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Das BUCHELI-Projekt - SR 500 FAQ

    Ergänzung zu 1.7 Arbeitsbedingungen und Werkzeuge
Spezialwerkzeuge und Tips zur (De-) Montage


Worum geht´s ?

 


Man braucht manchmal ein Spezialwerkzeug oder einen Helfer, wenns um kniffelige Dinge geht.Oder die richtige Idee …


Was im Bucheli steht

 

 


Hier werden schon ein paar gute Tipps gegeben. Aber es gibt eben mehr.

 


Vorarbeiten und Erleichterungen

 
  • Ein Prellschlag auf die zu lösende Verbindung hilft oft, feste Gewinde etwas zu lockern; das "normale" Öffnen geht danach leichter. Aufpassen dass man da nicht die Welle erwischt und kaputtstaucht!
  • Bei korrodierten Dingen hilft oftmaliges Einsprühen mit Rostlöser/Kriechöl, über mehrere Tage hinweg.
  • Hitze (Lötlampe, Heißluft) direkt auf Muttern gerichtet lässt diese etwas größer werden und eventuell leichter zu öffnen. Nicht bis zum Glühen erhitzen, sondern so auf 100 Grad etwa (spuckheiß = zischt wenn man draufspuckt). Gleich nach dem Heizen öffnen, bevor sich auch das Gewinde in der Mutter temperaturmäßig angleicht -> dann ist der Vorteil beim Teufel ...
  • Vernünftige Nüsse (sechskantig, flankengreifend) verwenden
  • Für Schlagbelastung keine Ratschen verwenden, sondern starre Griffe oder notfalls Steckgriffe; möglichst wenige Verlängerungen.
  • Möglichst keine Gabelschlüssel verwenden
  • Nur GUTE Ringschlüssel für Kraftarbeiten verwenden (siehe Bild links, vom Lebensmitteldiskonter ...)
  • Schutzbrille/Handschuhe helfen, wenn man mal ausrutscht!
  • ACHTUNG: Zahnräder sollte man eher nicht mit einem Lappen verkeilen wie im Bucheli beschrieben, da können sich die Wellen verbiegen. Oder es faschiert den Lappen ...
  • ACHTUNG: Zahnräder mit einem harten Gegenstand gegen das Gehäuse zu verkeilen, kann zur Zerstörung des Gehäuses führen (zB Schraube gegen Antriebsritzel, und dann am Kupplungskorb drehen ...)
  • Vor dem Wiedereinbau problematischer Schrauben: Eventuell das Gwinde mit einem Gewindeschneider säubern. Schraubengwinde mit Motoröl schmieren (dann stimmen auch die angegebenen Anzugsmomente). Besonders belastete Verbindungen können auch mit Kupferpaste oder Anti-Seize behandelt werden, aber Achtung: die vorgegebenen Anzugsmomente sind dann viel zu hoch!!! Man muss hier mit Gefühl vorgehen (Muttern auf Auspuffkrümmer-Stehbolzen, Auspuffschelle, ... - Gewinde die trocken heiß werden, oder mit Tausalz in Berührung kommen)
  • Kreuzschlitzschrauben gehen auch ohne Schragschrauber oft noch zu öffnen, wenn man wirklich FEST dagegendrückt und so den Schraubendreher daran hindert aus der Werkzeugaufnahme zu rutschen. Beispiel: Schrauben am Bremsflüssigkeitsbehälter.
  • JEDENFALLS darauf achten dass der Schraubendreher satt sitzt! Für Kreuzschlitz: Gute Passform hat der auf dem Leatherman Tool. Übliche Baumarktschraubenzieher passen eher mau: PZ (Pozidrive) geht überhaupt nicht, Philips (PH) noch am ehesten.


