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  Was für Tipps denn ?
 


Na ja, Dinge die es sich lohnt zu wissen, die nicht im Bucheli (=Reparaturhandbuch) stehen, und die ich selber ausprobiert habe ...

Es gibt schon ein paar geniale XT-Technik-Seiten und ein gutes Forum, siehe die Linkliste hier.

Daher hier nur Ergänzungen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Und vieles ist auch im Bucheli-Projekt zu finden - eigentlich für die SR 500, aber die Verwandtschaft ist eng ...

  Übersicht
   

   

12 Volt Teile für XT

Scheinwerferbirnen 12V mit 35/35 W Halogen gibt es. Man kann sie im Zubehör für Motocross bekommen, oder auch bei größeren Autoelektrikläden. Werden in einigen Zubehör-Scheinwerfermasken für Wettbewerbsenduros verwendet, zB XR600 und Konsorten
(Götz? In Österreich: Auner)

Hersteller: Trifa (Nr. 1610-30-57-0105), Philips

Die Birne heißt dann nicht H4, sondern HS1, die Fassung Px43t

Bei Umbausätzen (zB Wunderlich) liegt so eine Birne bei, weil die XT-Lima halt nur 60 W hergibt, und mit einer normalen H4 (55/60W) ständig die Batterie am Verhungern wäre.

Einziger Unterschied zur H4: eine der Blechzungen (im Bild links die obere) ist etwas breiter und muss mit einem Saitenschneider gekürzt werden, damit die Birne in normale H4-Fassungen passt.

Das gibt schön helles Licht, deutlich mehr als eine Bilux-Birne mit gleicher Wattzahl. Die Anschlüsse hinten sind die gleichen wie für H4 - es kann im Reparaturfall also ein normaler Autostecker genommen werden.

Ein passender Halogen-Scheinwerfereinsatz für die XT ist übrigens von Hella zu bekommen:
1A3 002 850-031 Hauptscheinwerfer, passend für Chrysler, Ford, GM, Honda, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Toyota.

Unterscheidet sich vom Original durch die passende Fassung und Optimierung für die bauartbedingt andere Fokussierung von Halogen-Lampen.

Einen größenmäßig passenden Reflektor gibts auch bei Louis mit folgender Artikelnummer:
10033108 H4 SCHEINWERFEREINSATZ 130 MM und kostet 29,95 Euro.
Nicht ganz billig, aber halt leicht zu kriegen. Der Reflektor scheint beschichteter Kunststoff zu sein. Leider kann es beim Einbau zu Problemen kommen.



Zündkondensator

Elektrisch passt IRGENDEIN Zündkondensator von einem Autoelektriker, z.B. Bosch-Dienst. Sei es für nen alten Lada, Käfer, Jetta, R4, Fiat 127, ...

Kriterien sind: Platzverbrauch, Befestigungsmöglichkeit, elektrischer Anschluss.

Ich hab in der XT einen drin von

Bosch
Exp.-No. 02 127
1 237 330 823-085

Ich glaub der war von einem kleinen Fiat. Seit 1996.
Nur der Vollständigkeit halber: für 6V und 12V-Anlagen gleich ...

Ergänzung von lorry:
Passte zwar mechanisch nicht so toll, aber mit ein bischen Geschick kriegt man es doch irgendwie hin. Er hat z.B. kein Fixierloch, deshalb steht er etwas ab.
Ich möchte an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass dieser Kondensator minimal weniger Kapazität (0,20 MFarad) hat als der originale mit 0.22 MFarad. Ob und wenn was das auf die Dauer für Auswirkungen haben könnte weiß ich allerdings nicht.

