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Radreise Istrien 2018 - ein Wiedereinstieg


2016 hat es den Motor vom Campingbus zerrissen und wir sind nicht nach Korsika gefahren. Der Motor war der vom Ersatzbus für den ersten Campingbus, wo es 2014 den Motor zerrissen hatte auf dem Weg nach Sizilien.
2017 sind wir also ohne Auto ins ferne Kirgistan geflogen und haben uns das angeschaut. 2018 hatten wir Lust auf keinen Autourlaub mit potenziell Urlaubsausfall. Über eine kleine Radreise, ein paar Tage, hatten wir schon länger fantasiert, war das doch unser erster gemeinsamer Urlaub anno 1992, damals mit der kleinen Anna im Fahrradanhänger machten wir Kroatien unsicher.

Also - warum keinen Jahresurlaub mit dem Radl? Unser mittlerweile großer Sohn hatte sich vom gemeinsamen Campingurlaub abgemeldet und wollte den Sommer in Graz genießen. Die Radl von damals haben wir noch immer ... teilweise zumindest. Vieles wurde seitdem getauscht, verbessert, erneuert, aber immer noch sind es Stahlrahmen mit ordentlichen 26"-Rädern, Cantileverbremserei, Gepäckträgern vorne und hinten. Wozu neue Radl? Eva hat schon vernünftige Ortlieb-Radtaschen und kauft sich noch eine Lenkertasche mit Klickfix. Ich besorge Vaude Aqua Backroller als Ergänzung zu den kleinen Ortlieb Sport Packer Lowridertaschen.

Wir tüfteln einen autofreien Urlaub aus. Anreise per ... Zug? Flieger? Fernbus? Irgendwo lesen wir von der Parenzana, diesem schönen Bahntrassenradweg in Istrien. Und siehe da - es gibt einen Fernbus Graz-Triest mit Fahrradmitnahme!

Zu erwähnen wäre noch dass wir brave Alltagsradler sind, in die Arbeit, zum Einkaufen, aber keine Langstreckenradler oder Radsportler. Die Idee ist daher auch nicht, möglichst viel und weit zu radeln, sondern möglichst flexibel und kleinräumig Land und Leute zu erleben. Und zwar mit Wadlkraft ohne elektrische Unterstützung. Lieber mal einen Gang zurückschalten. Zu diesem Zweck wird auch die Übersetzung optimiert, mit Mega-Range Zahnkränzen hinten und kleinen Ritzeln am Dreifachblatt vorne.

 

Sa 28.07.2018
Graz-Triest

 

Die drei Tage Urlaub vor Abfahrt haben sich ausgezahlt! Alles flutscht, als wir unsere Radl und Gepäck in den Fernbus laden. Die Radtaschen passen gerade so in die Übertaschen. Die haben wir noch gekauft, weil pro Passagier ist nur EIN Gepäckstück im Laderaum erlaubt. Und in unserem Fall ein dazugebuchtes Fahrrad. Um 40 + 9 € pro Nase kommen wir so nach Triest.

Die Wiegung der Radltaschen vor Abfahrt ergab bei mir:

  • 2 Fronttaschen zu je 4 kg für Küche, Proviant, Werkzeug.
  • Meine 2 Hecktaschen: zusammen 12,5 kg für Schlafsack, Matte, Hängematte, Tischlein, Sesselchen, Waschbeutel, Kleidung, Schuhe, Erste Hilfe.
  • Meine Lenkertasche: 4 kg für Elektronik, Reiseführer, Karte, Fotoausrüstung ...
  • Zeltsack: 5 kg für Alpinzelt, Tarp, Unterlagsplane

Macht auf meinem Rad 29,5 kg Gepäck. Plus 2 kg am Radl für Helm, Wasserflaschen, Schloss, Solarpaneel etc
Eva ist deutlich leichter unterwegs.

  • 2 Hecktaschen mit zusammen 7,5 kg für Schlafsack, Matte, Kleidung etc.
  • Lenkertasche mit 2 kg
  • Rucksack mit 2 kg (am vorderen Gepäckträger)
  • Isomatte am hinteren Gepäckträger.
  • Helm, Flasche, Schloss ca. 0,5 kg

In Summe etwa 12 kg Gepäck.

Bis auf die fehlende Sitzplatzreservierung ist der Flixbus wie in der Werbung: leise, flott, klimatisiert, mit Strom und WIFI. Und WC.


Unser Gesamtgepäck: reichlich. eht sich gerade noch so aus in den Übertaschen.

Draußen sind 32°C und Stauauf der Gegenfahrbahn. Nach Stops bei der Raststätte Kaiserwald, in Maribor und Ljubljana passieren wir gegen 16 Uhr die Grenze nach Italien. Pünktlich um 16:20 kommen wir beim Triestiner Busbahnhof an, laden unsere beiden Gepäcktaschen aus und warten bei den Rädern aufs Abladen. Gut dass wir dann doch beim Fahrer nachfragen, beinahe wäre die Weiterfahrt nach Venedig samt unseren Drahteseln passiert.

Nach einer kurzen Radelung sind wir gleich am Meer und bei einem Ankomm-Kaffee an prominenter Adresse:


Das Nordstern-Cafe

Frisch gestärkt ist schnell unsere erste und einzige über AirBnB vorgebuchte Unterkunft gefunden - das B&B Petra in der Via Mazzani 44 erweist sich als Volltreffer. Der Vermieter erwartet uns auf der Gasse, und hilft beim Abladen und Verstauen der Räder in einem kleinen Abstellraum unter der Treppe. Nach einer schnellen Dusche geht sich noch ein kleiner Abendspaziergang durch Triest aus, es ist viel los in der Fußgängerzone.


Piazza Unità d'Italia


Wir versuchen, ein Speiselokal am Hafen zu finden nahe des Meeresmuseums, wo wir vor einigen Jahren am Josefitag nett gegessen haben, doch das scheint es nicht mehr zu geben. Aber wir finden uns etwas in der Fußgängerzone und haben ein nettes Abendessen und sehr guten Wein im SaluMare.
http://www.salumare.com/


Abends ist die Ziazza durch Bodenleuchten erhellt, ähnlich wie der Grazer Tummelplatz (aka "Ufolandeplatz"). Schön.


So 29.07.2018
Triest - Muggia - Camping San Bartolomeo (10 km)

 

Feine Nachtruhe gehabt dank Klimaanlage, draußen geht die Temperatur nicht unter 27 °C.

