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Das BUCHELI-Projekt - SR 500 FAQ

    Ergänzung zu 2.2 Mögliche Arbeiten bei eingebautem Motor
Wellendichtringe wechseln

  Worum geht´s ?

 

Allgemein- und Spezialwissen über Wellendichtringe (oder auch Simmerringe, im weiteren einfach Wedi genannt) an der SR/XT.
Simmerringe werden anscheinend aus gleichem Grund Simmeringe genannt aus dem Papiertaschentücher immer als Tempos bezeichnet werden. Der Marktführer hat seinen Markennamen fest mit dem Produkt verknüpfen können ....

   Was im Bucheli steht

 

 

Knappe Informationen an den Stellen wo die Dichtringe im Zuge einer Totalzerlegung aus- oder eingebaut werden müssen. Häufig stellt sich die Frage aber anders: Ein Ring sifft, wie kann ich ihn mit geringem Aufwand austauschen? Muss der Motor raus? Muss das Öl abgelassen werden?


Wo sind Wedis?

 

 

... und noch ein paar kleine. Die Bildnummern beziehen sich auf das empfohlene Standard-Bucheli: Bucheli 5053/5054/5055, Yamaha SR 500, ab 1979 bis 1983.
Bild 102/25 bedeutet Teil 25 in der Sprengzeichnung Bildnr. 102 im Bucheli.

Allgemeines

 

 

Wedis sind recht simpel aufgebaut: eine Blechhülse verleiht dem Ring Stabilität so dass er in seinem Sitz bleibt und ein- oder ausgetrieben werden kann. Dort wo der Wedi auf der Welle dichten soll ist die Gummilippe durch eine dünne Spiralfeder zusätzlich gespannt (siehe Bild 137 und 138).

Tipps zum Wedi-Einbau/Ausbau:

  • Einbaulage: es gibt richtig und falsch, ist also nicht egal wieherum man die Dinger einbaut. Normalerweise schaut die "offene" Seite nach innen, also dahin wo das Öl herkommen möchte. Im Zweifelsfall im Werkstatthandbuch nachschauen.
  • Wedis mögen es nicht trocken. Bevor man die Welle durchschiebt sollte man die Dichtlippe mit etwas Motoröl befeuchten damit da nix einreisst. Auch extreme Kälte ist aus diesem Grund (Sprödigkeit) zu vermeiden.
  • Wenn die Welle am Ende eine Zahnung hat, kann man diese vor derm Einschieben durch Klebeband entschärfen. Normales Tesa oder Isolierband tuts.
  • Wedi-Ausbau ist oft einfacher wenn man ihn zerstört. Manchmal ist das auch notwendig, da man sonst keine Angriffspunkte hat. Loch in die Blechhülse schlagen und an diesem heraushebeln (mit Schlitzschraubendreher über Holzklötzchen um den Sitz nicht zu verdengeln), oder mehrere Blechschrauben hineindrehen und an diesen herausziehen. Daran denken dass oft direkt hinter dem Wedi ein Kugellager sitzt. Aufpassen dass keine Teile im Sitz verbleiben. Genau schauen - wenn der äußere Blechring drinnen bleibt wird der neue Wedi nicht passen! Oft sind Wedis mit einem Sprengring gesichert.
    Anleitung von 2J4250267: Simmerringe lassen sich völlig gefahrlos für Wellen und Gehäuse ausbauen: Kleines Loch in den Wedi bohren, ca. 2,5 bis 3 mm. Blechschraube in die Bohrung drehen, mit Grippzange Blechschraubenkopf fest greifen. Dann mit ein paar festen Hammerschlägen auf die Zange den Wedi herausziehen! Geht supergut,so habe ich schon viele Wedis völlig easy "gezogen". Ich habe dafür sogar eine alten Schraubendreher mit aufgeschweißter Blechschraube als "Dauerwerkzeug"
  • Wedi-Einbau: in einen entsprechend gereinigten Sitz lässt sich der geölte Wedi meist einfach einschieben, wobei man ihn nicht verkanten darf. man kann auch mit einer passenden Stecknuss andrücken oder - noch schonender - wenn möglich mittels Gewindestange und geeigneter Beilagen den Wedi in seinen Sitz ziehen. Oft werden Wedis noch mit einem Sprengring gesichert.

