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Tauerntreffen Nr. 13

28.01. - 31.01.2016

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Funny English G00GLE translation


Edelrautehuette (1725m)



Ich verwende viele Bilder von anderen Treffenteilnehmern, die mir dafür zur Verfügung gestellt wurden. Leider kann ich die zeitliche Zuordnung oft nicht

vornehmen, deshalb sind die Bilder thematisch ausgewählt und passen zeitlich nicht immer ...

 

Copyright: Sämtliche Bilder sind Eigentum des Übersenders und dürfen ohne dessen ausdrückliche Einwilligung nicht anderweitig verwendet werden.


Prolog
 

         

Heuer findet das 13. TT statt ... vor gut 14 Jahren waren Uwe und ich frustriert vom Treffen auf der Augustusburg heimgefahren. Kaum Schnee, massenhaft Leute und noch viel mehr Besucher, irgendwie war es nicht das, was wir uns unter einem Wintertreffen vorstellten. Als wir durch die wunderschoene verschneite Landschaft der Zentralalpen fahren, beginne ich nachzudenken ... man könnte doch ein eigenes Wintertreffen ... aber wo ?

SCHNITT

Es ist warm, in der Höhe hat es getaut (60 cm Schnee sind WEG) - und wieder gefroren. Die Straße zur Hütte scheint eine komplette Eispartie zu sein. Kay ist auf Winterurlaub auf der Hütte und schickt uns Livebilder:

Das wird hart. Ich packe kurzfristig um. Nehme nur meine Spikesstiefel mit. Und alle Schneeketten die ich habe, zum Herleihen. Das Schiradl bleibt daheim, für sowas ist es absolut ungeeignet.

Heuer habe ich auf der Lastenplattform zwei Aluboxen, sehr nobles Packen ist das:

Alex kommt vormittags und holt die Panuki ab. Er wird am Freitag zu uns stoßen.

Vor wenigen Tagen erst wurde das Mopped wieder auf die Straße gebracht, leider aus Zeitmangel ohne Beiwagen:

Mein SR-Gespann wurde nach dem letztjährigen Motordiseaster zu lange ignoriert und straft mit allgegenwärtigem Gammel. Das wird quasi ein Neuaufbau über drei Wochen ... hier unter anderem zu sehen: ein zu entsorgender Bremskolben mit Lochfraß, ein Fächerschleifer um überhonen des Bremszylinders, das zweimutterige Haus eines Kupferwurmes, Universalbindedraht "mittelfest" und Silikonöl. Und das war nur was am vorletzten Tag vor der Abreise noch passierte ...

Grauenhaft ... war aber noch dicht und funktionierte bis zum Schluss.

Die Feststellbremse bekommt noch eine verbesserte Kulisse. Hier im Rohbau vor der Lackierung:

Gepackt ist Mittwoch vormittags trotzdem irgendwie alles. Und dann geht es los, über's Gaberl mit Uwe und Phil.

Die Auffahrt nach Hohentauern ist - wie die gesamte Fahrt - schneefrei. Es taut den ganzen Tag, mein A4 Kombi ist eigentlich zu warm. Die Knepta macht leider Probleme, von einem undefinierbaren Motorgeräusch über Start- und Hitzeprobleme bis hin zu fehlendem Öldruck wirkt das Mopped leider etwas neben der Spur. Die XR600 und mein SR500-Gespann laufen erfreulich störungsfrei und machen Spaß.
Runter zum Pfahlbaudorf ist immer noch kein Schnee auf der Straße, erst ab der Maut wird das was. Trotz Eiswarnung versuchen wir es zuerst ohne Ketten - und kommen erfreulich problemlos bis zum Zeltplatz hoch. Nach Abladen einigen Gepäcks wird dann der Hüttensturm begonnen, und nach 30 Minuten mit dem Anlegen einer Kette am Hinterrad gewonnen - damit geht es ganz einfach. Ohne Kette sind wir immer 100 m vor der Hütte mit durchdrehendem Hinterrad stehengeblieben.
Nach einem herzlichen Willkommen und einem wunderbaren Abendessen knattern wir wieder runter und stellen das Zelt auf, räumen ein bisserl herum, und gehen gegen Mitternach zufrieden schlafen. Einige Leute haben inzwischen abgesagt, aber alles bewegt sich im üblichen Rahmen. Es hat knapp unter Null, die Nacht wird wunderbar klar und ruhig.