Supernettes Frühstück bekommen von Giorgios Tochter, mit gefüllten Croissants und Kaffee aus der Mokkakanne. Dann aufpacken, und nochmal zum gestrigen Illy-Cafe "Stella Polare" an der Piazza Sant'Antonio Nuovo.
Dann wollen wir zur Fähre, die uns den Weg durch den Triestiner Verkehr ersparen und uns hinüber nach Muggia bringen soll. Zuerst radeln wir zum falschen Pier, von wo aus die Schiffe nach Kroatien fahren. Der Warteraum ist zwar fein klimatisiert, aber die Fähre nach Muggia legt einige 100 Meter weiter südlich ab, um 11:30 am Borsaglieri-Pier.


Unser "Bus" kommt.

Mitgenommen werden ist kein Problem, die Hälfte der 16 Fahrradhalter bleibt leer. Lediglich die seitlichen Packtaschen müssen runter. Insgesamt 17 Euro zahlen wir für die 20-minütige Bootsfahrt mit angenehmer Brise. Wo der Fahrtwind auslässt, muss der mitgeführte kleine Ventilator aushelfen.


Hier sieht man unsere Strecke (blau-violett) auf dem offiziellen Parenzana-Schild als Alternativstrecke.

Einige Kilometer geht es auf Küstenstraße und teilweise Radweg nach San Bartolomeo (oben auf der Karte als Lazzaretto bezeichnet), wo wir auf dem Campingplatz einchecken. Zelt aufbauen, dann mit Wassermelone aus dem Campingladen an den Strand. Ein bisserl trüb und warm ist das Wasser, ganz anders die Dusche danach.

Gewitterdonner treibt uns später zurück zum Zelt, wo wir alles regenfest machen - umsonst - das Gewitter bleibt in den Bergen.
Zeit für zwei der mitgeführten Annehmlichkeiten: es werden Faltstuhl und Hängematte ausgepackt.

Nachmittags wird es noch heißer, es dürften etwa 32 °C sein. Kalte Getränke und Jause in der Campingbar helfen zwischendurch. Der Prosecco kommt übrigens aus dem Zapfhahn, und das slowenische Zlatorog-Bier ist superkalt!

Abends ein kleiner Gelsenangriff, den Eva mit Zedan abwehrt, und ein Omlett aus 6 Eiern weiht die Kochausrüstung ein.

Die Titanpfanne braucht etwas mehr Aufmerksamkeit als unser übliches schweres Kochgeschirr, auch weil der Mini-Gaskocher seine Hitze recht konzentriert mittig abgibt. Aber es gelingt und Schinken und Rosmarin sorgen für den extra Kick. Anschließend kochen wir noch die restlichen 4 Eier hart, es gab sie nur im Zehnerpack. Heiß ist es auch abends noch. Duschen. Bier. Schlafen gehen. Dank unserem "Deckenventilator" ist es im Zelt erträglich. Das ist ein Mini-USB-Ventilator, den wir an einer Powerbank anstecken und oben ins Zelt hängen:

 

Mo, 30.07.2018
Muggia - Koper - Lucija - Camping Kaki Plac (31 km)

 

In der zweiten Nachthälfte wurde es tatsächlich kühl genug, dass wir beide unseren Schlafsack rausgekramt haben. Sehr fein geschlafen. Dann zusammengepackt und runter zum Campingbistro geradelt. Der kleine Laden hat offen und versorgt uns mit Joghurts, Kaffee liefert die Bar nebendran.

Eine halbe Stunde später sind wir auf der Küstenstraße 406 unterwegs, es ist noch kühl, der Verkehr gering. Über Ankaran geht es auf Radwegen nach Koper, ein gutes Stück neben der Autobahn. Kurz vor dem Meer lockert sich die Einstellwippe der Patentsattelstütze, ich ziehe das Ding nach und weiter geht es. Zwischen Koper und Isola wurde die Küstenstraße in einen Rad- und Gehweg umgewandelt. An einer schönen Stelle mit Duschen, WCs und Trinkbrunnen machen wir Siesta.

Der Einstieg ins Meer ist etwas mühsam aber dafür passt aber die Wasserqualität. Nach der Badepause geht es weiter, durch den Tunnel Salet und über viele Wegerl und Straßl die sicher nie Bahntrasse waren. Kurz vor Izola ist es dann erstmal aus, der Sattel ist wieder locker und beim Nachziehen bricht die Wippe ... Für eine Weiterfahrt würde ich ein Ersatzteil benötigen.

Doch es fügt sich, ein zufällig dort parkender Slowene fragt ob wir Hilfe brauchen, er sei Radverleiher und habe 120 Räder in Betrieb - und Werkeug und ein paar Teile im Wagen. Nach einer Mittagspause im naheliegenden Campingplatzbuffet kann es also repariert - zumindest provisorisch - weitergehen. Der Sattel sitzt jetzt mit längerer Schraube und ohne Neigungsverstellung direkt auf der Sattelstütze. Wir durchradeln den Tunnel Valeta, dank der alten Eisenbahnstrecke kann man hier über 500 m durch den berg statt oben drüber!


Schon Blick auf Piran!


Mittagessen, bezahlbar: Getränke und 2x ein großer Salat, zusammen 11 Euro.

In Lucija biegen wir landeinwärts ab, halten bei einem TUS-Supermarkt für Esseneinkauf: Tomaten, Mozzarella, Käse, Brot, Prsut und ein paar Joghurts sowie Milch und Bier. Dann das letzte Stück zum "Camp Kaki Plac".

Der ist zwar ausgebucht, aber Simon hat noch ein paar spezielle Restplätze für Radler. Ein sehr netter Campingplatz, alles selbstgebastelt, ein Abenteuerspielplatz. Die Küche mit drei (!) Gästekühlschränken:

Die Solar-Freiluftdusche:

Leider ist es recht schwül, kaum Luftbewegung. Alles pickt. Nach dem Duschen in der Freiluftdusche ziehe ich mein letztes trockenes Leiberl an und wasche Wäsche. Unsere eingekaufte Abendjause ist super!

Dann finden wir raus, dass der Campingname "Kaki Plac" von Kaki, die Frucht, kommt. Ist gleich ein Obstgarten nebendran:

Die Zeltnacht wird anstrengend, es gibt leider lärmende Nachbarn, irgendwo bei einem nahen Haus. Es wird laut Musik gespielt und ein Generator lärmt. Ich bin müde genug, und schlafe dank Ventilator bald ein. Eva plagt sich etwas länger.