Fürs Grobe:
pneumatische oder elektrische
Schlagschrauber


Viele Probleme ergeben sich, weil man beim Öffnen von Muttern oder Schrauben mit Macht gegenhalten muss wo es nicht gut geht. Es geht mit viel weniger Gegenhalten (oder ohne), wenn man einen pneumatischen oder elektrischen Schlagschrauber verwendet. Ersterer bedarf Pressluftfütterung, zweiterer ist meist mit 12V zufrieden und tut auch. Man bekommt so etwas im Industrie- bzw. Kfz-Bedarf. Kleine 12V-Schlagschrauber werden meist als Wundermittel zum Radmuttern lösen verkauft und sollten einen Standardanschluss haben (meist 1/2 Zoll), um auch andere Stecknüsse verwenden zu können. Die elektrischen (zumindest das ALPIN-Teil von mir) nehmen mal kräftig Anlauf (Motor dreht hoch) und bei genug Schwung greift eine Fliehkraftkupplung und die Schraube kriegt einen kräftigen Dreher verpasst - die Eigenmasse des bearbeiteten Motorteils ist zu träge um den mitzumachen ergo löst sich die Verbindung irgendwann.

ACHTUNG: Diese Dinger haben meist keine Drehmomentregelung und arbeiten mit Spitzen von mehreren 100 Nm. Beim Öffnen durchaus erwünscht, aber ZUmachen sollte man damit NICHTS.


Verwendbar bei …

 


Muttern an Achse, Ritzel Kupplung, …

Schrauben an Nockenwellenzahnrad, Kupplungsabzieher, …



Fürs Feine:
mechanischer Schlagschrauber



 

Kleine Probleme (vor allem im Bereich "Kreuzschlitzschrauben, leicht vernudelt") lassen sich elegant mit einem mechanischen Schlagschrauber lösen. Der funktioniert so: Der PASSENDE Einsatz (Bit) wird beim Draufschlagen durch eine sinnreiche Mechanik gleichzeitig in den Schraubenkopf gedrückt und gedreht. Billigteile (Baumarkt, Autozubehör) um ein paar Euro sollte man vor Gebrauch mal zerlegen, entgraten, fetten und wieder zusammenbauen, dann tun sie auch. Wird zB gerne verwendet bei vergammelten Armaturenschrauben (Bremsflüssigkeitsbehälter etc) oder Krauzschrauben im Motor (Ölpumpe, Steuerketten-Spannerschiene, ...). Verwenden mit schwerem Hammer: mindestens 1,5kg, besser 2kg, und EINEM beherzten Schlag.

Alternative dazu: Ein STABILER Schraubendreher mit durchgehender Klinge (=Stahlstück kommt am Griffende wieder raus, Holzgriff) und Sechskant am Schaft ist ideal, und ein Helfer. Zuerst erfolgt ein herzhafter Prellschlag mit dem Hammer auf den Schraubendreher, danach so:
Der eine Mensch sucht sich eine Position, wo er sich mit aller Macht gegen das Schraubendreher stemmen kann. Der andere setzt einen Gabelschlüssel am Schraubendreher an, so dass er ihn gut drehen kann.
Dann stemmt sich der eine aufs Werkzeug, der andere dreht den Schraubendreher mit dem Gabelschlüssel bis ordentlich Widerstand da ist. Mit einer gemeinsamen Anstrengung (auf "drei" oder "hooooo-RUCK) wird dann gleichzeitig gedreht und gedrückt. Das geht übrigens auch mit dem Kreuzdreher des "Leatherman" ganz gut, weil der fein in die kleineren Schraubenköpfe passt.