 


Donnerstag
 

         

Tagwache gegen halb acht, das Bier will raus. Dabei war es doch gar nicht so lange drin? Das verstehe wer will. Meine Pläne, für einen schnellen Kaffee zur Hütte zu knattern, werden durch wunderbares Fotolicht und Bärbels Weißwurstfrühstück im neuen Häuschen vereitelt.

Holidays on Ice:

Bis jetzt da: Bärbel, Erik und Katharina, und wir.

Unser Heim für die nächsten vier Tage:

Auffi muass i:

Dann Zeltplatz ausstecken und abbandeln, und die Anmeldestation klarmachen und und und.
Uwe zangelt mit Bärbel den Vormittag über und findet zwei mögliche Ursachen für das Kneptaproblem: eine magnetisch verwirrte Hallgeberzündung (viel zu wenig Schließwinkel für den rechtzen Zylinder) und ein fertiges Lichtmaschinenlager. Hurra!
Phil fährt - nur mit Spikes - seine Solo-Honda zur Hütte hoch.

Weiter richten wir unser Lager ein, mit Samowar und Grillstelle, während Martin in Hohentauern unserem Spanier Tosko hilft, Schneeketten auf die Transalp PD06 zu basteln - das endet mit Änderungen am Gepäckträger, der Auspuffaufhängung und dem Entfernen des vorderen Schutzblechs. Aber dann geht das, Tosko fährt langsam den Berg rauf, und ich bringe Martin und Gepäck mit dem Gespann hoch.

Inzwischen hat die Gemeinde die Mautstraße an kritischen Stellen geschottert, an anderen übernehmen das eh die grabenden Gespanne. Die Eisdecke, morgens noch spiegelblank, wird zunehmend rauer und aufgebrochener.

Die erwartete Rollerpartie auf dem Weg zum Elefantentreffen kommt problemlos den Berg hoch. Thomas (Gatsch.Hupfa) ist begeistert. Er ist wieder mit seiner Ex-Polizei-Boxer-BMW da und fährt uns mit nur einer Kette am Hinterrad allen um die Ohren dass es kracht.

Für den kleinen Hunger zwischendurch wird der Grill angeworfen, mit Restholz vom Vorjahr. Die Bretter dienen als Windschutz, denn es ist fallweise zugig:

Die Gemeinde hat eine ausgeliehene Ampelanlage zum Zeltplatz gebracht, bereits fertig funktionierend. Einzustellen gibt es nichts für uns, es wurde nur die Streckenlänge eingegeben und den Rest macht das Ding automatisch - vier Tage lang. Klasse. Und bei so einer gewohnten, offiziellen Ampel bleibt jeder schon fast automatisch stehen.

Welsh Mark on his Harley Rotax combination:

Tosko came riding from Barcelona:

Ausweichpanne:

Warnschild zur Verhinderung von Ungemach im Wald:

Koarrl, stolz und wyrdig!

Rollerschar vor der Auffahrt:

Einige Kontrollfahren, Wasserholfahrten und so später holen wir die Wirtstochter Chrissy bei der Mautschranke ab, dann wird gekocht. Huhn mit Kohlsprossen und Zwiebeln in meinem neuen Alu-Dutch Oven, und eine feine Suppe aus den Resten.

Gegen Ende des Lagerfeuerkochens und Essens, wir sind schon beim Glühwein, kommt eine Anfrage aus Hohentauern: Pat aus Irland hat ein Problem mit seiner Beiwagenradnabe, wo ein Lagersitz gebrochen ist.
20 Minuten später stehen 6 oder 7 Gespanne vor dem Sonnhof, und mögliche Lösungen werden durchdiskutiert. Wir werden morgen unser Glück in Möderbrugg versuchen, und bis dahin eine Drehbank auftreiben für eine brauchbare Reparatur.

