, es regnet. Unser Caravan Park verfügt über eine überdachte Camper´s Kitchen, ein guter Platz für Frühstück und Pläne schmieden. Sogar einen elektrischen Toaster gibt´s dort! Unser nächstes Ziel erreichen wir nach knapp 4 Stunden Fahrt: den




Bowling Green Bay National Park


Die Nachbarn mit Känguruh-Besuch
Der Camper ist selbstgebaut!

Gerade eine Stunde vor Townsville gibt´s hier nochmal Natur pur. Die Kangaroos hoppeln herum, einzelne Bush Turkeys suchen nach Eßbarem. Wir haben eine halbe Stunde Zeit zum Regendach und Zelt aufstellen, dann regnet´s wieder mal. Macht nix, das Dach ist über einem der Tische aufgespannt und wir können komfortabel kochen, später ein paar Runden Karten spielen. Gekocht wird meistens auf dem Feuer.


In unserem "Billy Pot", dessen Urahn wohl eine Konservendose war, wird Wasser erhitzt für Kaffe, zum Abwaschen oder zum Duschen. Heiss duschen!
Ob wir nochmal ins Warme kommen in diesem Urlaub? Wir sind hin und wieder schon etwas frustriert wegen diesem Aprilwetter! Aber am nächsten Tag ist alles vergessen, die Sonne kommt heraus! Alles dampft, die Quecksilbersäule klettert auf 30 Grad! Auf nach Townsville!



Townsville - Cairns


Das Meerwasseraquarium in Townsville


Soo viele schöne Fische!

Wir sind gut drei Wochen unterwegs, und schon 400 km nördlich vom Wendekreis des Steinbocks, heute ist die Temperatur zum ersten Mal tropisch! Das Aquarium ist zwar klimatisiert, trotzdem aber sehenswert. Einmalig auf der Welt wurde hier ein komplettes Korallenriff an Land nachgebaut und mit Wellenmaschine etc. die natürlichen Bedingungen simuliert und manipuliert, um die Funktionen dieses komplexen Ökosystems begreifen zu lernen. Die Anlage dient der Forschung, finanziert sich aber über die Besucher, die hier in einem Glastunnel durchs Riff spazieren können. Vor allem den Kindern wird sehr viel geboten, sie können Korallen angreifen, Spiele spielen, es gibt Diavortäge, Rätsel und vieles mehr.
Ansonsten bietet Townsville ein paar Historic Buildings, vor allem Hotels und Pubs, die mehr als 100 Jahre alt sind...


Und ein Mega-Shoppingerlebnis im Einkaufszentrum.

Einige Tage später trudeln wir in Cairns ein, wo sich um wenig Geld doch noch (an einem Samstag nachmittag!) ein Startermotor findet. Außerdem Motoröl, Ersatzkeilriemen, eine Handvoll Sicherungen.

Es geht bald in einsamere Gegenden, und Cairns ist für 2500 Kilometer die letzte größere Stadt: Zeit für Autocheck!
An sich ist am Auto nicht viel, was kaputtgehen könnte: die Zündung ist elektronisch, die Ventile selbstnachstellend. Da die Kühlwasserschläuche noch schön elastisch sind, verzichten wir auf Reserve. Ersatzreifen und etwas Werkzeug ist sowieso dabei.
Schön heiß ist es immer noch, in kurzer Hose geht´s in Richtung "Top End", zum

 




Daintree National Park


Blick auf die Mündung des Daintree River

Cape Kimberley ist unser Ziel, das wir mit dem letzten Tageslicht erreichen. Ein Platz zum Bleiben, stellen wir fest. Ein kleines Resort, ähnlich wie auf Hook Island. Viel Platz, wenig Leute, der sogenannte Four Miles Beach ist wirklich so lang und erstreckt sich von der Mündung des Daintree River bis zum Cape, und dazwischen gibt es nur Natur pur. Kein Haus, kein Weg, keine Leute. Wir erforschen die Gegend zu Fuß, per Auto und Flußboot, wo wir auf einer Tour nicht nur ein paar Krokodile sehen, sondern auch sonst allerlei Wissenswertes erfahren.


Über Mangroven und Haie, Kokospalmen, Wasserschildkröten und Quallen, Vögel und tropische Infektionen und Krokodile, unser Guide teilt sein Wissen bereitwillig mit uns.
Beispielsweise sind die vielen Mangrovenarten am besten durch ihre sehr unterschiedlichen Früchte zu unterscheiden.
Am Cape Tribulation scheiterte damals James Cook, der hier auf Grund lief. Uns soll nicht das gleiche passieren, und weil von hier bis Cape York ein Allradfahrzeug nötig wäre, drehen wir wieder um und fahren lieber landeinwärts.



Diverse Mangroven-Früchte


Four Miles Beach

Jauserl gefällig? Ein großer Holzwurm


Green Tree Ant auf der Wäscheleine



Und noch ein Goannah.
Dieser Bursche misst knappe 2 Meter !




Atherton Tablelands


Regenwald: Man trifft hier viele Bekannte aus heimischen Wohnzimmern ...


Die Tablelands liegen gut 700 m hoch, das Klima ist etwas regnerischer, es gibt viele kleine National Parks.


Camping



Sonst ist es fast wie daheim. Schwarzweisse Kühe grasen auf saftigen Weiden, es gibt viel Obst- und Gemüseanbau, und eine der größten Molkereien des Landes. Bei uns eher selten findet man Avocado- und Papayafelder.
Wir besuchen ein paar Wasserfälle, halten uns abends an einem Lagerfeuerchen warm, und finden einen weiteren Traumplatz an der Grenze zum trockenen Outback, den ich vor Jahren per Zufall mit dem Fahrrad entdeckte:
Granite Gorge.



Einer der vielen Wasserfälle


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