 

Di 31.07.2018
Camping Kaki Plac - Rasttag Camping Lucija - Ausflug Piran (19 km)

 

Wie immer so gegen sechs wacht Eva auf. Wir packen zusammen und schieben unsere Drahtesel zum Waschhaus hoch. Morgenwäsche, Frühstück: Joghurt und selbst gepressten Kaffee, Tee und Kekse. Die Nacht kostet eigentlich 2x 15 Euro, aber wegen Notplatz werden nur pauschal 25,- berechnet.
Dann radeln wir 7 flotte km bergab zum Meer, wollen einen gemütlichen Rasttag einlegen nach der anstrengenden Nacht und der Schwüle im Inland. Zunächst radeln wir auf Empfehlung von Simon durch den Camping Lucija zu einem parkähnlichen Stück Küste mit Wiese und Schatten (der Radweg führt direkt durch den Campingplatz, niemand fragt ... www.camp-lucija.si ).


Vormittags-Siesta. Ein bisserl lesen, nähen, Wäsche nachtrocknen ... morgen wollen wir bis Groznjan radeln, dort gibt es keine Campingmöglichkeit, also buchen wir online ein AirBnB-Zimmerchen.

Dann, nach Mittag, checken wir beim Camping ein. Viel Platz ist nicht frei, doch zum Schluss entdecken wir eine sehr nettes Eck, mit Mäuerchen zum Kochen, Schatten - und Hängemattenbäumen!

Der brave Drahtesel musste heute nur wenig arbeiten :D

Der brave Brooks B17 Imperial ... ein super Sattel, wenn der Unterbau nicht so problematisch wäre. Ich muss ihn deutlich weiter hinten fahren als andere Sättel, was anscheinend der Sattelstütze nicht zusagt. Bis jetzt hält das Provisorium aber.

Sehr klass: mit dem Radl von Luvija am Meer entlang nach Piran. 7 km, kein Stau.

Piran, der Hafen:

Wir essen was im "Fritolin": Man sitzt auf der Piazza, und holt sich die bestellten Speisen am "Schalter".

Wenn das Essen fertig ist, wird die Tischnummer rausgehängt:

Ein Fischlokal, übrigens ...

Dann noch ein Spaziergang um und in Piran ...



Dann zurückradeln, nochmal schwimmen, duschen, Bierchen. Müde ins Zelt, nach 22 Uhr.

 

Mi 01.08.2018
Camping Lucija - Saline - Buje - Apartment in Groznjan (32 km) - Parenzana Tag 1

 

Auf um 6, los um 07.30 nach Bezahlung unserer Zeltnacht (27 Euro). Nette Morgenradelei an der Küste entlang bis zur Grenze, in der Nebenbucht ist ein Vogelparadies und viele alte Boote:

Im letzten Cafe vor der Grenze wird noch gefrühstückt: Kaffee, gekühlte Wassermelone. Dann 2x mit dem Pass gewunken und die lange Schotterrampe aufs Plateau hochgestrampelt. Wir sind in Kroatien.

Der Blick zurück:

Da ums Eck sind wir gestern nach Piran geradelt ...

Ein Getränkestopp vor Buje: Espresso, Mineral, Bitter Lemon = 5 €.
Weiter immer bergauf bis Groznjan, kaum Schatten, es ist gut warm und unsere 1,5 Liter Wasser pro Nase werden knapp. Immerhin 300 Höhenmeter von der Küste bis hier herauf.

Es geht sich gerade so aus mit dem Trinkwasser, bis wir gegen 13 Uhr einchecken beim Apartment "Smile". Klima an, Schweiß abwaschen, rasten.
Es hat 34 Grad, etwa 4 Liter haben wir jeder heute schon getrunken.

Auf dem Weg ins Städtchen:


Ziemlich genau bei "11" am oberen Bildrand geht man durch den Garten runter zum Apartment.

Abendspaziergang, Postkarten und Frühstück kaufen, Abendessen im "Bastia": Nudeln mit Spargel, Risotto mit Meeresfrüchten, Mangold.

Leider hat das Designcafe "Kaya Energy Bar and Design" seit April geschlossen. Abends finden wir irgendwann einen guten Kompromiss zwischen Klimaanlage und Fensterlüftung - weit sinkt die Temperatur momentan nachts nicht ab. Trotz Höhenlage von 350 m hat es vielleicht noch 25 - 27 °C draußen


 

Do 02.08.2018
Groznjan - Camping Motovun (21 km) - Parenzana Tag 2

 

Morgens Fahrradwartung. Laufräder nachzentriert, Bremsen nachgestellt. Dann früh auf die Strecke, wenn es noch kühl ist. Der Tunel Kalcini unter Groznjan, knapp 300 m lang:

Wir passieren den Streckenkilometer 66 der Eisenbahn Trieste-Parenzo-Canfanaro (TPC)

Ein sehr schöner und naturnaher Abschnitt der Strecke - und alles bergab!

Blick zurück auf Groznjan:

Ein kleiner Aussichts- und Fotopunkt:

Manche Gebäudes sind nur noch in Resten erhalten:

Die ehemaligen Haltestelle bei Završje/Piemonte d'Istria wurde zu einer Scheune umgebaut, dabei hat man reichlich Kilometersteine und Hektometersteine mit TPC-Gravur aus zum Teil weit entfernten Streckenabschnitten eingemauert:

Das Viadukt Freski ist sind gut radelbar:

Der Tunnel Freski ist knackig, hier besteht die Piste teilweise aus dem groben Gleisschotter. Schieben ist angesagt, aber nur für ein paar hundert Meter.

Diese Blume, die dort am Wegesrand zu finden ist ... ist das eine Camassia leichtlinii 'Alba' (weiße Prärielilie)?

Pause und Jause in Livade in der urigen Konoba Dorjana: https://goo.gl/maps/SHYWAueJ1st (Mi Ruhetag)


Erstmal Getränke!

Der Koch ist grad nicht da, aber die Kellnerin richtet uns eine kalte Jause. Wunderbar!