Inzwischen wird der Bosch-Typ nicht mehr hergestellt. Es gibt einen Ersatztyp von Beru, der für Lucas hergestellt wird, ebenso wie der Bosch, der für ne Handvoll alter GB-Autos war (Midget etc). Ist baugleich dem Bosch, also auch von der Größe passend, und ebenso wie der Bosch mit ein wenig Bastelei einbaubar. Ein paar Unterlegscheiben sind Pflicht, weil der Blechwinkel nicht nis zur Auflagefläche runtergeht, ansonsten keine Probleme.

BERU ZK174, um 7 Euro etwa.

Ebenso wie der Bosch hat er kein Fixierloch, in das der Stift der XT Unterbrecherplatte eingreifen könnte. Ich hab mir deshalb aus einem Stück Alublech nen Adapter gefeilt, gebohrt gesägt. Die Löcher entsprechen der Grundplatte, das Alublech wird ein wenig tonnenförmig gebogen so dass der Kondensator darin liegt wie in einer Wiege und sich nicht verdrehen kann.

Beim Beru, ebenso wie beim Bosch, muss man eine Unterlagscheibe unter das Befestigungsblech legen, weil der Blechwinkel nicht bis zur Auflagefläche runterreicht. Sonst macht es knack und der Winkel ist ab. Er lässt sich allerdings auch wieder anlöten ... :D

Bilder:

Die Zündplatte, man sieht wo der Kondensator normalerweise verschraubt ist - daneben der Bosch und ganz rechts der Beru.

Der zersägte Ringgabelschlüssel 5,5mm Schlüsselweite hilft beim Montieren des Unterbrechers ...


Adapterplatte


Adapterplatte mit montiertem BERU. Die Befestigungschraube hat ein Normgewinde, da braucht man eventuell eine längere. Hinten sollte sie nicht weit rausstehen - ich habe sie mit Loctite Schraubensicherung mittelfest eingedreht und dann an der Rückseite bündig abgeflext.


Der Beru Zündkondensator


 

Passender Kerzenstecker
Ich nehm' immer den NGK VB05F Stock Number 8032 - bei Kedo unter Bestellnummer 40010 erhältlich.


Fehlersuch-Elektrik
Einfach nur einen Zündfunken zu kriegen ist sehr leicht: folgende 3 Kabel müssen ypsilonförmig zusammengeschlossen werden (daher der Name: Ypsilonkabel):
- schwarzes Kabel, von LiMa kommend
- (schwarzes) Kabel vom Unterbrecherkontakt
- Kabel von Zündspule (diese muss guten Masse-Kontakt am Rahmen haben)
fertig!

 

Markierung auf der Unterbrecherwelle
Wenn man den Zündungsdeckel runterbaut (zur Reparatur eines Ölfilterdeckelgewindes, oder Kickstarterausrückblechs beispielsweise) ist es eher Glückssache den Deckel wieder problemlos draufzubekommen. Da muss nämlich das Unterbrecherzahnrad wieder richtig einspuren, sonst passt später der Zündzeitpunkt nicht. Also Unterbrecherdeckel aus, Zündplatte raus, Fliehkraftversteller raus, und Zahnrad samt Welle raus. Welle in den Motorblock einsetzen und Markierungen gegeneinander ausrichten. Aber wo sind die erwähnten Markierungen??

Die sind nur geätzt, und speziell am Unterbrecherzahnrad schwer zu sehen wenn man das nicht weiß und eine Körnung erwartet. Hier ein Bild zur Identifikation, mit der richtigen Position in Bezug auf den Mitnehmerstift der Welle:


Beim Zusammenbau auch drauf schauen dass beide Anlaufscheibe auf der Welle stecken. Die picken bei der Demontage gerne am Deckel oder Gehäuse und werden so übersehen, plumpsen dann runter, und wenn man alles beisammen hat findet man sie und wundert sich ... Im Bucheli finden sich die ganzen Teilezeichnungen und Anleitung zur folgenden Zündungseinstellung. Die muss im richtigen Totpunkt geschehen weil die XT nur bei jeder zweiten Kurbelwellenumdrehung zündet - und das sollte die richtige sein, sonst hat man sich den berüchtigten 180°-Fehler eingebaut ...