Hier ist der komplette Lagersitz samt Lager aus der Felgenzentrierung gebrochen. Das 6205er Lager mit außen 52 mm war schlicht zu groß, die Wandung im Stahlguss nur mickerige 1,5 mm stark:

Abends ist der Parkplatz vor der Hütte richtig richtig voll. Und es tut gut, so viele glückliche Menschen zu sehen. Es mag am Parkplatz keine geschlossene Schneedecke sein, aber das Ambiente ist durchaus winterlich, auch wenn Mark mit demonstrativer Härte in Shorts und T-Shirt rumläuft.

Gegen Abend macht er das definitiv nicht mehr. Da sind Zeltöfen und Grillereien in Betrieb.

Ein Versuch von Neulingen, den Platz mit Musik zu beschallen, beendet Richard mit einem kurzen und anscheinend ausreichend deutlichen Gespräch. Danke dafür!
Ein schöner erster Treffentag ist fast rum. Die Knepta ist zu ihrer alten Form aufgelaufen, springt super an und leistet 120 Prozent. Meine SR detto, es ist echt eine Freude. Nur eine Schneekette ist angeknabbert, am Bremsgegenhalter der Schwinge. Aber es ist Reparaturmaterial vor Ort.

 


Freitag
 

         

Ich geh mit Falk zu Fuß hoch, frühstücken. Es schneit ein wenig, und vom runden Tisch aus lassen sich gut Vögel und Eichkatzerl beobachten, die hier Futter bekommen. Da wir um halb zehn bei Pat sein wollen, fahre ich mit einem Weckgetränk runter zum Zeltplatz - Coffee to go von der Edelraute, Uwe Edition! Damit ist der Kerl gut auf die Beine zu kriegen (wer nicht?).

Vormittags fahren Uwe, Phil und ich mit Pat zu Allrad Horn nach Möderbrugg. Wir hatten etwas Regen befürchtet, aber kaum ist man aus der Schneewolke raus hat man Superwetter, inzwischen ist hier praller Sonnenschein.

Die Werkstatt ist mir von einem Freund empfohlen worden, der uns auch hier angekündigt hatte. Hier wird noch an Autos gearbeitet mit Herz und Verstand, und nicht nur Teile getauscht.

Der Hammer ist aber die alte Schmiede, in der auch die von uns gesuchte Drehbank steht, ein polnisches Werkl.

 

Herr Fussi zaubert einen neuen Lagersitz tiefer in die Nabe, für ein neues, schmaleres 6005er Kugellager, das wir bei der ehemaligen Molkerei bekommen (heute Lagerhaus). Der Außendurchmesser liegt hier nur bei 47 mm, das ergibt eine neue Wandstärke von 4 mm statt vorher 1,5 - zudem zum Großteil in die volle Nabe eingelassen. Das Lager ist etwas schmaler (12 mm statt 15 mm), und entsprechend werden Distanzstücke angepasst beziehungsweise angefertigt, damit das auch alles auf die bestehende Achse passt - die ist ja noch im 20 km entfernten Hohentauern am restlichen BMW 1150-Gespann..

Das neue Lager samt Distanz vor und nach dem Einsetzen. Ein kleiner Zentrierbund für die Felge wurde stehen gelassen, und die Lager mit Loctite eingeklebt.

Inzwischen wird vor der Mautstraße fleißig gearbeitet:

Nach Rückgabe eines glücklichen Iren in Hohentauern fahren wir etwas verspätet, aber großteils auf Schnee- und Eisfahrbahn zur Bergerhube. Da sind einige schon wieder aufgebrochen. Wir verzehren mit den übrig gebliebenen köstliche Suppe und Würste von den hiesigen Hochlandrindern.

Dann auf eine stille Minute zu Herberts Grab, und auf einen Kaffee zu Gerti. Einkauf und tanken in Trieben, dann ohne Ketten hoch zur Edelraute. Geht.

Inzwischen auf dem Platz: Die Elchsloch-Combo ist da, samt Silke und dem Schmuddeligen:


Bild © Thoeny

Heilige drei Könige usm Ländle - und Undine als pillion rider:


Bild © Thoeny


Bild © Thoeny

Und tapferste Rollerfahrer, auf Achse von Triest oder Genua oder Pisa ...