Für Interessierte: Mit der Android-App OsmAnd+ kann man sich sehr detaillierte und radltaugliche karten aufs Smartphone holen. Die funktionieren dann auch ohne Mobilnetz. Die Karte mit dem istrischen Radwegenetz kann man sich auch gleich anzeigen lassen:

Allerdings ist so ein Smartphone energiehungrig. Mein Galaxy S5 neo hält bis zum frühen Nachmittag durch, dann verlangt es nach Ladung. Inzwischen hat das Solarpaneel am Heckträger die Powerbank ausreichend nachgeladen und das Telefon kommt ans Ladekabel. In Cafes können wir unterwegs immer wieder mal beides nachladen, so kommen wir ganz gut über die Runden, ohne auf dem Campingplatz extra Strom zu kaufen (der meist preislich für Klimaanlagen-und-Kühlschrank-Camper ausgelegt ist und irgendwo zwischen 5 und 10 Euro kosten würde).

Der Bildschirm geht vor Abzweigungen automatisch an, ist dazwischen aber aus. Viel Strom braucht die ständige Einwählerei ins Mobilnetz, der Fluch der Erreichbarkeit. Im Flugzeugmodus würde der Akku länger halten.

Nach 21 km sind wir beim Camping Motovun angelangt, die letzte Steigung wurde geschoben (Straßenbaustelle), weil wir den direkten Weg genommen hatten statt der Parenzana die außenrum verläuft.
Den kleinen Campingplatz kennen wir von früher, der Nachmittag wird am Pool verbracht. Es ist noch zu heiß zum Zelt aufstellen, und der Zeltplatz liegt in der vollen Sonne.

Nach der Dusche stellen wir am frühen Abend das Zelt auf und fahren mit dem Bus in die Stadt hoch - das ist uns die 20 Kn/Person wert.

Kleiner Spaziergang, dann nett was getrunken (San Servolo, das Bier aus Buje) und einen Salat gegessen in der Konoba Mondo.


Bankomat mit Blick ins Mirna-Tal

Danach ist sogar noch der Pool offen!

 

Fr 03.08.2018
Camping Motovun - Visnjan - Porec - Funtana - Camping Puntica (48 km) - Parenzana Tag 3

 

Um 0830 on the road. Zuerst Abfahrt zur Trasse, dann per Tunnel unter Motovun durch (da drin war übrigens irgendwann zwischen 1935, als die Strecke geschlossen wurde, und der Wiedereröffnung eine Pilzzucht).


Blick zurück


Warm!


Kalt!


Schattig!


Außer Betrieb


Trocken.

Die Mittagspause verbringen wir bei einem netten Grillrestaurant in Sichtweite der Parenzana:
Konoba Stacion , Farini 1, 52463 Visnjan
Für die Siesta belegen wir die kleine Raststation etwas unterhalb, wo ein paar Bänke/Tische am Radweg aufgestellt sind. Die Hängematte wird ausgepackt.


Entspannt.


Blick aus der Hängematte

Dann weiter bergab, auf Schotter bis Porec. Auf dem Stück hinter km 19 treffen wir eine Familie aus NL die mit den Rädern von einem B&B nahe Motovun hergeradelt waren, mit einem getrailerten Kinderrad und einem vielleicht 7-jährigen Selbstfahrer, beim Reifen flicken:


Das letzte Stück nach Porec


Porec!


Der Endbahnhof (die Verlängerung nach Canfanaro wurde nie gebaut).

Dann radeln wir ufernah nach Funtana. Wir landen am Camping Puntica, den wir uns südlich von Porec rausgesucht hatten. Am besten gefällt uns ein Wiesenstück gleich unterhalb der Rezeption. Das Zelt ist schnell aufgebaut, dann gehen wir schwimmen, duschen, Wäsche, dann zum nahegelegenen Supermarkt, Abendjause und Frühstück kaufen.

Heute wird es Mitternacht, ist superfein - fast gelsenfrei außerdem ist die Temperatur angenehm. Wir sitzen vor dem Zelt und lassen uns die Jause schmecken.


Sa 04.08.2018
Camping Puntica - rund um den Limski Fjord - Minicamp Mon Paradis südlich von Rovinj (38 km)

 

Morgens ist die Wäsche trocken, das funktioniert echt gut ...

beim Frühstück kommt wieder mein Hängetischlein zum Einsatz, weit weg von den Ameisen:

Weitere Interessenten für Frühstücksreste:


Ha - ein Wiedehopf!! In Livade hatten wir auch schon einen gesehen.


Und ein Eichelhäher

Heute ist die Umrundung des Limski Kanal dran, der eigentlich ein Fjord ist. Auf der Nordseite ist das einfach, von Funtana aus führen gleich zwei Radrouten zum Fjord:

Die Strecke ist dann auch echt nett zu radeln, schattig und ruhig und autofrei:

Das letzte Stück geht auf der Straße dahin, bergab kein Problem:

Während nördlich von uns eine Gewitterzelle tobt, machen wir am Fjord Siesta. Die App heißt Regenalarm plus und zeigt den Niederschlag der letzen Stunden bis zum aktuellen Zeitpunkt als "Kurzfilm", so dass man sieht wo das Wetter herkommt. In diesem Fall von Westen, also keine Gefahr.




Hier findet gerade zum 14. Mal der jährliche Schwimmmarathon mit gut 50 Teilnehmern statt. Wir schauen uns noch den Start in die 5000m,-Distanz an, dann ab ca. 16:30 radeln wir weiter.

Der 7%-Anstieg nach Rovinjsko Selo (ca 200 Hm) ist schmal und stressig mit viel Verkehr, bei erster Gelegenheit biegen wir ab und fahren weiter auf Radwegen und Nebenstraßen praktisch autofrei ans Meer. Ankunft ca. 19 Uhr. Der ausgesuchte Minicamp Mon Paradis ist winzig und komplett voll - aber wir dürfen auf einem kleinen Rasenstück quasi im Vorgarten der Rezeption aufbauen. W
Das w ar ein ziemlich staubiger und warmer Nachmittag, eine Runde schwimmen und eine Dusche wirken Wunder. Dann wie jeden Abend sauberes Gewand anziehen und Wäsche waschen. Von mir meist Hemd, Wollshirt, Radlhose oder Unterhose, Handtuch, Stirnband. Bis morgen ist das trocken. Später noch auf zwei Bier in die nebenliegende Havana Lounge, mit Jazzuntermalung.
Es gibt Matador vom Fass. Blick über die Bucht zum musikbeschallten Waterpark des großen Nachbarcamping Autocamp Vestar. Sehr cool, jetzt nicht dort zu sein.

 

Sonntag 05.08.2018
Rasttag Minicamp Mon Paradis (3 km)

 

Eva schläft etwas länger, ich hole Frühstück im Nachbarcamping. Lustig, hier sind viele Eichelhäher unterwegs.