Für Werkzeugfreaks: das Teil gibt es auch von Gedore:

  K 1900 Schraubenlöser
B
esonders geeignet zum Lösen festsitzender Schrauben durch Schlagen mit dem Hammer. Umstellbar für Rechts- und Linksgang. 1/2"-Antriebsvierkant für Kraftschraubereinsätze.
Codenr.: 6654440
Artikelnr.: K 1900
Gewicht: 510 g
Länge (L, L1): 123 mm
Durchmesser 1: 34 mm
Verpackungseinheit (VPE): 1 Stück
EAN: 4010886665442
   


Ähnliches lässt sich auch von Hand erreichen
, am besten aber mit einem Helfer: Man setzt das Werkzeug (am besten einen massiven Ringschlüssel) so an, dass es schon unter Spannung in Richtung "Öffnen" steht (also muss ein Helfer zumindest mit Handkraft am bewegten Motorteil gegenhalten, oder man bastelt sich etwas das gegenhält), und dann kommt ein kräftiger Schlag am Ende des Schlüssel um die Verbindung zu lösen. Die Energie geht dann recht schlagartig und ohne viele Übertragungsverluste direkt ins Lösen der Verbindung, wobei die Motormasse gegenhält. Geht ganz gut zB bei Rotorhaltemutter oder Kupplung, aber nicht bei Leichtbauteilen (Nockenwellenzahnrad, Ritzelmutter ...).

Nur wenn man einen wirklich guten Gegenhalter und solides Werkzeug hat, sollte man sich an der Methode "Ein-Meter-Rohrverlängerung-aufs-Werkzeug-und-drauf" versuchen.


Supergau  

Was tun, wenn kein Werkzeug mehr greift weil der Schraubenkopf ab ist, oder die Mutter rundgedreht etc?
Erstmal: KEINE PANIK. Ruhig überlegen, notfalls ein bisschen aufräumen, was trinken, oder einen Tag Pause einlegen.

  • Mit Dremel Kerbe einfräsen und mit Radialschlag (scharfer Durchschlag oder Schraubendreher) aufklopfen?
  • Mit Dremel oben Schraubenschlitz einfräsen und wie Schraube öffnen?
  • Mit Zange fassen und aufdrehen? (geht gut mit feiner Rohrzange/Grippzange und Inbus- oder auch erhabenen Schlitzschrauben). Oder man packt den Kopf mit dem Schraubstock (Schraubstock: geht bei manchen Teilen, z.B. Schwimmerkammerschrauben: Schraubenkopf einspannen und den ganzen Vergaser drehen).
  • Mutter oder Verlängerung aufschweißen und damit aufdrehen? Funktioniert ab Bolzenstärke 8mm aufwärts. Idealerweise zuerst Beilagscheibe unterlegen und dann erst Mutter aufschweißen, damit man die Mutter nicht mit dem Hauptstück verschweißt ...
  • Vernudelten Kopf wegbohren (am besten mit Bohrständer) oder per Flex oder Feile oder Meissel etc entfernen, und das dann entlastete Gewindestück rausdrehen?
  • Wenn Gewindestumpf/Stehbolzen: Zwei Muttern drauf, gegenkontern, aufdrehen? Oder Mutter draufschweißen, wenns Gewinde hinüber ist.
  • Riskant sind Schraubenausdreher (konische Linksgewinde): damit kann man den Restbolzen sprengen und das umgebende Gehäuseteil gleich mit. Oder der gehärtete aber dadurch recht spröde Ausdreher bricht ab und lässt sich auch nicht mehr ausbohren ...
  • Schrauben, deren innere Werkzeugaufnahme vernudelt ist, lassen sich oft noch mit Schlagschraubern (siehe oben) lösen.
  • Aufbohren und ein Torx-Bit einschlagen?

LiMa  

zum Abziehen der Lichtmaschine sollte man jedenfalls den entsprechenden Abzieher verwenden, den es auch in unterschiedlichen Qualitäten im Zubehör gibt. Man bedenke: sowohl LiMa-Rotor als auch Kurbelwelle sind eher teure Teile - sie mit einem Billigstabzieher zu schrotten wird sich nicht rechnen ...
Das Gewinde in der LiMa ist M27x1 LH (also linksrum).
Vorgehensweise wie hier und im Bucheli beschrieben. Abziehschraube geht auch mit dem Schlagschrauber anzuziehen.