Auf dem Primärritzel ist übrigens gemeinerweise gerne ein Körnerschlag, den man gegenüber auch vermuten würde:

 

Fußrastenhalter
Der Fußrastenhalter ist auf einen im Rahmen verschweißten Vielzahn gesteckt. Sollte man an dieser Stelle Ersatz benötigen: Die SR500 hat am Fußbremspedal und der entsprechenden Welle den gleichen Vielzahn. Bilder zeigen die Welle mit und ohne aufgestecktem XT500 Fußrastenhalter. Ich bin mir nicht sicher ob links und rechts die gleiche Verzahnung ist - bitte vorher nachmessen! Die Bremswelle hat einen Außendurchmesser von 19 mm an der Verzahnung.


Luftfilterkasten: Vorfilterkasten ersetzen
Die XT500 hat zwischen dem eigentlichen Luftfilterkasten und dem Ansaugstutzen noch einen kleinen Kasten, der nur dazu dient, die Kurbelgehäuseentlüftung einzuleiten. Immerhin eine gute Idee, das DORT zu tun anstatt direkt beim Luftfilter der sich dann im Schadensfall mit Motoröl vollsaufen würde. Aber es erleichtert den Ausbau des Vergasers nicht gerade, und ist eine Stelle, wo bei defekter Dichtung oder duch Rissbildung gerne Falschluft eintritt.
Ich habe die Kurbelgehäuseentlüftung daher separat gelöst (unter Beibehaltung des originalen Ölabscheiders sollte man einen Schlauch bis weit unter die Sitzbank führen, dort kommt nie Öl hin wenn der Motor OK ist. Bild zeigt Entlüftungsfilter direkt am Motor - das ist immer versifft).

Dann kann man den Vorfilterkasten rauswerfen und durch den Ansauggummi einer MZ ETZ 250 ersetzen.


 


Ersatz für den Zündkondensator (elektronisch)
Die XT500 hat in der Zündung einen altertümlichen gewickelten Zündkondensator. Er lässt sich nach den mehrjährigen Erfahrungen eines Wiener XT-Fahrers durch folgendes Elektronikteil ersetzen:



Die gebräuchliche Kapazität liegt bei 0,22µF. Das hat der hier, zusätzlich kann er 630 Volt.

Hiha schreibt: 200V reicht definitiv nicht, 1200V würd ich schon als unterste Grenze annehmen, aber spezielle Kondensatoren für Zündanlagen haben noch andere, positive Eigenschaften. Am Besten passt der Originalkondensator. Er sollte möglichst nah (leitungswiderstandsmäßig) am Unterbrecher sitzen.

Wer es probieren mag, warum auch immer:
Gibt es beispielsweise bei Conrad in neuerer Bauform als
MKS-Folienkondensator radial bedrahtet, 0.22 µF 630 V/DC
Bestell-Nr.: 459097 - 62
Teile-Nr.: MKS4J032204F00KSSD | EAN: 2050000130342


Vergaser unterwegs reinigen
Wenn man keine saubere Werkstatt zur Verfügung hat, kann man den Vergaser auch ganz gut am Motor lassen. Dazu die Schellen der Gummis lockern, dann die Gaszüge des Vergasers losschrauben und die Züge aushängen. Dann lässt sich der Vergaser fein nach links drehen und man kommt bestens an die Schwimmerkammer und auf der anderen Seite an den Schieber. Lediglich für die Demontage des Choke baut man den Vergaser besser aus und sucht sich einen Platz mit sauberem Fußboden, da springt nämlich gerne Feder und Kugel davon ...