Unterhalb gibt es Hinweise auf Besonderheiten der einzelnen Wedis

Kupplungs-Ausrückhebel

Problemlos von außen rauszuhebeln:

  • Kupplungszug aushängen
  • Einstellschraube (unter dem Ritzeldeckel) ausbauen
  • Kupplungsausrückhebel ein bißchen gegen die Bowdenzugrichtung nach hinten drehen (sonst steht sie womöglich unten an der Druckstange an) und nach oben rausziehen. Geht etwas schwer, wenn sich die Kupplungsdruckstange bereits in die Welle eingearbeitet hat.
  • Der Dichtring läßt sich dann mit einem großen Schraubendreher leicht raushebeln.
  • Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge.

Ursachenforschung: Wenn es da (öfter) Öl rausdrückt ist möglicherweise der Rücklauf behindert, sprich: Es ist entweder ein (etwas enger) Ölkühler im Rücklauf, oder der Rücklaufschlauch (der Dicke, der mittig hinter dem Zylinder nach oben rausgeht) ist geknickt/gequollen/verstopft.

Wedi: 28x6x17, Teile Nummer 93102-17357.

Schalthebel

Wenn man das Motorrad nach rechts neigt (45 Grad reichen) dann kommt hier nicht viel Öl raus. Kann man von außen wechseln. Aber Achtung, vorher durchlesen!

  • Schalthebel abbauen
  • Alle dahinter liegenden Teile bis zum Wedi abnehmen (dabei Einbaulage merken). Dabei den Federclip auf der Welle nicht übersehen - da sollte einer sein! Welle NICHT hineinschieben!
  • Wedi mit Geduld und genannten Methoden entfernen

Beim Zusammenbau (in umgekehrter Reihenfolge) darauf achten das die Schaltwelle soweit draußen ist, dass man den Federclip in die Nut reinbekommt. Der Clip bewahrt die Schaltwelle davor, zu weit hineinzurutschen, weil sonst das andere Ende aus dem Schaltmechanismus rutscht. Links ist gezeigt wie die andere Seite ausschaut (damit man alle Gänge schalten kann).

Sollte man die Welle mal zu weit reingedrückt haben und sie ist aus der Mimik gesprungen, kann man "blind" versuchen, durch drücken, drehen und ziehen an der Schaltwelle den Zustand links im Bild wieder herzustellen. Sollte das nicht gelingen, muss man den rechten Deckel aufmachen (Kupplungsdeckel) und mit besserer Einsicht klappt es dann:

  1. Schaltwelle wieder ins Gehäuse drücken
  2. Leicht nach aussen ziehen, so dass sie grade an der Verzahnung anliegt und dann...
  3. Leicht hin und her drehn unter zug; sind meistens nur zwei Stellungen möglich, wo das Ding einfährt...eine stimmt, die andere hast du wahrsch. jetzt gerade...dann geht nur der erste Gang!
  4. Und dann das Sichern der Welle NICHT VERGESSEN!

Drehzahlmesserantrieb

Tipp vom Sven:
Wenn du die Welle ausbauen willst, mußt du nur den Sicherungsring entfernen. Da kommt dann auch nichts anderes mit. Das Drehteil am Ende der Welle vibriert sich manchmal eine Art Stufe in's Alu, an der sie (mit dem O-Ring) gern hängenbleibt. Pack' sie mit 'ner Zange und eier sie unter Zug ordentlich hin und her, früher oder später gibt sie's auf. Wohldosierte Gewalt kann an dieser Stelle schon mal angebracht sein.

