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Ergänzung
zu Neukapitel 2.7
Der Zusammenbau des Motors
Lager,
Schrauben, und Kurbelgehäusemontage |

Worum geht's ? |
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Hier liegt eine Übersicht von Uwe_B über an der SR verbaute
Schrauben, Wellendichtringe, O-Ringe, Lager ... : [die
Liste als Excel-Datei] [Liste als
PDF] Danke an Uwe (Ersteller) und Jeanjean (fürs PDF)!
Bei O-Ringen wird
übrigens immer der INNEN-Durchmesser und die Schnurdicke angegeben.
Ein 20x2 hat also außen 24 mm.
Und unterhalb ist
ein Artikel über die XT/SR Kurbelgehäusemontage, den
Sven 'mal im alten XT Forum geschrieben hat. Der Hinweis kam von BigNoce.
Wie immer, leicht umformatiert von mir. Im entsprechenden Kapitel des
Bucheli finden sich die Bilder dazu, und weitere Informationen. Das hier
ist als Zusammenfassung und als Ergänzung gedacht.
Also los, Sven hat
das Wort:
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Hintergrund: |
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Weil das Bucheli-Handbuch in diesem Punkt nicht sehr ausführlich
ist, schreib' ich jetzt mal eine Anleitung dazu. Ich möchte ausdrücklich
betonen, daß dies nicht die einzige Möglichkeit zum Zusammenbau
darstellt, es gibt immer Leute, die es auf andere Art und Weise auch gut
hinkriegen.
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Ausgangspunkt |
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Ausgangspunkt soll ein vollständig zerlegter Motor sein, d.h. alle
Lager unmontiert (bis auf Pleuelfuß-).
Ansonsten sollte man das Gehäuse möglichst gut gereinigt haben.
Ich wasch's immer zuerst mit nem groben Pinsel und Diesel, nachher mit Bremsenreiniger
und Preßluft. Dichtungsreste gehen gut mit ner Teppichmesserklinge
runter oder mit einer mit nem Riegel Abbrechklingen von nem Cuttermesser.
Vorsicht, Gehäuse-Alu ist weich... |

Benötigtes Werkzeug etc: |
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Was braucht man noch alles außer den Motorteilen:
- einen Backofen
und Topflappen
- evt. eine Kühltruhe
(muß nicht unbedingt sein)
- zwei gleich
hohe Holzklötze (ca. 150mm) zum Motor drauflegen
- zwei Rohrstücke
mit 30+/35+mm Innendurchmesser, ca. 200 lang und nicht zu dünnwandig
mit planen Enden ( ich nehm' immer welche aus Alu mit ca. 6mm Wandstärke,
plangedreht.)
- einen großen
Schonhammer (Gummi, Kunststoff, Holz) oder Beilage
- einen Schlosserhammer
- Lötlampe
oder Heißluftgebläse
- Dichtmasse,
Motoröl
- Bucheli und
diese Anleitung
- Innensechskant-Schlüssel
für die Gehäuseschrauben
- Kinokarte oder
so für die Dame des Hauses
- Eine gute Stunde
oder mehr Zeit
Man kann eigentlich
fast nicht zuviel Zeug mit in die Küche nehmen, weil wenn nachher
beim montieren was fehlt/noch in der Garage liegt, bricht meistens Hektik
aus. Oder vielleicht doch besser den Herd mit in die Werkstatt nehmen...?
Können wir jetzt endlich anfangen!?
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Hubzapfenüberstand kontrollieren! |
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Bei frisch überholten Kurbelwellen gibt's manchmal ein kleines Problem
(Marcel hat das auch angedeutet), und zwar ist der Hubzapfen nicht immer
ganz mittig eingepresst, steht also auf einer Seite etwas über. Nun
sind die Hubscheiben nicht
allzu weit freigedreht und es kann sein, daß der Zapfen weiter vorsteht
als die Anlagefläche (Schulter) für's Lager. Das ist schlecht,
weil dann nachher der Lageraußenring am Zapfen schleifen kann (insbesondere
links) Also vorher mit kleinem Haarlineal kontrollieren.
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Montage
der linken Hälfte
(LiMa-Seite) |
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- Kurbelwelle
und alle Lager bis auf linkes Hauptlager sollte man schon am Vorabend
der großen Schlacht in die Tiefkühltruhe legen, muß
man aber nicht (Kühlschrank ist besser als nichts).
- Linkes Hauptlager
im Backofen aufheizen, ca. 120-150°C.
- Kurbelwelle
nehmen (Topflappen) und heißes Lager draufstecken/klopfen bis
auf Anschlag: Wer auf Nummer Sicher gehen will, bastelt sich vorher
ein Metallklötzchen, das stramm zwischen die Hubscheiben paßt
(gegenüber
vom Zapfen), damit sich die Welle keinesfalls verziehen kann durch die
Klopferei. Wenn dann das Lager nicht ganz so will wie es soll, kann
er/sie das große Alurohr auf den Boden stellen, die Welle mit
dem rechten Zapfen reinstellen (ja, ich weiß, etwas wackelig das)
und dann mit 30er Rohr und Hammer das Lager ungeniert auf seinen Sitz
runterdreschen, ohne dabei die Welle zu gefährden. Wenn das Lager
gerade aufgesetzt wird, fällt es aber normalerweise schon durch
sein Gewicht auf den Sitz.
- Kontrollieren
ob es wirklich unten ist: wieder mit Rohr und Hammer
- Welle beiseitelegen
und linke Gehäusehälfte in's Backrohr bis 200°C.
- Inzwischen die
anderen (kalten) linken Lager bereitlegen.
- Wenn die Gehäusehälfte
richtig heiß ist, auf die Holzklötze legen, Freigang für
Limazapfen sicherstellen, Welle nehmen und mit Lager in den Sitz stecken.
Wenn man nicht verkantet, geht das superleicht. Dabei auf's Pleuel und
die Fingerchen achten. Keine Hektik, man kann sich da ruhig Zeit lassen,
die Getriebelager haben viel laschere Passungen und lassen
sich nach ein paar Minuten auch noch gut montieren.
- OK, linke Seite
vorerst fertig. Aber halt: damits nachher keine Überraschung gibt:
Das Metallklötzchen zwischen den Hubscheiben entfernen, falls verwendet.

