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Tenere - meine Story

Anschaffung 1987
 


Nachdem ich mein ersten Motorrad, eine Honda FT500, bis in die Osttürkei geprügelt hatte, war ich mir recht sicher dass ich doch eine Enduro wollte. In Montenegro hatte ich im Jahr zuvor auf übler Schotterpiste eine Erscheinung gehabt: da kam mir eine Tenere entgegen, besetzt mit zwei Leuten und Gepäck, die fuhr einfach durch die Löcher durch, unbeeindruckt, um die ich meine durchschlagende und zu lang übersetze Gurke herumbugsierte.
Jetzt war mir klar: so eine wird es. Zum ersten und einzigen Mal in meinem Leben kaufe ich im Herbst 1986 ein ladenneues Motorrad. Zu einem guten Preis, denn die 3AJ war schon im Lladen, und das Vorjahresmodell mit dem schlechten Ruf musste weg. Die 600er 1VJ-Modelle hatten Überhitzungsprobleme, aber "meine" war schon die zweite nachgebesserte Version. Verstärkte Ölpumpe, feinverzahnte Ausgangswelle, und außerdem war es die steuersparende Österreichversion mit 38 PS und 500 ccm, und somit noch ein Stück vom kritischen Bereich weg.
Nachdem die Yamaha im Herbst 1987 gekauft wurde war über den Winter Zeit für Alukofferbau und Gepäckträger schweißen (lassen).

Norwegen 1988
 

Die erste Reise ging mit Schulfreund Martin nach Italien, einige Tage in einem Genuatief mit praktisch ununterbrochen Regen zeigten dass die Koffer dicht waren. Also auf nach Norwegen, das war der Sommerurlaub 1988, mit meiner Schwester Heidi.

Dreieinhalb Wochen, und jeden Tag Regen ... hier mal trocken beim Ölwechsel

     
     
    Die Sahara-Idee kam auf, als wir uns eine Hütte mit einem deutschen MZ-Fahrer teilten. Der war mit seiner 251er ETZ in Algerien. Die Vorstellung einer Wüstenreise waren im verregneten Skandinavien sehr verlockend, und so reifte ein Plan.
Algerien 1989  

Die Tenere wurde wüstentauglich umgebaut. Das Fernreisebuch von Thomas Trossmann kannte ich bald auswendig. Eine Studienkollegin war bereit das große Abenteuer Afrika mit mir gemeinsam zu wagen. Der vordere Fender wurde geschlitzt für mehr Kühlluft. Ölthermometer, kurze Übersetzung, längeres Bilstein-Federbein mit verstärkter Feder, ein Satz Michelin Desert. Das wars so ungefähr. Die Algerienreise dauerte knapp zwei Monate und ist hier nachzulesen: [Algerien 1989].

     
     
     
   

Im Jahr darauf war ich nochmal in Afrika, diesmal mit Freundin Gerda am Sozius. Durch die verschneiten Alpen von Salzburg nach Genua, dann per Schiff nach Igoumenitsa. Zwei Tage durch Griechenland, dann per Schiff von Piräus über Zypern nach Haifa/Israel und am Landweg nach Ägypten. Gerda fliegt nach Kairo, und wir drehen eine Runde übers Niltal runter bis Luxor und am Roten Meer wieder hoch. Dann den ganzen Weg wieder zurück ... die Tenere ist zwar an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit (speziell bei Gegenwind oder gar Sturm) aber hält durch.

Dann kommen einige Jahre ohne Tenere im Urlaub. Einige Fahrradurlaube mit Zelt, ein Sommer in Australien mit Auto und Radl, dann lerne ich meine Frau kennen mit Töchterlein und die Tenere wird nur noch für Kurztrips gefahren - die meisten Kilometer macht ein altes MZ-Gespann mit dem wir halb Europa "erfahren". Aber die Wüste lockt noch immer ... Mit gut 70.000 km wird die Tenere am Studienende nochmal flott gemacht, und mit drei Freunden geht es für 4 Wochen durch [Libyen], im Jahr 2000.

     

     
   
     
     
   
     
   

Bei einer Ausfahrt verunglückt meine Frau kurz darauf mit ihrer XT500 und fährt trotzdem - gerade genesen - im Sommer nochmal mit mir mit dem Motorrad auf Urlaub. Die Tenere und die XT500 knattern durch Süditalien, mit Tochter Anna hintendrauf. Aber die Angst fährt mit, Eva freut das Fahren nicht mehr sehr.
Dann kommt 2001 Nachwuchs, und ein zweites Gespann. Ein- oder zweimal im Jahr fahr ich mit Freunden auf der Tenere ein paar Tage weg, grad genug das sich das Pickerl machen lohnt.
2004 kaufen wir ein altes Haus, und über den ganzen Arbeiten bleibt kaum Zeit für Fahrzeugwartung. Irgendwann ist die Tenere tatsächlich das einzige Fahrzeug das noch läuft ...