Bild © Thoeny

Das Seitenwagen-Schutzblech braucht danach ein paar neue Schweisspunkte, aber wir sind ja ausgerüstet! Das wird gleich erledigt, samt Lackierung.

In der Hütte ist heute der stärkste Abend, beide Stuben sind in Vollbetrieb, wir sind hin und wieder auf ein Getränk oben und verbringen den Abend ansonsten unten am Zeltplatz.

Die Ampelanlage wird viel gelobt! Sie erleichtert unser Leben schon enorm, lediglich die Phasen könnten etwas länger sein.

Wir kochen auf dem Holzfeuerchen Tee und Glühwein, und Uwe Wüst hat wunderbarstes Gulasch für viele Leute mitgebracht. Alex ist inzwischen auch da, hat die Pannonia auf den Berg geritten, solo. Infolge nicht so tollen Reifenmaterials (er wollte ja eigentlich mit Beiwagen kommen) nicht ganz ohne Bodenkontakt.

Abendliche Kontrollfahrten. Gompho erwischt es in einer Kurve. Das brave MZ-Gespann erleidet einen Lenkerbruch. Also, äh, einen Bruch der Lenkstange. Der LENKER, nämlich Urban, ist völlig intakt geblieben.

Die gebrochene Lenkeraufnahme wird mit bestem Material geschient: Mercedes Benz bürgt für Qualität und wird Urban heimbringen:

         

Samstag
 

         

Heute mit dem Gespann hoch zum Erstkaffee. Fotos von aufbrechenden Italienern:

Die Piraten aus Frankreich sind gaaaanz langsam hochgefahren. Vermutlich wollten sie uns nicht erschrecken.

Heute sind viele Schitouristen unterwegs. Der Restparkplatz füllt sich schnell. Sehr schnell.

Ein paar Bastelanregungen zum Thema Windschutz:

Und Jims neues Werk, Gespann in Heimarbeit:

Das allgegenwärtige SIGA Rissan, hat mir einer vom Fach verraten, gäbe es mit denselben Eigenschaften für Sichtfassaden auch in freundlichem SCHWARZ.
Hier der Link: http://www.siga.ch/de/produktuebersicht/detail-wigluv-black.html

Und er hat mich auch gewarnt: diese Bänder sind als letzte Reparatur zu betrachten, zum Entfernen bleibt praktisch nur große Hitze oder die Flex. Abziehen ist nicht möglich ...

Hier das schönste anwesende SR500-Gespann, das Worscht von Thoeny!

Die schmuddelige Tauern-Tenere ist heuer besilkt!

Zum x-ten Mal ist wieder eine Harley am Tauerntreffen. Leider wurde an der Schneekette gespart, und so dauerte die Auffahrt mehrere Stunden.

Schluss mit lustig: oben ist es VOLL! Alle paar Minuten kommt ein Auto hoch, alle wollen zum Schnee. Der Parkplatz wird komplett verparkt, und als es auf der Hütte auch noch eng wird sperren wir nach Rücksprache mit der Edelraute die Zufahrt.

Der Stephan hat jetzt ein triumphales Gespann. Es gefällt ausnahmslos jedem, mit dem ich gesprochen habe. Und das ist selten.

Winterlich? Doch!

Urban und Peter sind unsere talwärtigen Nachbarn. Es gibt kaum schöneres!

Vier Meter bayerische Manneskraft: die Schmitts:

Thomas flickt ein Federleck am Schlafsack:

Uwe freut sich:

Zufriedene Flachländer: niederländische Sonnenanbeter:

Lieblingsbild:

Gompho. Wieder fit:

Sepps flotte Ural, schon gepackt.

Küche mit mehreren Kochfeldern und fließend Heißwasser ... Vormittags machen wir heute lange Frühstückerei vom Grill: Ham and Eggs, Würstl, Paprika.