Der Strand vom Nachbarcamping


Unser kleiner Strand


Das Rezeptionsplatzerl


Küche auf der Mauer: Arbeitshöhe!

Nach dem Frühstück am Tischlein der Rezeption gehen wir schwimmen. Wäsche waschen. Ich entdecke einen allgemeinen Kühlschrank und wir kühlen ein paar Getränke ein - ein Luxus beim Radeln!
Dann gemütliches Rasten, Hängematte und so. Zum Mittagessen radeln wir staubige 1,3 km weiter ins Agroturizam Mofardin - www.mofardin.hr Motto: "Nema Stressa".

Grillteller und Goldbrasse, dazu San Servolo (ungefiltertes Bier aus Buje) und Wein.


Ein lustiger Luster


Der Gastgarten


Schattige Platzerl zum Essen


Weltklasse-Espresso!

Danach gehen wir schwimmen, machen einen gemeinsamen Spaziergang zum Laden. Einkaufen geht dank Kühlschrank schon fürs Frühstück morgen, wir wollen früh los und bis Pula kommen.

Auch tagsüber sind die Eichelhäher unterwegs - und ich habe die Kamera mit!


Solarpaneel 15W und ein kleines USB-Multimeter, das funktioniert wirklich. Tagsüber lädt das Ding die Powerbank mit bis zu zwei Ampere pro Anschluss, jetzt am Abend schafft es noch 0,6 Ampere.


Auch hier fand sich ein Hängemattenplatzerl!

Abends können wir noch zahlen, kommen auf 50€ für zwei Übernachtungen. Angenehm: es kühlt auf fast 20 Grad runter.

 

Montag 06.08.2018
Minicamp Mon Paradis - Peroj - Fazana - Pula - Banjole - Minicamping Diana (43 km)

 

Auf um kurz nach sechs. Ich koche Frühstück (Eier inklusive) und Eva baut das Zelt ab. So sind wir um 8 schon unterwegs. Zuerst geht es 10 km auf Schotter südwärts ans Meer. Trinkpause in Peroj, dann den Strandweg nach Fazana. Weiter auf gemischt Schotter/Asphalt nach Pula (11:30). Es wird heiß. Nahe der Arena finde ich einen Fahrradladen wo ich das Lenkkopflager nachstellen kann und einen neuen Ständer kaufen - meiner bricht vor dem Laden.

Weiter radeln durch die Stadt, stressig sogar in der Fußgängerzone. Viele Leute. Sehr gutes Eis und echte Limonade genossen, dann die letzten 8 km oder so zum Camping Indija. Da ist es dann schon VIEL zu heiß, es ist gegen halb drei. Der Campingladen rettet mich mit seiner Klimaanlage. Wir kaufen eine halbe Melone, kaltes Mineralwasser und ein Packerl Chips. Finden schon ziemlich verschwitzt und halbzwider endlich ein Badeplatzerl und dann - aaaah ins Meer gesprungen. Super! Kleine Jause, schnell abgeduscht und dann Siesta, sogar mit Hängemattenplatz im Schatten!

Nach 18 Uhr radeln wir zur Rezeption um nach einem Platz zu fragen. Aber irgendwie werden wir nicht warm mit den angebotenen Plätzen.

Da war doch ein km vorher ein kleinerer Platz mit Pool? Diana? Da radeln wir hin, und es ist ein Volltreffer! Die Chefin führt uns herum, zeigt uns einen superschattigen Platz, und nach dem Duschen geht sich noch eine Runde schwimmen vor Poolschluss um 21 Uhr aus. Und zwei Lasko vom Fass vor Barschluss. Für jeden.

Abendessen: Picknick beim Zelt: Brot, Käse, Wurst. Fein! Dann noch alle Wäsche gewaschen. Zweite Leine spannen müssen, eigentlich eine Sturmleine fürs Zelt - zu viel Wäsche!

 

Dienstag 07.08.2018
Ruhetag Minicamping Diana (2 km.)

 

Während Eva Yoga macht, radle ich zum Frühstückseinkauf beim Campingladen von gestern, beim Bäcker und beim Gemüsehändler. Erstmals gibt es keine Portionspackungen Honig für unser übliches Joghurtfrühstück, sodass ich stattdessen Butter, Marillenmarmelade und einen Wecken Maisbrot mitbringe. Und blaue Trauben, Weinbergpfirsiche, Saft. Auch dieser Camping hat eine Kühltruhe, wo wir unser Zeug einkühlen dürfen. Super!

Heute Ruhetag am Campingplatz. Ich epoxiere den sich zerlegenden Kopfhörer, wir gehen ein paarmal in den superschönen Pool, Hängematte, lesen, Spaziergang zum nahe gelegenen Strand.

Abends sehr gutes Abendessen von Diana und ihrem Mann, gestern vorbestellt. Eva kriegt eine kleine Goldbrasse, ich einen Grillteller, dazu Salat und Lasko vom Fass. Am Pool machen Fledermäuse Flugshow. Fein.

 

Mi 08.08.2018
Ausflug Minicamping Diana - Pomer (31,5 km, zwischen 11 und 16 Uhr)

 

Ausgeschlafen.

Dann mit den Rädern in Richtung Kap Kamenjak aufgebrochen, für einen Tagesausflug mit leichtem Gepäck. Aber nach 1,5 km komme ich mit dem Hinterrad in ein Schlagloch und meine Sattelstütze bricht.

Zurück zum Camping. Mit dem Taxi fahre ich mit der defekten Sattelstütze zum größten Fahrradladen der Gegend, BRBSport . Dort kann ich eine ERGOTEC ALU mit dem heute seltenen Durchmesser 25,6 mm kaufen (heute haben fast alle Sattelstützen 27,2 mm oder mehr, aufgrund der stärker dimensionierten Aluminiumrahmen.
Wieder am Campingplatz stellt sich die Stütze als etwas zu dünn heraus. Mit Dosenblech kriege ich sie zum Halten. Dann fahren wir nochmal los, zuerst über immer schmaler werdende Schotterwege zu BRB zwengs Umtausch der Sattelstütze von 25,6 auf 25,8. Die passt jetzt. Nach ein paar Getränken im Ortscafe radeln wir weiter auf Straße nach Pomer. Unser Plan A für morgen stirbt, wir wollten auf den Autocamp Pomer siedeln, aber der ist inzwischen ein Glampingplatz - Mietzelte mit Obergeschoß, Küche, Klimaanlage.

