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Das BUCHELI-Projekt - SR 500 FAQ

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    Ergänzung zu 1.5 Wartungs-, Pflege- und Einstellarbeiten
Steuerkettenfragen


Worum geht´s ?

 


Fragen rund um die Steuerkette, die nicht im Bucheli stehen (oder gerne überlesen werden)


Was im Bucheli steht

 

 


Wie die SK-Spannung überprüft und eingestellt wird. Und dass ein Tausch erst bei 2% Längung ansteht, und nicht etwa bei einer gewissen Spannerstellung oder Kilometerzahl (wie es manche Ersatzteilverkäufer empfahlen).
Über 20 Glieder gemessen ist das Neumaß 155 mm, das Verschleißmaß daher 158 mm.

Ergänzung: habe aus erster Hand von einem Steuerkettendefekt erfahren. Bei einem Freund ging der Motor in voller Fahrt aus (XT500), ein Blick ins Zündeinstell-Loch offenbarte eine gerissene (?) Steuerkette die friedlich am Grund des Motorgehäuses lag. Die Diagnose ergab keinerlei Folgeschäden (üblich: krummes Ventil), und bei der Steuerkette war das Schloss aufgegangen! Die Bolzen des Schlosses bestehen anscheinend aus weicherem Material, das sich aufgearbeitet hatte so dass ein Bolzen aus der Lasche rutschen konnte.

Allerdings bei schlecht gewarteter Kette (war laut und wohl zu locker) und Kilometerstand jenseits der 80.000.

Siehe BILD

 



Grundsätzliches

 


Die SK wird von der Kurbelwelle angetrieben und bewegt die Nockenwelle zur Ventilsteuerung, so dass die Bewegung von Kolben und Ventilen aufeinander abgestimmt ist. Sie muss also zuerst einmal richtig eingestellt sein, und dann möglichst lange ungestört ihre Arbeit verrichten. Dazu dient der SK-Spanner. Ähnlich wie bei der Antriebskette sorgt er für ein bestimmtes Spiel und zusätzlich für eine Dämpfung der Bewegungen, so dass der Verschleiß möglichst gering ist und die Kette sicher nicht abspringen oder überspringen kann.

Bei der SR 500 wird diese Spannung von Hand eingestellt, wohingegen neuere Konstruktionen automatische SK-Spanner besitzen (z.B. Tenere).

Den Spanner kann man bei eingebautem Motor herausschrauben.

Man muss die Steuerkettenspannung bei laufendem Motor kontrollieren und einstellen (und bei Betriebstemperatur, also bei warmgefahrenem Motor - sonst stellt man das Spiel zu knapp ein!!!!).

 


Aufbau


2J4: kann man fast nicht falsch zusammenbauen ...


48T mit zusätzlich kleiner Druckschraube und entsprechend geänderten Rest-Teilen. Die kleine Feder wird in die Einstellschraube versenkt, die große sitzt davor, dazwischen die Pufferscheibe.


Der Aufbau ist im Bucheli beschrieben. Er ist für 2J4-Modelle und 48T-Modelle unterschiedlich!

Die Ausführungen unterscheiden sich in einer zusätzlichen kurzen Spiralfeder bei der 48T.

Die Steuerkette läuft über eine Spannerschiene (16). diese ist unten im Motor gelagert und zusätzlich im SK-Spanner über einen Druckstempel (19) abgestützt. Damit die Sache jetzt nicht so hart ist, stützt sich dieser Stempel gegen eine (bzw. 2) Federn (20) ab, und diese wiederum gegen eine Einstellschraube die von außen zugänglich ist (22). Was jetzt noch fehlt, ist eine Pufferscheibe (21), damit die Feder nicht so laut gegen die Einstellschraube dengelt), und eine Kontermutter (23) damit sich die Einstellschraube nicht von selbst verstellt - mit einem Außengewinde für die öldichte Abdeckkappe (25) mit O-Ring (24).


Hier sieht man die Sache mal in Natura an meiner 2J4, nach Abschrauben der Abdeckkappe.

Bild oben links: nach Abschrauben der Abdeckkappe. Das Riesengerät ist die Kontermutter, darinnen der Sechskant der Einstellschraube, und in deren hohlgebohrter Mitte schaut noch das Ende vom Spannerstempel (Schaut von außen aus wie eine Schlitzschraube) raus.

Bild oben rechts: rausgezogen und aufgelegt.

Erklärung von sven über die richtige Länge der Teile:
Bau doch mal alles aus, nimm die Feder raus, steck' die Scheibe wieder auf und den Stößel wieder in den Einsteller, soweit es eben geht. Wenn er an der Scheibe und die am Einsteller anliegt, sollte gerade das Ende des Stößels bündig mit dem 10er Sechskant vom Einsteller abschließen. Und genau so, bloß mit Feder, sieht das nachher in eingebautem Zustand bei korrekter Einstellung aus!
(…) Die Feder darf noch nicht auf Block sein, wenn der Stößel ganz zurückgeschoben ist.