Ausweichküche nebenan:

Kleine Aufregung zwischendrin: der Jäger hat Gespannspuren auf einem der abzweigenden Forstwege entdeckt, die bis zu einer Wildfütterstelle führen, und stellt mich deswegen zur Rede. Keine allzu tolle Situation. Ich verspreche nachzuforschen, und wir sperren den Weg, der etwa auf halber Länge der Mautstraße eben in den Wald führt, mit Flatterband nochmal extra ab. Hm.

Kaffeefahrt runter auf gut 900 m Seehöhe. Michael, Uwe, Alex, Phil und ich nehmen ein bisserl Auszeit vom Treffen. Zu meiner großen Freude hat die Wirtstochter Chrissy gestern während meiner langen Abwesenheit, als ständig Leute nach mir fragten wegen Aufklebern und Aufnähern, die Initiative ergriffen und begonnen, die nachgefragten Sachen aus meinem dort deponierten Koffer zu verkaufen. Das erleichtert mir das Leben enorm, so kann ich mir meine knappe Zeit besser einteilen und muss nicht an mehreren Orten gleichzeitig sein, was ja extrem schädlich für den Astralleib sein soll

Jurtenbesichtigung. Das wär auch was fürs Tauerntreffen ...

Parkplatz in Hohentauern. Hier begann üblicherweise die Schneefahrbahn ...

Wieder am Platz: der Zeltplatz leert sich bereits ein wenig, viele wollen wohl noch vor dem angekündigten Schneefall heute Nacht runter vom "Eisberg".

Abends erfolgt wieder Strom- und Geräuschsuche an der Knepta.

Uwe fährt zur Hütte hoch. Wir wollen etwas später folgen, aber da scheint es einen größeren Stau zu geben, so dass wir zweimal umkehren und beschließen, etwas später wiederzukommen. Dann rollt die Knepta geräuschlos vor's Zelt, Uwe hinkt herein mit den Worten "ois hin" und legt sich auf sein Feldbett.

Er schildert später, wieder gut daheim, was passiert ist:
" Bei der Ausfahrt am Samstag zu Kaffee und Kuchen beim Gernot wurden vom Ingenieur und mir eigenartige Knarzgeräusche vom Limaantrieb oder der Lichtmaschine selber vernommen. Nach eingehender Beratschlagung wurde beschlossen, am Zeltplatz die gesamte Lichtmaschinenkonstruktion zu entfernen und näher zu beäugen. Während Schwester Bärbel und ich diesen Eingriff vornahmen, transportierte der Ingenieur die Kneptabatterie zum Laden in die Werkstatt oben bei der Hütte. Zu Testzwecken wurde eine kleine 12 Volt Batterie mit Hilfe von Krokodilklemmen an das Netz der Knepta gehängt und das System ohne und mit Lichtmaschinenantrieb getestet und diese Komponenten für in Ordnung befunden. Erst mit montierter Lichtmaschine war das Geräusch wieder hörbar, was auf ein angegriffenes vorderes Lager geschoben wurde. So wurde die Knepta wieder zusammengebaut und beschlossen, hochzufahren, um die große Batterie in der Werkstatt wieder zu implantieren. Da die Verbindung der Krokoklemmen an der Batterie und am Bordnetz nicht 100% vibrations- und schlagsicher war, übernahm der Ingenieur im Boot die visuelle Kontrolle der Klemmungen und ich wollte die Knepta möglichst schonend nach oben bringen, um nicht plötzlich stromlos hängen zu bleiben, weil ein Wenden auf Glatteis eine ziemliches Problem darstellen kann, bin ich doch am Tag der Anreise 30 m ohne irgendeine Kontroll- oder Einflußmöglichkeit rückwärts gerutscht.