Glamping, Baby - Camping mit Mikrowelle, Breitbandinternet und Klimaanlage

Wir machen eine kleine Siesta und verzehren eine Großpackung Cocktailtomaten, nachdem unsere letzten Wassermelonen schon etwas hinüber waren. Am Beginn des Verbindungsdammes gibt es eine kleine Fischbude , wo wir noch eine kleine Jause zu uns nehmen: Sardellen, Brot mit Olivenöl, frischer Salat. Gut.

Zurück am Platz fragen wir um eine Verlängerung - und können noch eine Nacht bleiben. Ab morgen ist unser Platzerl nämlich reserviert. Dann in den Pool, Wäsche waschen.

Abendjause: wir essen unsere Vorräte, unter anderem Ajvar, Maisbrot, Prsut, Käse und gehen gegen 22 Uhr ziemlich müde ins Bett. 1100 Kuna (ca. 150 Euro) lassen wir aufgerundet dort, ... für drei schöne Nächte, ein Abendessen, einige Getränke und viele Runden im Pool.

 

Do 09.08.2018
Minicamping Diana - Premantura - Kamenjak - Pomer - Pula - Camping Stoya (28,5 km)

 

Abschied vom Camping Diana. Der gestrig geplante Tagesausflug wird heute mitgenommen: auf kleinen Wegen erreichen wir die Kamenjak-Halbinsel, es gibt Kaffee und Eis in Premantura.


Radwege auf die Halbinsel Kamenjak


Blick runter zum "Glamping" und dem kleinen Damm mit dem Fischrestaurant bei Pomer

Dann Schotterwegerl zu einer Badebucht. Getränk bei der idyllischen Portich Beach Bar . Keine Dusche oder Wasser, nur Dixieklos. Im Gebüsch rattert der Generator, also gibt es kalte Getränke.


Eng geht es am Strand zu


Aber die Bar ist in Rufweite :-)

Dann machen wir in der Nähe in einem gut besuchten Kiefernwäldchen Siesta. Die Hängematte hänge ich erstmals unter mein mitgeführtes Tarp, um den den lichten Baumschatten zu verstärken. Auch die Wäsche kann jetzt fertig trocknen, in der Nacht war es zu feucht dafür.

Heute wollen wir noch nördlich in die Gegend von Pula, zum Camping Stoja. Los gegen 16 Uhr.

Etwa eine halbe Stunde und einige anstrengende km weiter haben wir Staub, Schotter und Badeverkehr hinter uns gelassen und suchen nach einem späten Mittagessen, da kommt wieder der Damm nach Pomer in Sicht. Heute passt das mit dem Hunger besser, und wir bestellen eine Fischplatte aus gegrillten Sardinen, Calamari und Miesmuscheln, dazu Salat und Kräuterbrot.

Sehr feines Essen! Mit Eiswasser in der Thermosflasche geht es gegen 1730 weiter, noch 20 km über Schotter und durch Pula, dann sind wir am Ziel. 28,5 km heute, aber die gingen in die Haxen. Da war einiger Grobschotter und ein paar Steigungen ...

Am Camping Stoya bekommen wir unkompliziert einen Platz zugewiesen, kaufen am Weg noch Zielbier im Market. Wir haben Glück mit dem Platz (Nr. 460), der ziemlich OK ist. Schattig aber hell, Kiefernnadelboden, mit Geländer und Bank nebendran, und Bäumen für Hängematte und Wäscheleine.

Kurz vor Sonnenuntergang steht das Zelt und wir schwimmen noch eine Runde. Geniale Küste mit hohen Klippen und tiefem türkisem Wasser. Sprung!

Dann duschen, Wäsche waschen. Das Waschhaus und die Außenwaschbecken sind belegt mit Warteschlange, aber eine Kabine mit Waschbecken ist frei und sauber, hat auch einen Bodenablauf. Also erledige ich die Wäsche dort und nehme anschließend eine "Wannendusche". Zielbier. Ende. 22:30.

 

Fr 10.08.2018
Camping Stoya - Bale Bucht - Camping Polari (38 km)

 

Früh auf, aber nicht früh genug, das Packen ist schon besonnt und damit schweißtreibend. Dann auf nach Pula, netten Kaffee am Rathausplatz genossen, weiter am Hafen entlang und über einen gscheit steilen Hügel raus aus der Stadt. Schotterwegerl und Nebenstraßen ohne Autokontakte nach Fazana. Beim "Re de Gelato" köstlich pausiert.

Dann über Mittag in die Bucht von Bale zwengs Siesta, über bremsenverseuchte Schotterwege ums Militärgelände von Barberiga herum.

Netten Platz am Camping San Polo gefunden für Schwimmen und Duschen und einen schattigen recht windigen Platz zum Rumhängen und -liegen. Im Market nebenan Jause gekauft. Brot, Prsut, Ajvar*, Mozzarella, kalte Getränke.

Weiter nach 18 Uhr. Nochmal schwitzen und strampeln, nochmal 8 km, die 30 üblichen km hatten wir schon vor der Siesta vollgemacht. Leider taugt mir der anvisierte Camping Ulika nicht, ist eher was für Hüttenmieter und Wohnwagenfahrer. Der einzig frei Stellplatz ist eben und schattig. Leider aber auch eine reine Schotterfläche ohne Möglichkeit etwas aufzuhängen. Das Restaurant ist auch voll gebucht. Schade.

Wir kommen dann recht müde im FKK-Bereich vom in Sichtweite gelegenen riesigen Camp Polari unter. Waschhaus dreckig, Dusche kalt, aber zum Zelten ein Traum! Ausklang im Grillrestaurant bei ein paar Ozjusko, Blitwa und Cesar Salad. Das repariert einiges. Wäsche waschen, schlafen gehen, Mitternacht. Scheint eine kühlere Nacht zu werden heute. Fein!
Ich finde noch eine bezahlbare Unterkunft mit Bad in Triest und buche sie auf booking.com. AirBNB hat sich für unterwegs zumindest am Smartphone als unbrauchbar rausgestellt - der Suchradius ist für Radfahrer viel zu groß, über 20 km im Umkreis werden Unterkünfte in der gewünschten Preisklasse und Ausstattung angezeigt. Oder man geht auf die Kartenansicht, dann kann man sich zwar etwas in der Nähe aussuchen, aber nicht nach Preis oder Verfügbarkeit filtern.