Gegenhalter: Werkzeug laut Bucheli verwenden, mit dem man den Lichtmaschinenrotor fixiert. Es geht auch deutlich einfacher statt der sauberen vorgeschlagenen Werkstattausführung, die Drehbank und Schweißzeug erfordert:
Im einfachsten Fall ein mindestens einmetriges Stück Armierungseisen oder Rundstahl zur Hand nehmen (Durchmesser 10 mm) und einen Knick in der Hälfte biegen. Die zwei geraden Schenkel so weit zueinander biegen dass sie etwa den Lochabstand der LiMa-Rotors haben. Dann am Ende jeweils rechtinkelig abbiegen und die Haken auf saubere 10 mm kürzen (damit man keine LiMa-Spule erwischt). fertich. Man benötigt einen guten Schraubstock, Hammer, Eisensäge, Feile, evt. ein drüber passendes dickwandiges Rohr als Biegehilfe. Die beiden Stutzen greifen in die Löcher des LiMa-Rotors, das Gegenhalten erfolgt am besten durch einen Helfer.

Wenn der Abzieher dann schön fest angezogen ist, kommt ein knackiger Prellschlag mit dem großen (!) Hammer direkt auf die Abzieherschraube. Das sollte reichen dass der Rotor sich löst. Vorher etwas unterlegen damit das teure Teil nicht auf den Werkstattboden donnert ...

Falls nicht: siehe Andere Abzieher


Kurbeltrieb fixieren  

Für unterschiedliche Arbeiten im Motor; die direkteste Möglichkeit:

  • Wenn Zylinder noch abgebaut: Kolbenbolzen einsetzen und über zwei gleich hohe Hartholz/Sperrholzbrettchen gegen das Motorgehäuse abstützen.

Getriebeabtrieb fixieren  

Im Normalfall um die Ritzelmutter zu lösen; unter gewisser Belastung des Getriebes wird damit natürlich bei eingelegtem (hohem) Gang alles fixiert - bis zur Kurbelwelle und mit ihr Kupplung/Lima und über die Steuerkette die Nockenwelle ...

  • Wenn der Motor noch eingebaut ist: Fünften Gang einlegen, hintere Bremse betätigen (lassen). Statt mit der Bremse kann man das Hinterrad auch mit einem Eisenrohr blockieren: auf Höhe der Schwinge/Federbeine durchs Rad stecken - weiche Beilage beugt Beschädigungen vor ... Dann geht das auch alleine ohne Helfer.
  • Altes Ritzel nehmen, langen Hebel dranschweißen. Ritzel aufstecken; einer schraubt, ein anderer hält dagegen...
  • Wenn Motor in Montageständer: Antriebsritzel aufstecken, Stück alte Antriebskette auflegen und anderes Ende am Motageständer fixieren
  • Oder so:
    http://i10.photobucket.com/albums/a143/motorang/Egberts%20XT600-Motor/Antriebsritzel.jpg

 


Primärtrieb fixieren   Den Primärtrieb blockiert man am Besten mit einem kleinen Aluklötzchen oder passenden starken Blechstück aus Alu, das man zwischen die Verzahnung klemmt.

Kupplung


by Kedo

 

Für das Gegenhalten des Kupplungskorbes gibt es mehrere Möglichkeiten.

Die im Bucheli beschriebene ist - schlampig ausgeführt - zumindest riskant: sie besteht darin, ein Brett mit einem grossen Loch (wo die Nuss durchpasst) und ringsrum 6 kleineren auf dem Kupplungskorb festzuschrauben. Dabei kann man aber auch den Kupplungskorb ruinieren, wenn einer der Gewindestutzen dabei kaputtgeht. Eine Notreparatur ist zwar öfter noch möglich (Senkkopfschraube von hinten einsenken, festschrauben, verkleben), aber es gibt eben Möglichkeiten, den Schaden von Vorneherein zu verhindern. Zum Gruseln hier ein Schadensbericht.