Die Scheiblalm, die die Knepta im Laufe des Treffens mehrmals ohne Probleme auch ohne Ketten gemeistert hatte, wurde so mangels Geschwindigkeit zum Verhängnis. Ich versuchte noch am rechten Wegrand das letzte gröbere Schnee-Eisgemisch zu nützen aber irgendwann war der Vortrieb Geschichte. Mit Grip gegen null rutschten die Knepta, der griplose schiebende Ingenieur und ich rückwärts, am hängen gebliebenen griplosen Bärbel vorbei, um dann mit dem linken Koffer an einer Schneestange einzufädeln und stehen zu bleiben. Ich stieg ab und wir versuchten die Knepta von der Stange zu lösen, um zu wenden und einen zweiten Versuch zu starten. War unmöglich weil wir weder Grip noch Kraft hatten das Werkl etwas bergan zu bewegen um die verkeilte Stange zu entfernen. So versuchte ich die Stange abzureißen um die Knepta zu befreien. Das gelang und das Glump setzte sich schlagartig, rückwärts in Bewegung. Das Vorderrad vom rutschenden führerlosen Eisenhaufen schlug dann, während ich noch in der gesamten Bewegung irgendwie aufs Moped zu kommen und der Ingenieur es irgendwie zu halten versuchte, nach rechts ein und die Knepta rutschte und rollte quer zur Straße, Seitenwagen am Berg, Richtung von oben gesehene linke Straßenseite. Durch den wenigen Schnee ragten dort ein paar Steine und Felsen aus dem Boden. Scheinbar kam das Beiwagenrad auf so einen Stein und wurde schlagartig nach oben katapultiert. Ich war noch nicht am Sitz und hatte erst eine Hand am Lenker, so kwasi Passagier, als das ganze Werkl über den eingeschlagenen Lenker, den Überrollbügel und den Koffer drüber nach unten kippte um dann mit einem unglaublichen Krachen und Knirschen mit dem Boot über mir liegen zu bleiben.

Eine Beule am Kopf hab ich vom Bodenblech vom Boot, die Schulter hat vermutlich der Bootrand erwischt und die Hüftprellung stammt vom Aufprall aufs Eis. Schlimmeres hat vermutlich der Überrollbügel verhindert."

Wir schauen uns das ramponierte Mopped an. Drehzahlmesser und Spiegel sind hin, Blinker und Kupplungshebel ab, Drehlicht und Antenne Geschichte. Der Außenkoffer ist ziemlich verbeult. Alles was beim Überschlag aus dem offenen Boot gefallen war, liegt bunt im Seitenwagen. Strukturell scheint aber nix zu fehlen. Nichts tropft, nichts scheint gerissen oder gebrochen an Motor, Rahmen oder Rädern. Immerhin.

Uwe will erstmal nur liegen, hat er doch nach 10 Minuten Kampf mit den anderen gemeinsam noch seine Knepta geborgen und selber runterpilotiert. Der Knabe ist komplett fertig. Wir überlegen schon mal, wie wir ihn, sein Gepäck und schließlich die Knepta vom Berg runterkriegen.

Eine Stunde später: Uwe geht mal pinkeln, schmiert sich ein paar Stellen mit Traumeel ein, und legt sich in den Schlafsack. Inzwischen werkeln viele hilfreiche Hände an der Auferstehung der Knepta. Der Kupplungshebel wird geflickt, der Strom wiederhergestellt, die Unfallstelle nochmals nach Teilen abgesucht, die Baustelle beleuchtet usw.

Irgendwann steht Uwe auf und zieht sich an. Man merkt dass es wehtut - aber die Knepta MUSS laufen. Die geladene Batterie wird gebracht, ein wenig gezangelt, und der Motor springt auf den ersten Kick an. Unglaubliches Eisen, die lag zehn Minuten auf dem Rücken. Kein Öl ist ausgeronnen, nicht einmal Sprit fehlt. Licht an, auf grün gewartet, und Uwe prügelt die Dnepr mit genug Schwung für ZWEI Auffahrten mit brüllendem Motor über die Scheiblalm rauf zur Werkstatt. Dort wird sie erstmal trocken eingestellt, damit das Elend nicht nachts auch noch eingeschneit wird, und man das morgen bei Licht alles in Ruhe sortieren kann.

Uwe geht es jetzt auch mental deutlich besser. Er grinst, holt sich noch ein paar Elektrolyte in der Hütte ab, dann bring ich ihn schön gemütlich und vorsichtig per Beiwagentaxi zum Zelt. Er wär ja zu Fuß gegangen, aber wenn man schon eine Hüftprellung hat, dann braucht man nicht auch noch auf Glatteis spazieren gehen und vielleicht gleich nochmal drauffallen

Ich räum noch eine Stunde lang Zeug weg und ins Zelt, um es morgen nicht unter der Schneedecke suchen zu müssen, und geh um Mitternacht ins Bett.

