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Nach dem Kauf eines
Lavvu war die Möglichkeit einer Beheizung
in greifbare Nähe gerückt. Entsprechende Bilder und Ideen fanden
sich im Netz, beispielsweise auf Feuerzelte.de
Unser Problem: das
Ding sollte vor allem auf winterlichen Motorradreisen zum Einsatz kommen
- es galt also Packmaß und Gewicht entsprechend zu berücksichtigen,
und natürlich sollte es nicht viel kosten.
Der Kick war die Seite
von kifaru - hier wird
ein rollbares Edelstahlrohr verwendet. Ich habe die Folie dann in Deutschland
bei hs-folien gekauft:
Standardbreite 305 mm, Wunschlänge 3000 mm, 0.1 mm stark, Federstahl.
Bei Zeltöfen
gibts grundsätzlich zwei Konzepte: aufrechte und liegende Öfen.
Ich hab mich wegen dem besseren Nachlegen beim Kochen für die liegende
Variante entschieden.
Im Schrott hatte ich
vor einiger Zeit einen neuwertigen Auspufftopf gefunden, der wohl von
einem Klein-LKW stammt. Der wurde aufgeschnitten und ausgeräumt,
bildete die Basis für weitere Arbeiten.
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Rohrzubehör:
Stück Alu-Regenrohr, Konservendose ohne Deckel und Boden als untere
"Fassung" des Rohres, Zuckersieb für oben.
Das Rohr befindet sich bereits gerollt innerhalb.


Die Edelstahlfolie,
einfach mal ausgelassen ...
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1 ... Tür
mit Zuluftregler
2 ... Brennraum ca. 33 cm mit Auflage für Rost
3 ... Kochplatte Stahl, aufklappbar - darunter Grillrost
(später anders
gelöst durch Rohr mit abnehmbarer Platte)
4 ... Original Auspuffstutzen + Knie (darin Regelklappe)
5 ... Ofenrohr rollbar aus 0,1 mm Edelstahlfolie;
4-5
Halteringe aus Schlauchschellen
6 ... Öse hält Ofen an Lavvustange
7 ... Klappbare Ofenbasis aus Alublech
Zuerst dachte ich:
der Ofen steht auf einer Sperrholzplatte im Schnee.
Ist aber nicht nötig, kann man direkt auf den Boden stellen.
Ofenbasis und Rohr
(quergerollt) passen zum Transport in den Brennraum.
- Das Ofengestell
ist aus 1,5 mm Aluplatten mit Scharnier (Klavierband, genietet), lässt
sich zusammenklappen auf Ofenlänge.
- Der obere Ring
der den Topf bzw. die Kochplatte trägt ist aus einem Stück
Luftungsrohr passend gemacht. Das Loch dafür im Ofen wurde mit
der Sticksäge gesägt, das Rohr eingepunktet.
- Die Kochplatte
war mal der Boden eines Dampfkochtopfes
- Griff drangebrutzelt und passt.
- Die motorseitige
Wand des Auspuffs wurde zur Tür umfunktioniert - ein umlaufend
aufgeschweißtes Blech bildet einen ausreichend dichtenden Falz.
Scharnier sitzt unten (dann kippt der Ofen nicht beim auf- und zumachen)
und war mal eine Kistenverschluss-Falle. Verschluss oben ist auch von
einer Kiste, nämlich ein Bügelverschluss. In die Tür
wurde eine regelbare Zuluftöffnung eingebaut, und ein Griffbügel
(so angebracht dass man ein Brett reinstecken kann zum Betätigen).
- Die vorhandene
Rohröffnung habe ich zum Einbau eines Sichtfensters verwendet -
ein Stück rundes Klarglas aus einer Schweißerbrille kam rein,
DM 50 mm, gehalten von Glasfaser-Dichtschnur aus dem Ofenbedarf.
- In den Rauchanschluss
kam eine Stellklappe hinein, um den Zug drosseln zu können. Wichtig
um eine Überhitzung des Rauchrohres verhindern zu können.
- Der Durchgang durchs
Zelt wurde aus einem Stück Aluminium-Regenfallrohr gemacht, das
gerollte Rauchrohr wird durch eingenietete Blechstreifen auf Distanz
gehalten, zwischen den Rohren herrscht freier Durchzug. Das funktionierte
gut und wurde bislang (bei sparsamer Heizerei) nur handwarm.
- Obendrauf haben
wir einen Staubzuckerstreuer vom Flohmarkt gesteckt, als Funkensieb.
Nachteil: setzt sich recht schnell zu - von außen mit Schnee,
von innen mit Ruß. Eventuell wäre hier eine Art Labyrinth
besser geeignet.
- Im Ofen sorgt ein
Stück Lochblech als Rost für bessere Zuluftversorgung im hinteren
Bereich.
- Die Kochstelle
habe ich mittig gesetzt - besser wäre weiter vorne oder hinten
gewesen, dann kann man längere Holzstücke nach Abnehmen der
lediglich aufgelegten Kochplatte besser einfädeln ...
- Über/neben
dem Ofen ist an der Lavvustange ein alter Backofenrost als Ablage und
Trockengestell abgehängt.
- Der Ofen ist nochmal
direkt an der Lavvu-Stange befestigt, was ein Umkippen ausschließt.
Die ganze Chose passt
in eine kleine Holzkiste (die unterhalb auf den Bildern zu sehen ist)
und die wiederum vorne in den Beiwagen. Brennholz für einen Abend
ist da auch mit drin. Außerdem Anzündmaterial, ein Stück
Rohr zum Anblasen (durch die vordere Zuluftöffnung), ein kleiner
Grillrost und ein Lappen.
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Prototyp, noch ohne
Kochstelle, Griff und Regelklappe.