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Montage
der rechten Hälfte
(Kupplungs-Seite) |
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- Jetzt rechte
Hälfte in den Ofen, Lager und Schaltwalze bereitlegen.
- Heißes
Gehäuse mit der Kupplungsdeckelseite nach unten hinlegen und als
erstes das rechte Hauptlager einsetzen. Genau zielen lohnt sich, denn
dann.... ja richtig, fällt's von selber in den Sitz. Wenn's verkantet,
würde ich eher versuchen es nochmal rauszudrücken und neu
einzusetzen als Gewalt anzuwenden. Wenn's beim zweiten Versuch immer
noch nicht klappt, kann man das Gehäuse ja nochmal in den Ofen
stecken... (250°C sind auch noch o.k....).
- Wenn's dann
endlich sitzt, das Nadellager der Getriebeabtriebswelle und das Schaltwalzenlager
einsetzen. Letzteres geht am besten wenn man es dazu auf die Walze aufsteckt.
- Bevor man jetzt
das Gehäuse umdreht um das Lager hinter der Kupplung einzusetzen,
sollte man einen Moment warten bis die Außenringe der montierten
Lager richtig heiß geworden sind, sie fallen sonst nämlich
gerne wieder raus. Aber das geht ruck zuck. Wenn man's beim Umdrehen
klappern hört, ist das der Innenring/Käfig vom Hauptlager.
Durch den
heiß gewordenen Außen- und den kühlen Innenring hat
es brutale Lagerluft bekommen...
- Jetzt das Kupplungslager
einsetzen, das geht wieder ganz leicht. Dann ist, wenn ich nichts vergessen
hab', der erste Teil der Arbeit erledigt.
- Getriebe etc
montieren laut Bucheli. Dabei die sogenannten "Verlustscheibe"
weglassen. Zu der gibts einen eigenen Abschnitt
weiter unten.