Man kann den Brett-Gegenhalter nach Bucheli schon auch recht risikolos verwenden; die Funktion des Aufbaus ist folgende:
Die Schrauben drücken das Brett auf den Kupplungskorb der dann das Drehmoment aufnimmt. Die Schrauben (mit U-Scheiben) sind also nur auf Zug belastet und können nicht ausbrechen! Das funktioniert aber nur, wenn das Brett stark genug ist, und somit NUR am Korb aufliegt und eben NICHT auf den Gewindestutzen. Daher eventuell hier nochmal etwas beilegen/wegfräsen, um das sicherzustellen. Und die Schrauben müssen entsprechend gleichmäßig und fest angezogen sein.

Eine elegante Methode ist der an alte Kupplungsscheiben angeschweisste Griff. Kann man als "Kupplungshaltewerkzeug" bei Kedo kaufen, oder aus einer alten Kupplungsscheibe selber machen (wenn man die hat).

 


Ich weiß nicht ob das der erwähnte "Hammerknoten" ist, aber mit dem funktioniert es:

Schritt 1: Schlaufe übers Seil legen


Schritt 2: Schlaufenenden zusammen klappen: voila, der Knoten ist selbst zusammenziehend, wenn man ihn wie im rechten Bild anwendet.
 Und Hiha setzt auf Seilkraft:
Dazu noch ein paar Hinweise: Das Seil muss man nicht halten, es ist mittels Schleiferl am Gehäuseauge festgebunden. (Das sieht man auf dem Bild nicht einwandfrei). Man muss halt aufpassen, dass der Strick locker durch eine Aussparung des Kupplungskorbes läuft, und der sog. Hammerknoten richtig rum (also dass er sich festzieht) auf den Mitnehmer gelegt wird.

Hier ist das FESTZIEHEN der Mutter gezeigt.

Telegabel

 

Wellendichtringe einziehen: Mit einer Gewindestange (M10 oder besser M12), und passenden Muttern und Beilagen.

Dämpfer lösen: Als Gegenhalter ist ein laaanger Inbusschlüssel erforderlich, kann man selberbauen mittels Gewindestange und gekonterten oder angeschweißten Muttern drauf.


Ölsieb unten im Rahmentank  

Schlagschrauber, oder Nuss/Rohrschlüssel mit groooßer Verlängerung. Aber das Biest sitzt manchmal so fest, dass so auch schon Rahmen verbogen wurden ...
Also am besten tatsächlich ein paarmal Kriechöl, warten, und dann schlagschrauben!


Ritzelmutter  

Wohl dem, der einen Ringschlüssel oder eine Nuss der Größe 32 mm (!) sein Eigen nennt. Es reicht üblicherweise, mit betätigter Fußbremse und eingelegtem fünften Gang die Mutter aufzudrehen; nach geradebiegen des Sicherungsbleches. Handschuhe sind anzuraten. Am Elegantesten gehts mit dem Schlagschrauber.
Für Reisen kann es vorteilhaft sein, auf die 32er Mutter außen einen 22er Kopf (Mutter) aufzuschweißen, um die Mutter unterwegs mit dem Bordwerkzeug aufmachen zu können.


Ventilausbau

 



 

Tischlerzwinge, ein paar Eisenteile (Rohr, alte Nuss), Schweißgerät und normales Werkzeug (Schraubstock, Feile, Säge):


Die Ventilzwinge sorgt für stressfreien Aus- und Einbau.

Das Rohr hat zwei Fenster, um mittels Magnet/Pinzette/Schwerkraft die Ventilkeile zu entnehmen oder reinzutun. Statt dem Rohr kann man auch zwei Stück Flacheisen draufschweissen.