*Ajvar: kleiner Guide zum Kauf

Wir haben hier unsere Lieblingssorte wieder gefunden - viereckige Gläser "Bakina Tajna"mit einem Ajvar.com Anhänger, 300g. In HR gibt es die beim Supermarkt Plodine, daheim bei Interspar (Grannys Secret). https://www.kroatische-feinkost.de/Bakina-Tajna:.:244.html

https://www.ajvar.com/en/ ljuti = wütend, blagi = mild

 

Sa 11.08.2018
Camping Polari - Rovinj - Schiff nach Triest - Liberty Sul Golfo BB (10 km)

 

Morgens schwimmen gegangen. Da wir am FKK-Teil campieren ist das textil gesehen unaufwändig. Die meisten Sachen sind auch schon getrocknet. Bis auf mein Baumwoll-T-Shirt.

Zum Frühstück hänge ich mangels Sitzgelegenheit meine Hängematte im Schatten als "Schaukel" auf, Eva nimmt den Helinox Zero Sessel. Sehr nett dort: wir haben gleich neben dem Zelt einen Wasseranschluss.

 

Leider sind die Stromanschlüsse alle mit dreipoligen Euro-Steckern ausgestattet, aber dank voller Powerbank kein Problem. Wir rasten noch ein bisserl rum bis mittags, weil es sind ja nur etwa 6-7 km nach Rovinj. Gut dass wir unsere Zeit dort ausnützen, denn der Platz kostet stolze 55 Euro pro Nacht, weil trotz kleinem Zelt und Radl ein kompletter Stellplatz verrechnet wird. Uff.

Wir radeln am Strand entlang nach Rovinj, "erklimmen" die Stadt durch einen kleinen Park (schieben …) und finden uns bald vor dem geschlossenen KOMPAS Reisebüro wieder. "Back in 5 min" steht an der Tür, und wir kehren nebenan im Kaffeehaus ein. Leider nicht mit Blick auf die Tür, und es braucht drei weitere Versuche bis nach einer halben Stunde tatsächlich wer da ist.
Unser Problem: wir haben lediglich eine Vormerkung für unsere Tickets ("e-ticket") erhalten, müssen die richtigen Tickets aber noch ausdrucken lassen. Das dauert, weil die Leutchen dort unsere Reservierung nicht finden können (hatten im Juni gebucht und bezahlt).

Wir lassen das Problem dort und machen einen kleinen Stadtrundgang, kaufen ein paar Mitbringsel, machen Fotos und gehen eine Kleinigkeit essen.

Um 18 Uhr verlassen wir das superheiße Rovinj und freeuen uns auf die Bootsfahrt nach Triest - kann sein dass es feucht wird, wir queren ein paar Gewitterzellen laut App, aber es geht sich alles so aus dass unsere Radl am Achterdeck trocken bleiben. Im Boot ist es fliegermäßig, Sitzreihen, Klima, wir haben zwei Plätze nebeneinander was schön ist. Auch die Geschwindigkeit und die Geräuschkulisse ist fliegermäßig - das Tragflügelboot flitzt mit 60 km/h dahin!

Die Radl müssen draußen bleiben:

Das Boot kommt wohl aus Venedig, unverständlich dass beim nächsten Stopp in Porec die Polizei an Bord kommt und alle Pässe kontrolliert werden. Dann noch ein Halt in Piran, und nach zwei Stunden legen wir in Triest an.

Wir haben mit unserem Gastgeber einen etwas späteren Check-In ausgemacht, eigentlich wäre der nur bis 19 Uhr, aber unser Boot kommt erst um 20:10 an. Und dann komme ich drauf, dass es zwar nur knapp 3 km bis dorthin sind, aber 100 Höhenmeter mit bis zu 20% Steigung. Uff. Aber muss halt sein.
Ziemlich ausgepumpt nach 500 m schieben kommen wir an, das Haus Liberty Sul Golfo BB ist eine alte Villa von 1906 die komplett renoviert wurde - und unser Zimmer ist unter dem Dach. Nur noch drei Stockwerke mit allem Gepäck, dann sind wir endlich angekommen. Dusche! Klimaanlage! Und dank unserem freundlichen Gastgeber tatsächlich eine Flasche Peroni und zwei Becher und eine Flasche Wasser. Der weiß schon …

So wiederhergestellt (Elektrolyte!!) machen wir uns dann noch in unserem sauberen Reservegewand zu Fuß auf, runter in die Stadt, um etwas zu essen und zu trinken zu finden.

Wir folgen dem Rat von Roberto und werden kaum enttäuscht: das "Al Civicosei" bietet tolle "organic Pizza" und dazu ein nur mild enttäuschendes Craft Beer. Dann nochmal gemütlich und ohne Gepäck den Hügel hoch und - schlafen! 10 km geradelt heute.

 

So 12.08.2018
Liberty Sul Golfo BB - Triest Busbahnhof - Flixbus nach Graz (5 km)

 

Wir trödeln ein bisserl rum, frühstücken um acht, verlassen Punkt 10 Uhr zum spätest möglichen Zeitpunkt die supernette Unterkunft und bremsen runter ins Zentrum. In der Viale XX Settembre suchen wir eines der vielen Kaffeehäuser aus, gegenüber von der Gelateria Pasticceria La Siciliana . Und versitzen knapp zwei Stunden da, mit drei Bestellungen - unser Bus geht um 13 Uhr nicht weit von dort, und wir haben nichts anderes mehr vor.

Geschafft - glauben wir!

Am Busbahnhof wird es nochmal spannend: wir nehmen an, der Bus würde dort abfahren wo wir bei der Herfahrt ausgestiegen sind. Dort stehen auch zwei andere Flixbusse geparkt. Also laden wir unsere Räder ab und verstauen alles in den zwei großen Gepäck-Übertaschen. Aber außer uns wartet niemand dort-

Ich lauf dann noch ein bisserl rum und treffe zufällig einen Busfahrer an den ich fragen kann ob unser Bus eh dort abfährt - und die Antwort lautet nein - und das etwa 8 Minuten vor Abfahrt. Die Station ist etwa 150 m weiter in einem Gebäude, einem überdachten Innenhof. Na klass. Glücklicherweise lassen sich die Gepäcksäcke irgendwie aufs Radl schnallen und wir können die ganze Fuhre rüberschieben - und der Bus, der aus Venedig kommt, hat Verspätung! So geht sich alles aus.