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| Zusammenbau |
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- Wenn das Gehäuse
abgekühlt ist und die linke Seite fertig vorbereitet auf den Holzklötzen
liegt, kann man den unangenehmen Teil in Angriff nehmen. Die ganze Aktion
jetzt geht eigentlich nur deswegen schwer, weil der Innenring vom rechten
Hauptlager mit Übergangspassung auf der Welle sitzt. Also wärmt
man ihn noch ein bißchen an. Das geht mit der Lötlampe oder
dem Heißluftgebläse, aber vorsichtig. Wenn das Lager schwer
dreht (umgekehrt wie oben) reicht's. Ich stell' immer das große,
vorgewärmte Alurohr auf den Innenring und heiz' das an. Dauert
etwas länger und hat bei dünnwandigen Rohren kaum Sinn und
ist vielleicht übertrieben vorsichtig...
- Na ja, jedenfalls
hat man jetzt die letzte Gelegenheit zu prüfen ob alles drin ist
im Motor (Paßbuchsen, kleiner Dichtring, Anlaufscheiben Getriebe...).
Der Motor geht nämlich nicht ganz so leicht auseinander wie zusammen,
wenn man keinen guten "crank-case puller" hat.
- Motordichtmasse
auf die linke Hälfte aufbringen
- Rechte Hälfte
aufsetzen und vorsichtig runterklopfen. (Thomas Sauer: "das mit
dem Zusammengeklopfe der Gehäusehälften hat mir nicht gefallen.
Darum hab ich mir 4 kurze Gewindestanden M10 abgesägt und die Gehäusehälften
damit über die Aufhängungsbohrungen an den Gehäusehälften
sanft zusammengezogen. Ging einwandfrei.")
- Sobald das Hauptlager
am Sitz an der Welle ansteht, zusätzlich mit dem Rohr den Innenring
runtertreiben, aber nicht nur damit. Bis die Gehäusedichtflächen
aufeinanderliegen.
- Wenn man jetzt
den Motor umdreht und die Gehäuseschrauben festzieht, wird man
fast immer feststellen, dass die Welle sich nur schwer dreht. Den Grund
dafür hab' ich früher schon mal geschildert. Überhaupt
kein Grund zur Panik, wieder das 35er Rohrstück nehmen und dem
Innenring rechts gefühlvoll eine 'runterhauen, bis die Welle leichtgängig
ist.
Puh, das war's
erstmal.
Viel Erfolg
Sven
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PS von motorang: im Bucheli ist von Schraubensicherung für
die Gehäuseschrauben die Rede. Das ist IMHO ein ausgemachter Unsinn.
Hat sich noch nie was gelockert, im Gegenteil eher festgefressen (Stahlschrauben
in Alu). Lieber keine Schraubensicherung reingeben ...
Nach dem Zusammenbau:
Anderthalb Millimeter Axialspiel bei nicht montierter Kupplung
sind an der Getriebewelle völlig normal. Das verschwindet bei montierter
Kupplung.
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Die Verlustscheibe

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Diese Scheibe sitzt zwischen 1. Gang und Lager unter der Kupplung.
Der Erklärung von rei97 ist nichts hinzuzufügen:
Die Verlustscheibe
(Nr.2 auf dem Bild) hat ihren Namen ihrer Fehl-Funktion zu verdanken.


Sie ist nur 0,5mm dick und relativ hart.Wie in der Skizze zu erkennen
liegt sie zwischen dem Wellenlager unter der Kupplung und dem wellenfesten
1.Gang-Rad.
Die Vorspannung der Kupplungszentralmutter lässt sie tellern, sodass
sie gegen das grosse 1.Gang Rad auf der Abtriebswelle anstösst und
dort schleift, bis nur noch der Rest unter dem Antriebswellenrad übrig
ist. Dieser kann die Vorspannkraft der Zentralmutter nicht ertragen, platzt
auf und findet sich oft im Tabernakel (Ölsumpf ) wieder. Dabei geht
auch die Vorspannkraft der Mutter (bis auf den Rest durch die Tellerfeder
unter ihr) verloren.
In der Folge kam es schon zum Verlust der Mutter, woraufhin die Kupplung
sich erst verstellte , dann nicht mehr trennte. Die Scheibe kann bei einer
Motormontage getrost entfallen.
Wichtig ist, die
kleine dicke Scheibe nicht zu vergessen , wenn ein einreihiges Kugellager
unter der Kupplung werkelt. Lässt man sie weg, spannt man den Kupplungskorb
gegen den Bund des Wellenvielkeils und die Kupplung sitzt gemessen am
Primärritzel , welches mit ihr kämmt zu tief . Die beiden Zahnräder
sollten jedoch fast auf einer Höhe laufen.
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