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Die Bierdose
(0,5 Liter) dient ausschließlich dem Größenvergleich
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Pfanndl, direkt auf der Glut brutzelnd. Die Kochplatte
ist abgenommen und lehnt in der linken unteren Bildecke.


Zeltdurchführung, und Trockenplatzerl im Spitz.
Die Kameraakkus erwachen wieder zum Leben, das beschlagene Objektiv wird
klar, die Mütze trocken ...
Es ist empfehlenswert,
das Rauchrohr bzw. die Durchführung knapp an der Zeltstange zu befestigen,
beispielsweise mit Draht. Dann kanns nicht verrutschen (Wind, Schnee)
und doch irgendwo an die Zeltwand anbrennen!


Der Ofen aufgeklappt: man sieht den Aschenrost, der übrigens
auf einem eingeschweißten Querstangerl ruht. Vorne ist er hochgebogen,
damit beim Aufmachen der Tür nicht viel Glut herausfallen kann, und
damit die Zuluftöffnung nicht durch Asche verstopft wird.
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Erfahrungen von einer
Fahrt zum Gamssteintreffen:
- Kein Brandfleck
unter dem Ofen !
- Das Zelt hälts
aus, jedenfalls wenn man nicht voll einheizt bis der Ofen glüht
(aber dann wärs im Zelt eh nicht auszuhalten) - das Überschubrohr
wird handwarm bis max. 50 Grad
- Es schneit oben
neben dem Rohr etwas rein, aber minimal - und auf den Ofen (wo es eigentlich
egal ist)
- Es entsteht bei
Betrieb ein ziemlich kräftiger Zug im Zelt. Zigarettenrauch beispielsweise
wird direkt nach oben weggesaugt. Der Effekt ist ähnlich wie beim
Lagerfeuer wenn auch nicht so ausgeprägt: vorne ist es warm, am
Rücken kühl.
- Wir hatten den
Zelteingang am Boden immer offen, um ausreichend Zuluft zu haben. Wenn
man dicht macht besteht wohl die Gefahr austretender Rauchgase (durch
Windböen etc) und das ist nicht gut. Seitlich strömt absolut
NICHTS mehr nach wenn nachts ein halber Meter Schnee fällt ...
- Der Ofen wurde
zum Kochen und Trocknen/Aufwärmen von Ausrüstung verwendet,
NICHT für eine warme Zeltnacht. Das wäre Stress (öfter
mal nachlegen) und man sollte so ein Oferl doch nie unbeaufsichtigt
lassen ...
- Der Ofen kriegt
bei feuchtem Wetter die Zeltwand nicht trocken - nicht mal innen. Zumindest
nicht wenn außen Schnee liegt ...
- Kochen dauert etwa
doppelt so lange wie am Benzinkocher, ist aber urgemütlich. Die
Pfanne haben wir nach Abnehmen der Kochplatte direkt aufs Feuer gestellt.
Den Glühmost zum Warmhalten auf die Platte. Kaffee - speziell Morgenkaffee
- sollte man lieber am Kocher machen. Es dauert sonst zu lange ... -
eine geplante Verbesserung ist eine zusätzliche ringförmige
Kochplatte passend zur Neapolitana - damit kann diese Espressokanne
direkt von unterhalb befeuert werden.
- Gutes Vorheizen
ist essentiell ! Passendes Anzündematerial mitnehmen! Zuerst was
schnell brennendes reintun, damit Zug entsteht (Zeitungspapier ...).
Zur Not geht Klopapier plus brennbare Flüssigkeit, z.B. Grillanzünder.
- Je besser das Holz
(trockenes Hartholz) umso mehr Spaß macht der Ofen. Versuche mit
Holzbriketts stehen noch aus.
- Es entsteht jedenfalls
bei minderwertigem Weichholz eine Menge Asche. Wenn der Ofen ausgeht
kühlt er schnell aus, was zur Folge hat dass ziemliche Kohlebrocken
übrig bleiben, anstatt wie in einem Kachelofen fast restlos zu
verbrennen
Resumee: in Summe
eine sehr feine und lustige Sache!
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