Leider sind wieder alle Sitzreihen besetzt (zumeist mit nur einer Person) sodass wir getrennt sitzen müssen - bis das ein netter Mensch mitkriegt und anbietet den Platz zu tauschen. Sehr fein!

Die Fahrt ist ereignislos und angenehm, mit einer kurzen Pause in Maribor wo wir uns ein wenig die Beine vertreten - nicht zu lange, weil wir wissen, dass der Bus pünktlich und ohne weitere Warnung weiterfahren wird. In Graz kommen wir mit 10 Minuten Verspätung an, 17:35 etwa. Noch heimradeln, und das macht die 365 km dieses Urlaubs voll.

 

Reisepraktische Notizen

 

  • Jeder kroatische Camping bisher hatte Klopapier und Seife. Jedes Zimmer sowieso. Dementsprechend kann man weniger mitnehmen.
  • Jeder kroatische Bankomat bietet an bis zu 4000 Kn abzuheben, bricht dann aber ab. 2200 Kn gehen problemlos, 3000 Kn sind auch zu viel. Evt gehen 2500 Kn.
  • Hängematte: bestes Verhältnis Erholung zu Packmaß/Gewicht. Der kleine Campingstuhl bleibt nächstes Mal daheim (Chair Zero von Helinox, 500 Gramm).
  • Solar: Lädt eine kleine 5000er Powerbank in einem guten halben Tag hinten auf dem Radl. Damit wird das S5 neo 1,5 x voll. Das braucht bei einem Radltag unterwegs eine Auffrischung. 10000 mAh und schnellladefähig wäre ideal. Eine Prozentanzeige für die Ladung ist komfortabel.
  • Olivenöl und Salz war reichlich mit, könnte aber bei jedem Restaurant auf Nachfrage aufgefüllt werden.
  • Gasverbrauch lag bei 100g/Woche bei Frühstücksnutzung - 300 ml Kaffee, 700 ml Tee (mit Reserve für 1-2x Essen kochen). Wir kamen mit 2x 100g gut aus.
  • Man wäscht oft und viel beim sommerlichen radeln. Verbrauch ca. 70 ml Waschmittelkonzentrat flüssig (Sea2Summit Wilderness Citronella Wash. pH-neutral damit für Wolle geeignet. Und hilft ein bisserl gegen Insekten).
  • In Kroatien musste das Gepäck nicht wasserdicht sein - aber staubdicht. Die Rollverschlusstaschen haben sich bewährt.
  • Hat in der kleinen Reiseapotheke gefehlt: Kühlendes Gel für juckende Insektenstiche a la Fenistil. In Kroatien gibt es dafür "Kamagel" in jeder Apotheke!
  • Es ist super angenehm, endlich eine Kamera zu haben, wo der Akku IN der Kamera geladen werden kann. Danke Sony.
  • Ein Lieblingsfrühstück von uns kann man öfter wo kaufen: griechisches Joghurt. Ansonsten: Cvrsti Jogurt = festes Jogurt
  • Die gedämmte Therm-a-Rest ist mir im Sommer zu warm und zu sperrig. Werde mir etwas mit weniger Gewicht und Packmaß suchen.
  • Ziel für 2019: keine Lowridertaschen mehr. Zu oft bleibe ich mit den Taschen irgendwo hängen wenn der Weg schmal ist, außerdem wird der zur Verfügung stehende Packraum gerne ausgenützt und mein Gepäck war eh schon schwer genug. Lieber ein leichter Frontgepäckträger wo man bei Bedarf was aufladen kann (z.B Essenseinkauf oder Wassersack). Dann ist die Front normalerweise leicht und kann gut vor Löchern oder Stufen gelupft werden.
  • 2019 möchte ich auch ein neues Zelt. Wir waren mit einem klassischen 2-Personen-Alpinzelt unterwegs. Stabil gebaut für vier Jahreszeiten. Also zu klein, zu schwer (3,5 kg), und zu wenig Platz. Dementsprechend suche ich nach einem leichteren, kleiner packbaren 3-Jahreszeitenzelt für 3 Personen. Gerade wenn es warm ist sollte man sich ein wenig im Zelt bewegen können und auch mal ausstrecken, ohne gleich am anderen festzukleben. Und - mehr Durchlüftung sollte es haben!
  • Sportschuhe, Sandalen UND Flipflops sind Luxus. Werde mir Sandalen mit Zehenkappe zum Radeln besorgen.
  • Die alten Bärentatzenpedale drücken sich durch die Schuhsohle. Werde auf Plattformpedale umsteigen.
  • Armlinge mit Sonnenschutz würden Sonnenmilch sparen helfen und man(n) hätte nicht ständig nasse Hände und Lenkergriffe (meine sind aus Leder und werden dann rutschig)
  • Ein Tourenlenker statt dem MtB-Stangl wäre probierenswert. Jones?

 

Lieblingsgegenstände

 

  • Kleiner USB-Ventilator für die Powerbank ist unbezahlbar für die ersten 10 Minuten im Zelt!!!
  • Die Android-App OsmAnd hat super Radlrouting und tolle POI-Suche. In der Plus-Version unbegrenzte Kartendownloads, die man offline nützen kann (OSM).
  • Miniwäscheleine und Sea2Summit Kitchen Sink (Faltwanne zum Wäsche waschen) sind gut. Aber 5 m Wäscheleine sind knapp für zwei verschwitzte Radler ... und wir brauchen endlich vernünftige kleine Wäscheklammern.
  • Ein leichter Faltrucksack ist universell für Einkauf, Strand, Busfahrt, Stadtspaziergang. Da sollte neben der Lenkertasche auch eine Wasserflasche, Badezeug und Einkauf reinpassen. 28 Liter hat der verwendete IKEA Family Faltrucksack KNALLA.
  • Ein richtig großes Badetuch ist auch super fürs Umziehen, drauf liegen, duschen. Gibt es in Ultraleicht von Packtowl > "UltraLite Beach" Serie. Jeder hatte zusätzlich ein kleines Outdoor-Handtuch mit das salzig werden durfte.
  • Packing Cubes sind echt feine Packhilfen und der fürs Gewand taugt gut als Kopfpolster. Wenn man verschwitzt ist: T-Shirt oder Handtuch als Polsterüberzug verwenden.
  • Sudokrem für Reibstellen beim Radeln, wirkt. Hirschtalg oder Melkfett zur Vorbeugung auch.

 

Fazit

 

Nächstes Jahr wieder. Griechenland?

 

 

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