 


Sonntag
 

         

Relativ lange geschlafen, weil es recht dunkel bleibt im Zelt. So ist das, wenn Schnee draufliegt. Eine gute Handbreit hat es geschneit. Uwe war wohl mal draußen, es sind Schneespuren im Zelt. Gut. Ich lass ihn schlafen, und fahr als erster auf Neuschnee zur Edelraute hoch. Es geht gut ohne Ketten, der Neuschnee hat sich gut mit dem Eis verbunden und sorgt für Grip. Allerdings erst auf den zweiten Versuch, weil man die tückischen Eisrinnen jetzt nicht mehr erkennen kann.

Die junge Ural-Truppe aus Graz ist mit dem Starten der Einspritzer-Urals beschäftigt. Eine läuft bereits, und bei der anderen bin ich über die Qualität der Batterie erstaunt. Zig Startversuche, keine einzige Zündung, aber kein Zeichen von Schwäche! "More of the same" scheint auch bei Einspritzung nicht zu helfen. Ich empfehle nach Prüfung des Benzinstandes eine gründliche Dusche der Hochspannungsteile mit WD-40, um das wahrscheinlich störende Salzwasser zu verdrängen. Danach macht der Starter nur noch eine Umdrehung und verstummt plötzlich. Einfach deswegen, weil der Motor läuft. Große Freude - so soll das sein!

Panuki im Schnee:

Uwe beim Einbau des Rades mit nachgeklebten Lagersitzen.

Nochmal das Worscht:

Jean-Louis und Joelle:

Kuchenfrühstück, ein wenig organisatorisches geklärt, dann abgefahren zu Uwe. Da es noch schneit und Uwe noch schläft, und eh alle Sachen inzwischen in Zelt sind, kann man ja auch schnell Kaffee kochen. Sogar das notwendige Flüssigwasser ist vorhanden! Dann kommt noch Phil dazu und trinkt Kaffee mit Uwe, während ich draußen Leute verabschiede. Alex fährt gerade mit der Panuki los.

Nette Neuzugänge aus den Niederlanden: Bert und Johan

Wohin mit den ollen Analog-Objektiven? Trinkbecher!

Familie immer dabei:

Der Kneptapilot hat sehr gut geschlafen, verwirft alle seine Pläne abgeholt zu werden, und möchte in der Werkstatt die Knepta heimfahrbereit machen. Oha. Also rauf mit ihm per Beiwagentaxi, und dann wieder runter damit ich, neben der ganzen Verabschiederei, meinen Kram irgendwie aufs Mopped kriege. Halleluja, bei Dauerschneefall wieder mal nicht so lustig. Lustig hingegen Christophs neues Spielzeug:

Urban Snow:

Der XS-Mayer:

So ein gewaltiges Mopped. Einfach Wüst:

Zwillingspeters Guzzi hat sich tapfer geschlagen:

Taxi oder Pannenhilfefahrzeug?

Als ich gerade fertig bin und hochfahren will, kommt Uwe mit der aufgeräumten Knepta heruntergefahren. Er will sein Zeug aufladen und möglichst bald und direkt alleine heimfahren. OK so, also helfen wir ihm aufladen und lassen ihn mit gemischten Gefühlen abfahren, während wir Müllsäcke aufladen, Absperrungen losschrauben, Flatterband einsammeln, Hinterlassenschaften nach Brennholz und Müll trennen etc etc etc.

Als wir endlich fertig sind, und der Parkplatz wieder ein Parkplatz ist - danke an Bernd für die Anhängerfahrerei!! - ist es 15 Uhr und Uwe ruft an, dass er gut angekommen ist, und jetzt in die Wanne geht und dann direkt ins Bett. Uff.