Harald:
M6 Schraube am Drehzahlmesserantrieb etwas lösen, die hält zwar nicht direkt den WEDI aber man bekommt dann etwas mehr " Spiel " zum entfernen.
Den defekten Simmering mußt du mit einem kleinen Schraubendreher herauspobeln. Wenn raus, dann den Sitz gründlich säubern.
Mit einem Rohr und Kunsstoffhammer welches den Durchmesser des WEDIS hat klopfst du den vorher eingefetteten WEDI mit der offenen Seite nach unten (Ringfeder) vorsichtig auf Grund. M6 Schraube anziehen, auf die Drehzahlmesserwelle neuen O - Ring drauf und den Sicherungsbügel ( vorher etwas aufbiegen ) in die Nut einschnappen lassen.


 Antriebsritzel


 

An der Getriebe-Abtriebswelle sind 2 Dichtringe.

  • Ein Wedi (violett), der gegen eine Hülse (grün) dichtet, die auf der Welle sitzt
  • Ein O- Ring (gelb), um die Hülse (grün) gegen die Abtriebswelle abzudichten

Beide können gewechselt werden ohne den Motor zu zerlegen.
Den Wedi (violett) kriegt man raus, indem man an mehreren Stellen Holzschrauben reindreht und ihn daran rauszieht. Hier gibt es das etwas ausführlicher.

Oder man kann nach rausziehen der Hülse mit einem passend hakenförmig gebogenen Schraubenzieher raushebeln. ACHTUNG: darunter sitzt ein gedichtetes Lager (blau), dessen Dichtscheibe man NICHT beschädigen sollte weil sie den Ölstrom umleiten muss (siehe rote Pfeilchen).

Der O-Ring (gelb) kommt nach Entnahme der Hülse mit einem Drahthaken raus.

Einbau in umgekehrter Reihenfolge (der Einbau des O-Rings geht übrigens auch problemlos, wenn man den Simmerring schon eingesetzt hat).

Hier ein Bild von der Lage bei abgezogener Hülse, bitte die Zerstörungen am Ende der Welle übersehen ...

Zum O-Ring: Das original Yamaha-Teil 93210-22298 ist ein O-Ring 1.9-21.7.
Gebräuchlicher Ersatz ist ein handelsüblicher 21 x 2. Man wähle das passende Material (der freundliche Industriebedarfs-Händler berät). An dieser Stelle funktionieren Viton-Ringe klaglos.
Mir hatte Helferlein einen ganz gewöhnlichen, popeligen Simmering geschenkt, nachdem es meinen originalen samt Abriebslager zerhackt hatte.

20x2 geht ausprobierterweise auch ...
Bei O-Ringen wird übrigens immer der INNEN-Durchmesser und die Schnurdicke angegeben. Ein 20x2 hat also außen 24 mm.

Aber: Der Yamaha-Wellendichtring (grün im Bild oben) schaut etwas anders aus als ein Normteil.
Hiha:
ACHTUNG: Die Distanzen haben einen Sinn: Sie verhindern dass der Ring eine Schmierbohrung verschliesst, die über Rücklauföl die Getriebewellen schmiert. Wenn die Bohrung dicht ist, leben die Getrieberäder kürzer.
Wenns am Ritzel tropft kann auch der O-Ring unter der Hülse fehlen/hin sein, oder wenn man sie garnicht dicht kriegt, wie es mal bei meiner war: Das Nadellager am anderen Ende der Abtriebswelle war hin und hatte Spiel. Klingt blöd, aber wenn man den Verdacht nicht hat, untersucht man's auch nicht darauf, und die Kettenspannung hält die Welle eingermassen Spielfrei, zumindest reicht's für die "Fingerprüfung".

Demzufolge wird auch die Hülse mit den Ausnehmungen in Richtung Motor eingebaut, damit dort das Öl zur Antriebswelle eintreten kann. Zusammen mit den Abstandshaltern des Wellendichtringes funktioniert dann die Getriebeschmierung.