Ein gerne genommener Fehler ist ein Defekt des Schwimmerventils. Hier waren es gleich zwei: zum einen hatte der Federstift des Schwimmerventils eine Vertiefung in die Schwimmerzunge eingearbeitet und hakelte dort hin und wieder ein, verkantete, und das Ventil blieb offen. Zum anderen hat sich über die Jahre ringförmiger Verschleiß am Schwimmerventil eingestellt, eine umlaufende Rille am Dichtkegel sorgte daür, dass das Ventil bei laufendem Motor nicht mehr dicht war - bei längeren Stops soff der Motor im Standgas ab. Beides ließ sich mit der Feile am Leatherman auf Tour richten.

Übrigens ist seit vielen Jahren als Schwimmerchse ein einfacher abgelängter Nagel (samt Flachkopf) eingebaut, da ist dann auch klar dass der in diesem Fall nach unten ausgebaut werden muss. Wer daheim schon auf M4x10 Innensechskant-Schrauben umgebaut hat, kriegt die Schwimmerkammer leichter ab.

Achtung: in die Schwimmerkammerdichtung ist ein kleiner O-Ring eingelegt. Darauf achten dass der nicht rauspurzelt, sieht man unterhalb am linken Rand der Dichtung.

 

 


Oben: Schwimmerventil mit herausgefeilter Stufe, aber noch mit scharfem Rand am Federstift.
Rechts: Ventilstift original/abgerundet.

Blinker Masseleitung verbessern
Die XT500 hat gerne mal Probleme mit den Blinkern. Zu dunkel, Totalausfall, oder das Rücklicht blinkt mit. Meist liegt das an einer schlechten Masseverbindung.
Auch wenn die Blinker an ihrer Verschraubung mit dem Motorrad zusätzlich über Kabel an Masse (Kabelbaum) gelegt werden, ist das nur die halbe Miete. Man erspart sich zwar die Übergangswiderstände von der Verschraubung und evt dem Übergang Gepäckträger - Rahmen - Batterie, aber das Problem liegt oft woanders.

Ich hatte 2003 einen besonders hartnäckigen Fall von Blinkersterben: mechanisch (Blinker drehte sich immer nach unten trotz fester Rahmenverschraubung) und elektrisch (blinkte nicht). Dann reichte es mir und ich hab das Messer angesetzt und den Gummiarm aufgeschnitten. Da war mir dann alles klar.

Das schaut so aus:

Die Lampen-Fassung ist an einen Gewindestift verschraubt.
Der Gewindestift ist an eine Stahl-Spiralfeder verschraubt.
Die Stahl-Spiralfeder ist an einen weiteren Gewindestift verschraubt.
Der weitere Stahl-Gewindestift ist mit dem Mopped verschraubt.

ergibt alleine am Blinkerarm 4 x Übergangswiderstand, und das bei serienmäßigen 6 Volt!!! Das hamse wohl den Lehrling entwickeln lassen!

Der Test ist simpel: ein Stück Kabel an Lampenfassung und Batteriemasse halten, dann sollte es blinken wie es soll.

Abhilfe: Zusätzliche Masseleitung an der Fassung anlöten und durch den Blinker nach außen ziehen, alles andere sind halbe Sachen. Diese Masseleitung gehört dann idealerweise möglichst nahe an Batterie-Minus angeschlossen. Ich hab mir da am Batteriekasten einen Edelstahlbolzen verschraubt, an den mit Ringösen alle Masseleitungen angeschlossen werden. Vom Motorgehäuse über Batterieminus bis zu den zusätzlichen Blinker-Massekabeln, dem Reglergehäuse, dem Lenker, und last but not least neben dem Kabelbaum auch die Masse der Zündspule.
Abschließend ne Mutter drauf, ordentlich festgezogen und Ruhe ist.

Das Nachziehen des Massekabels ins Blinkergehäuse geht mit einem Pilotdraht ganz gut. Um die Mutter trotz der Kabel festziehen zu können, habe ich leichten Herzens einen 14er Ringschlüssel modifiziert. Es mag auch mit einem Gabelschlüssel gehen ...


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