Hier noch eine recht geniale EIgenbaukreation, die ich im Netz gefunden habe:

Hier noch mehr Tipps: http://www.xt500.org/68eustw03ihkmsez/viewtopic.php?t=4816

Stehbolzenausbau

 

Manchmal sind Stehbolzen wie festbetoniert. Üblicherweise durch Korrosion (Stahl in Alu) oder tatsächlich Einkleben durch den Vorbesitzer.

Gegen Einkleben hilft Hitze - Epoxy und Schraubenfest geben bei über 200°C langsam auf. Alu schmilzt (ohne große Vorwarnung) bei etwas über 500°C.

Gegen Korrosion hilft Einweichen mit Kriechöl. Wobei das allgegenwörtige WD-40 (auf Petroleumbasis) hier deutlich schlechter abschneidet als Spezialisten mit anderen, kriechfähigeren Lösungsmitteln, die als "Rostlöser" im Kfz/Industriebedarf erhältlich sind. Einweichen tut man MEHRMALS und über MEHRERE TAGE hinweg, im Idealfall.

Wie packt man den Bolzen?

  • Unterlagscheibe drauf und Mutter anschweißen (gerne bei abgerissenen Stehbolzen wo noch was raussteht) - die Hitze hilft zusätzlich, also gleich nach dem Anschweißen mit einem Ringschlüssel rausdrehen. Oder mit dem Pressluftschrauber ...
  • Zwei Muttern auf dem Stehbolzengewinde kontern (kann sich aber trotzdem durchdrehen).
  • Wasserpumpenzange/Gripzange/Rohrzange
  • Im Werkzeugfachhandel gibt es Stehbolzendreher. Auch für Maschinenschrauber. Billigstes Teil bei Hofmann für M10 17,70 + Märchensteuer. (Tipp von Thomas Sauer)
  • Altzes Bohrfutter verwenden, bzw. mit dem Akkuschrauber auf langsamster Stufe mit maximalem Drehmoment probieren - soclhe Mit Schlagschrauberfunktion hätten zusätzliche Chancen
  • Schraubstock - und dann das Motorteil (z.B. Zylinder) drehen

Weitere Tipps:

  • Vorher einen Prellschlag auf den Bolzen (bei geplanter Weiterverwendung vorher Mutter aufschrauben um das Gweinde zu schützen; bei langen Stehbolzen zusätzlich eng anliegendes Rohr drüber um Ausknicken zu verhindern.
  • Abgerissene Bolzen nach Möglichkeit eben feilen/schleifen und mit einer Bohrschablone zentrisch ausbohren. Die Bohrschablone verhindert das Abwandern des Bohrers ins weiche Umgebungsmetall. Im Idealfall kann man die Bolzenreste komplett entfernen, das Gewinde putzen und mit einem neuen Bolzen wieder verwenden (dann aber Kupferpaste drauf, gell). Ansonsten neues Gewinde machen: Helicoil (bzw. ähnliche Systeme), Gewindebuchse (Ensat, Kerbkonus, ...) oder ein Stehbolzen mit größerem Gewinde sind mögliche Lösungen - oder das Gewinde wenn möglich etwas tiefer schneiden (Bohrung vertiefen - geht nicht immer, und man braucht dann einen Spezialstehbolzen mit längerem Gewinde).
  • Linksausdreher sind zu meiden. Die Bastlerqualität sowieso, und Industriequalität hat bei üblichen Stehbolzengrößen auch nichts zu melden - da wird vorher der Bolzen aufgeweitet/gesprengt und/oder der Ausdreher reisst aus, und dan wird auch das Ausbohren schwierig - der Ausdreher ist meist aus härterem Material als der Stehbolzen. Mit Glück kann man ihn zertrümmern und stückchenweise wieder aus der Baustelle entfernen um ausbohren zu können ...