     
Ausfahrt 2004  
     
Ausfahrt 2005  
     
Unglücksjahr 2006   2006 dann zwei Tenere-Unglücke. Einmal verliert das Mopped während der Fahrt die Ablassschraube vom Öltank. Das geht zwar sturzfrei und dank schneller Kupplungshand auch ohne Komplettmotormüsli, aber der Motor macht ein Geräusch ... Kolben oder Pleuel kommen bald mal. Nach Algerien hatte ich das erste Übermaß eingebaut, nachdem der Kolben einige kleine Fresser aufwies - der Choke war gesteckt und der Motor unter Last längere Zeit sehr fett gelaufen. Vor Libyen wurde der Kolben kontrolliert, aber da war noch alles im Maß. Nach Lybien war der fünfte Gang fällig, bei knapp 80.000.
Und jetzt das, bei 92.000 km etwa.
     
   

Trotzdem, eine Fahrt geht noch. Wir geben Paul bei Freunden ab und wollen uns ein paar Tage in Kärnten und Norditalien vergnügen, Eva hintendrauf. Weit kommen wir nicht, auf der Autobahn bei Völkermarkt fahr ich die Tenere seitlich an eine Betonmauer. Eine blockierende Lenkung ist mir in Erinnerung, mehr nicht, es ging recht schnell. Eventuell hatte sich ein Teil vom Zündschlüssel verklemmt, oder der Sperriegel vom Lenkschloss ist eingewandert, oder eine Windböe oder ein Platten, jedenfalls war eine Korrektur nicht mehr möglich und wir kommen zu Sturz. Bei beiden erwischt es die rechte Hand und wir sind zwei Monate rekonvaleszent. Die Tenere wird heim überstellt und im Garten geparkt.

Das war es dann mit gemeinsamen Motorradurlauben, Eva mag nicht mehr. Wir kaufen 2007 einen Geländebus und fahren mit dem in unsere Urlaube. Die Tenere verrottet im Garten, weil inzwischen hab ich Evas Unfall-XT für mich hergerichtet. In Rumänien, Albanien, Kroatien, und bei anderen Gelegenheiten macht sie viel Spaß. Und das Abenteuer finde ich beim Wintergespannfahren mit dem Zelt. Aber mir ist klar: irgendwann wird die alte Tenere wieder auferstehen. Ich besorge nach und nach einen Ersatzmotor und die paar Sturzteile, aber irgendwie fehlt immer der Anlass sie herzurichten. Dann komme ich innerhalb kurzer Zeit zufällig um wenige hundert Euro an zwei Teneres mit gleicher Geschichte: Zuletzt 2006 gefahren, dann nach dem Winter nicht mehr angesprungen, nicht drum gekümmert, und 7 Jahre später muss die Garage geräumt werden und das nicht fahrbereite verdreckte Mopped muss weg. Also her damit. Nachdem jetzt drei Teneres den Garten blockieren muss ich es mal angehen.

Dann kommt der Anlass: Richard sucht Mitfahrer für einen Islandurlaub. Quasi Wüste, Sand, Piste, dafür wurde das Mopped gemacht. Martin will auch mit. Also los.

Die Tenere wird komplett gestrippt, ich entdecke einen Rahmenriss und einen gebrochenen Gepäckträger. Könnte Unfallursache oder Unfallfolge gewesen sein? Nach fachmännischer Schweißung wird der Rahmen neu gelackt, mit RAL 5005 "signalblau", das kommt recht gut an den Originallack ran.

Ausgetauscht werden Zündschlossmechanik, Vergaser, Motor, Vorderbremse, ein paar Kleinteile, Kettensatz, Kettenschleifer von KTM. Der Gepäckträger wird komplett überholt, verstärkt, lackiert, und an die XT-Koffer angepasst. Die sind kleiner als die alten Tenerekoffer, die inzwischen längst fürs Gespann adaptiert worden waren. Im Mai 2013 ist dann Pickerl und Probefahrt. Und es fühlt sich gut an ...

Es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten und neuer Tanklack, aber sie macht schon Lust:

 

     
Islandreise 2013  

Einziges Problem: Fehlzündungen bei Autobahngeschwindigkeit. Traten nur auf der Anreise zur Fähre auf und lassen sich später auf lockere Zündspulenstecker zurückführen (Fahrtwind). Ansonsten eine problemlose Reise!
Islandbericht

 

 

   

Der Tank hatte es oberflächentechnisch nach einem Monat mit Tankrucksack und Sand hinter sich. Eine schnelle Lösung musste her - zum Henneburgbesuch 2014 kam Kunstfell auf den Tank. Ansonsten nur Wartung.
Und ein neuer Drehzahlmesser, der alte hatte sich zerlegt.

 

   

Seitdem wird die Tenere als Hauptmotorrad bewegt, wenn nicht gerade Winter ist. Einige Motorradwanderungen (Albanien, Westalpen, Slowenien/Kroatien, ) und Treffenbesuche (Sölk 2015,Tschechien 2016, Sölk 2017).

Aktuell Ende Mai 2018: km 110.800

     
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