Jetzt ist noch das Zelt fertig abzubauen. Ich versuche mit dem beladenen Mopped ohne Kette den Berg hoch zur Edelraute zu kommen, zuerst mit Phil und dann noch achtmal ohne ihn, aber das wird nix. Also wieder ganz runter und zu Fuß hoch
Oben ist die Kasse wegzuräumen, die offenen Rechnungen zu bezahlen, Kleinigkeiten hie und da, aber irgendwann noch im Hellen geht es endlich den Berg runter - mit der Rodel und Tankrucksack zum Zeltplatz und dann aufs Mopped und weiter.
Ich fahre mit Phil nach Graz; Erik und Katharina bleiben mit Urban und Zwillingspeter noch eine Nacht auf der Hütte.

Die SR hatte zwischendrin Probleme das Wasser zu halten, kwasy. Sprich: der Vergaser lief gerne mal über. Das scheint auch jetzt so zu sein, zwar springt der Motor auf den zweiten Kick an, aber fehlzündet und überfettet dann gleich. Also Gas gegeben und los, das hilft meistens das sich der Schwimmerstand erniedrigt und durch das Gerüttel das Ventil wieder frei wird. Diesmal nicht. Sicher einen Kilometer rolle ich ohne eine einzige Zündung mit drehendem Motor bergab, hoffend dass mir die Gravitation nicht ausgeht, und fieberhaft nach krausen Theorien den Benzinhahn bedienend. Irgendwann erbarmt sich Christophorus und schickt eine Zündung, dann noch eine, und ruckelnd und schießend kommt der Motor kurz vor dem ersten Flachstück in Gang. Danke!

Ich passiere noch drei Piraten, die in Zeitlupe mit Standgas den Berg auf ihren Schwereisen runterschleichen und mich lächelnd vorbeiwinken, und dann bin ich beim Pfahlbaudorf. Der Motor läuft rund und zerrt die Fuhre nach Hohentauern hinauf, wo Phil wartet. Es geht bei Nieselschneeregen weiter nach Möderbrugg zum Tanken, und da bekommt dann MEIN Motor die gepredigte WD-40-Dusche. Nochmal Benzin kontrollieren und Motoröl einfüllen, dann nach Zeltweg auf eine Jause, und übers finstere Gaberl rüber nach Graz. Unterwegs wird noch eine Auspuffschraube locker, damit es nicht fad wird, aber dann sind wir auch schon daheim - gegen 19:30 nämlich.

Die SR hat gehalten, gut 600 km, davon 300 für An- und Abreise und der Rest während des Treffens.

Was für ein Treffen. Viele Probleme, mit vielen Happy Ends. Wenn nur das "Dazwischen" nicht immer so aufregend wäre aber das macht es letzten Endes ja auch aus, das "Abenteuer Tauerntreffen".

Das 14. Tauerntreffen findet wieder am letzten Wochenende im Januar statt, 2017.

Schöne Grüße von der Edelraute: ihr wart angenehme Gäste. Und ich kann das für den Zeltplatz nur bestätigen, da war nicht viel Nacharbeit nötig. SUPER!

Ein großes Merci auch zurück an die Edelraute: wir haben uns wieder bestens aufgehoben gefühlt, in jeder Hinsicht!

Und schön, dass einige mit triftigen Verhinderungsgründen doch noch irgendwie angereist sind, sei es als Begleitfahrzeugfahrer, Passagier, mit unwürdigen Ersatzfahrzeugen oder Schauzeugen wie der Christoph mit seinem Herkules-Motorfahrrad. Das waren alles mit mir abgesprochene Ausnahmen, und durchaus sympathische.
Auch Rainer, der Russenvater und Hundepräsident, war da, zu Fuß mit Hunderusse, mal Gusto holen ...

Ihr seid ja alle wahnsinnig. Und das ist als Kompliment gemeint!

DANKE

Gryße!
Andreas, der motorang

Lost and Found - Fundsachen

Und ganz zum Schluss noch eine Runde Fotos vom Inschenör, von hinreißender Qualität!

    


Danke nochmals an alle Fotografen!


Falls sich Fehler eingeschlichen haben oder Ergänzungen zu machen sind, bitte ich um einen Hinweis per E-Mail. THX motorang

In case of errors or additions to be made, pls e-mail me. Thx motorang

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