 



Hinweise zur Einstellerei

 

 


Die Einstellerei ist wie gesagt im Bucheli beschrieben. Wichtig ist: Wenn der Motor läuft, MUSS sich der Stösselkopf in der Einstellschraube drehzahlabhängig leicht hinein- und wieder zurück bewegen - sonst ist der Spanner wirkungslos weil viel zu fest angezogen, oder der Stößel hat sich in der Einstellschraube verklemmt!!

Wenn die Pufferscheibe fehlt (eine Sandwichkonstruktion mit Gummi zwischen zwei Metallscheiben), dann ist die Steuerkette sehr laut im Betrieb. Dann kann es auch sein, dass der Druckstempel über die Einstellmutter herausragt (normalerweise ist er plan und bewegt sich nach innen im Betrieb).

Wenn man die Abdeck-Kappe fest anzieht (weil ja so ein großer Sechskant drauf ist) ruiniert man ziemlich sicher etwas. Mit der Hand umgreifen und fest zudrehen reicht.

Die Kurzanleitung von methusalem bringts auf den Punkt:
du nimmst den stößel, schiebst die feder drüber, dämpferscheibe (gummischeibe) darauf und dann in den versteller gesteckt. in den zylinder schrauben bis spürbarer widerstand anliegt, motor antreten, im stand laufen lassen, finger auf den sechskant (Schlüsselweite 10 mm) legen und fühlen ob stößel (mit Schlitz) mit einer hin- und herbewegung gegen den finger klopft. du wirst auch hören, das dein ventiltrieb immer leiser wird, je weiter du den versteller eindrehst. aber vorsicht !!! stößel muß sich leicht bewegen, er darf nicht fest sein. viel spaß beim schrauben, mfg methusalem

Anmerkung von barnix: Das Ende des Druckstempels (Schlitz) und die Einstellschraube (10 mm Sechskant) sollen bei korrekter Einstellung bündig sein.
Schaut das 6mm Ding hervor, zu viel Spannung, verschwindet es in der Bohrung, zu wenig Spannung ...

Und nochmal zur Klarstellung: Am Schlitz muss man nicht herumdrehen, da kann man überhaupt nix einstellen! 22er Sechskant lockern, mit 10er Sechskant einstellen. Warum da ein Schlitz ist, weiß kein Mensch.

Der Vollständigkeit halber noch die Harald-Methode zur Grobeinstellung bei kaltem Motor:
Bei kaltem Motor den Kolben auf OT mit geschlossenen Ventilen stellen, die Kappe und die Kontermutter abschrauben, den 10mm-Einsteller mit den Fingern so weit eindrehen, bis Widerstand zu spüren ist, dann eine viertel Umdrehung ("15 Minuten") zurückdrehen, Kontermutter und Kappe drauf.
Bei warmem und laufendem Motor kontrollieren. Soo viel Öl kommt da nicht raus, das meiste lauert in der Abdeckkappe ...



Teile

 

 


Ein günstiges Ersatzteil für die Plastik-Abdeckkappe gibts bei Kedo aus Aluminium.
Das Plastikteil reißt gerne und ist die Ursache manch verölten Motors ...

Die Yamaha-Teilenummer der Dämpferscheibe vom Steuerkettenspanner für die 2J4 lautet: 2H0-12232-00



Tausch

 

 


Ein Tausch der Steuerkette bedarf nicht unbedingt des Motorausbaues, das gleiche gilt für die Überprüfung der Steuerzeiten.

Überprüfen: Es reicht, den Tank und den LiMadeckel abzunehmen. Dann den Kolben auf Zünd-OT stellen (wie zum Ventile einstellen), und die Zylinderkopfhaube lösen. Sie lässt sich einige Zentimeter abheben; genug um zu sehen ob die Markierung am Kettenrad mit der Gehäusekante fluchtet (siehe Bucheli).

Um die Einstellung zu ändern: Spanner herausnehmen, Halteschraube des Nockenwellen-Zahnrades lösen (am einfachsten mit Schlagschrauber) und vorsichtig Teile entnehmen. Achtung dass nichts im Steuerkettenschacht entschwindet (Steuerkette mit Draht sichern, vor allem auf Kleinteile wie Passstift achten). Wenn das Zahnrad herunten ist, kann man es ein wenig tiefer halten und dann die Steuerkette verheben.

Um die Kette zu tauschen: Mopped nach links neigen und Kupplungsdeckel abnehmen samt Kickstarter. Die Steuerkette liegt hinter dem Kupplungskorb, man kann sie aber ausfädeln (zumindest bei der XT ging das), unten entnehmen und eine Neue einziehen. Die Dinger sind normalerweise ohne Schloss, also endlos.

Dann die Sache wieder zusammenbauen, Dichtflächen der Zylinderkopfhaube reinigen, neu mit Motorsilikon eindichten und montieren. Siehe auch hier.

Also, es geht. Man arbeitet halt öfter in Zwangslagen, und muss immer aufpassen dass nichts in den Motor fällt. Einfacher ist es allerdings, man baut den Motor für die ganze Aktion aus, und schaut sich gleich den Zylinderkopf etwas näher an.


 



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