Hiha: Ein Tip bei der Motorensanierung:
Wenn man den Ritzelsimmerring ausbaut, findet man in seinem Sitz auf ca. 10Uhr eine kleine Bohrung, durch welche Öl kommt, das dann durch die Querbohrung der Abtriebswelle das Getriebe schmieren soll. Damit diese Bohrung nicht durch den Simmerring verschlossen wird, hat dieser ein paar "Füße", die ihn auf Abstand zum darunterliegenden Kugellager halten.
Ich hatte jetzt zum wiederholten Mal den Fall, dass der Ritzelsimmerring die Schmierbohrung zum Getriebe trotz der Füße verschloss, weil die Schmierbohrung nicht optimal saß. Alle diese Motoren hatten verschlissene 3. und 5. Gangräder auf der Abtriebswelle, teilweise trotz eher geringer Laufleistung.
Im gegensatz dazu hatte ich neulich einen totgelaufenen 2J4-Motor der die letzte Zeit seines gequälten Lebens nur noch mit Altöl gefüttert wurde, alle Innerreien waren verschlammt, verschlissen und tot. Aber das Getriebe war -dank freier Bohrung- Einwandfrei.
Langer Rede kurzer Sinn: Wenn man den Simmerring ausbaut, ggf. die Bohrung mit einer runden Nadelfeile zum Kugellager hin nacharbeiten!

Zitat aus Ingos XT-Technikdatenbank:
Der Simmerring an der Ritzelwelle hat sich schon bei einigen XT- und SRlern herausgedrückt, worauf der Motor sein Öl über Fahrzeug und Fahrbahn verteilt. Sehr unangenehm! Die letzten SRs hatten aus diesem Grund eine Sicherung eingebaut:

HiHa hat das an seiner XT nachgeholt, nachdem auf der Rennstrecke einmal der Dichtring verloren wurde. Drei M3-Schrauben um den Simmering herum halten ihn mit Unterlegscheiben fest:

Übrigens noch was zum Lager dort: Man kann ein Normlager 6305.N mit Nut und ZWEI Dichtscheiben nehmen, anschließend die eine rauspulen - das spart teure Yamaha Ersatzteile. Das Öl soll durch die 11Uhr Bohrung zwischen Lager und Dichtring in den Zwischenraum eintreten, durch die Aussparungen in der Ritzeldistanzhülse in die Querbohrung in der Welle, dadurch und u.A. auf der anderen Seite die Lagerstelle vom Kickstarterzwischenrad schmieren.
Wenn das Lager kein RS Typ wär, könnte das Öl einfach so durch selbiges ins Kurbelgehäuse abfließen.

Falls am Lager die Dichtscheibe beschädigt wurde, kann man durchaus versuchen NUR die Dichtscheibe zu ersetzen. Wenn man eine passende hat (nicht alle Lager sind da kompatibel) ist das von außen möglich und wesentlich einfacher als deswegen das komplette Lager zu wechseln - das geht nämlich nur mit Blockzerlegung.

Lichtmaschine

 

Austausch ist ohne Motorausbau möglich, aber der LiMaRotor muss runter. Hinweise dazu gibts hier: Werkzeuge.

Vorderrad Trommelbremse

  Harald: Die vordere Trommelbremse hat einen Simmering welcher den Tachoantrieb vom Bremseninneren abdichtet. Dieser Simmering verschleißt sehr schnell und das Fett des Antriebs vermischt sich mit dem Bremsenabrieb zu einem feinen Pulver welches die Bremswirkung beeinträchtigt. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und längerem Stehen führt dieser Belag ( hygroskopisch) zu einem Blockieren der Bremse beim ersten Bremsen.
Beim Wechseln des Simmerings muß man in die Dichtlippen etwas Heißlagerfett geben sonst verschleißt er sehr schnell wieder.

Telegabel

 

siehe hier: Telegabel

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