 


 Andere Abzieher

Der Umgang mit Universal-Abziehern (Klauenabzieher, zwei- oder mehrarmige) und Abziehbrücken mit Zug- und Druckschrauben verdient noch ein paar Ergänzungen zu den Ausführungen im Kapitel LiMa:

Bei vielen Motorrädern kann man solche Abzieher beispielsweise zum Abbau des Lichtmaschinen-Rotors verwenden (auch bei den XT600-Modellen).

Nur zur Vorsicht nochmal checken: ist die Rotormutter schon vorher
gelöst und entfernt worden ... ? Wäre ein böser Fehler die zu vergessen.

Es hilft, ein wenig über die Wirkung der Materialerwärmung nachzudenken.
Beim Abzieher handelt es sich meist um eine Druckschraube (in der Mitte) und
Zugschrauben/Klauen (die die Abzieherbrücke mit dem abzuziehenden Teil verbinden, z.B. dem Rotor). Im linken Bild der Tenere-Motor als Beispiel.

Schnelle Methode:

Alles schön fest anziehen und dann ausschließlich auf die Druckschraube
heizen. Schraube dehnt sich schneller aus als der Rest, wird dadurch relativ
länger und zieht den Rotor ein Stückerl runter. Auskühlen lassen,
nachziehen, wiederholen.

Langsame Methode:

Alles schön fest anziehen und dann ausschließlich auf die Zugschrauben
heizen. Die werden länger und damit lockerer. Dann die heißen Schrauben
wieder nachziehen bis fest. Bei Abkühlung werden sich die Zugschrauben
wieder zusammenziehen und den Rotor ein Stück weit runterziehen.
Gleichzeitig kann man auch den Rotor etwas anwärmen, wodurch die Passung zum
Kurbelwellen-Konus etwas weiter wird - das hilft mit (vorsicht: Erregerspulen und Magneten mögen starke Hitze nicht! So warm wie der Motor üblicherweise wird muss das Zeug aber aushalten, also gut "spuckheiß" (wenn man draufspuckt zischt es). In diesem Fall evt. besser mit Heißluftgebläse als mit Flamme arbeiten.
Auskühlen lassen, nachziehen, wiederholen.

Der Rotor wird bei beiden Methoden schonend zehntelmillimeterweise
abgezogen. Meist ist die Wahl der Methode durch den Abzieher vorgegeben.

Falls es auch mit Hitze nicht geht, sollte man definitiv über eine wesentlich
stabilere Abzieherbrücke nachdenken, weil nämlich die ganze Energie
lediglich in eine Verbiegerei umgesetzt wurde. Ordentliches Material (10 mm
Stärke oder mehr) ist hier Voraussetzung! Auch die Schrauben brauchen
entsprechende Zugefestigkeit!

Es kann Sinn machen, längere Schrauben zu verwenden, um die Hitze besser anwenden zu können wo man sie braucht: zwischen Werkstück und Abzieherbrücke.

Ich wünsche viel Erfolg. Irgendwann muss das Ding runtergehen (außer der
böse Vorbesitzer hats festgeschweißt).

    Ausser Konkurrenz und doch nützlich
Der Kindhammer

Folgende Regeln führten zur Anschaffung des Kindhammers:

Anthony´s Law of Force:
Don´t force it; get a larger hammer.

The Basic Rule of Construction
Cut it large and kick it into place.

Lowery´s Law
If it jams - force it.
If it breaks, it needed replacing anyway.

Das richtige Format für schwere Aufgaben hat der Kindhammer.

Gut 60 cm lang und 5 Kilo schwer, entspricht er ungefähr Kleinkindgröße.

Sehr kraftsparend, man muss kaum ausholen.
Und effizient - meist sitzt der erste Schlag

Das Mittel der Wahl zum Schwingebolzen extrahieren, kaputte Elektrikteile vernichten, Radachsen austreiben, leichte Prellschläge auf Abzieher durchführen ...

In Österreich (speziell im Bauwesen) sind solche Hämmer auch unter der Bezeichnung Biagamoasta (Bürgermeister) bekannt.

 

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