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Das BUCHELI-Projekt - SR 500 FAQ

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    Ergänzung zu 4.5 Die Hinterrad-Schwinggabel
Hinterradschwinge distanzieren und
Schwingenachse ausbauen


Worum geht´s ?

 


Was nicht im Bucheli steht.

Die Schwinge ist eine Schwachstelle wenn man sie nicht pflegt - dann gammelt die Achse und lässt sich zur Schmierung bzw. zum Tausch der Nadellager nicht mehr entfernen. An manchen Modellen ist unterseitig ein Schmiernippel angebracht, wodurch die Nadellager mit Fett versorgt werden können. NICHT versorgt wird dabei der Zwischenraum zwischen Achse und Stützhülse - und genau da gammelt es dann. Da hilft nur regelmäßiger Ausbau mit einem passenden Dorn oder der Ersatzachse (damit die Schwinge nicht außer Position rutscht) - und fetten.

Der XT500 Schwingenbolzen passt auch (ebenso wie die Hinterradachse übrigens) und ist hohlgebohrt mit Schmiernippelei - für Schwingen ohne Schmiernippel eine Option. Damit werden zumindest die Lager gefettet. Man kann alternativ zusätzlich unten an der Schwinge einen Schmiernippel nachrüsten, die Teile gibts beim Industriebedarf mit metrischen Gewinden ...

Es sei noch bemerkt dass es neben der Schmiernippelgeschichte auch unterschiedliche Schwingenversionen gibt, was die Bremsabstützung angeht (obenliegend oder untenliegend), mit jeweils anderem Befestigungspunkt der Bremsabstützung.

Die Nadellager als Schwingenlagerung sind übrigens nicht wirklich ideal da der Drehwinkel einer Schwinge sehr klein ist und die Nadeln dazu neigen, sich auf der Lagerhülse einzuschlagen. Eine Gleitlagerung aus Bronze oder POM kann da mehr.

Und: bei 48T-Modellen war ab Werk die Schwingendistanzierung nicht korrekt was fallweise zum Bruch oder Verlust der Schwingenachse führen kann ... besser prüfen, siehe unten.



Schwinge ausdistanzieren
(Danke an Squirrel, fpg, Harald, sven, dernic o.de u.v.m.)

 

 

 

 

Zur Yamaha Rückrufaktion:

"Die Schwinge sollte kein Spiel haben, wenn man sie am Ende (möglichst bei ausgebautem Rad) hin und her bewegt, keinesfalls mehr als zwei Millimeter. Sollte sie doch ein kleines Spiel haben, so muß das nicht an einem defekten Lager liegen. Beim Modell 48T wurde zeitweise mit recht großen Toleranzen gearbeitet, die Schwinge wurde im Rahmen nicht anständig ausdistanziert. Wenn man die Muttern der Schwingenachse löst, kann man mit einer Fühllehre das Spiel zwischen Schwinge und Rahmen Messen. Werte von 0,5 mm und weniger sind unkritisch, grössere Abstände sollten durch Distanzscheiben ausgeglichen werden. Es gab deswegen eine Rückrufaktion im Jahr 1993. Die Distanzscheiben wurden von Yamaha kostenlos zu Verfügung gestellt und hatten einen Durchmesser von 40 mm mit einer Bohrung von 16,5 mm, die Dicke ist 0,5 oder 1,0 mm."

 

Ein paar sehr schöne Zeichungen und eine Beschreibung zum Thema waren mal hier:
Fabichs Schwingenseiten

Und [hier] noch als PDF ...


Zusammengefasst von Frank M.:

Wenn man das Prinzip der Schwingenlagerung erstmal verstanden hat, ist das richtige Ausdistanzieren auch nicht mehr so schwer.
Die Schwingenachse zusammen mit der Lagerhülse und den Staubkappen in den Rahmen bauen (ohne Schwinge) und die Mutter handfest aufschrauben. Die Luft die dort ggf. noch axial besteht wird mit den großen Scheiben außerhalb der Staubkappen ausdistanziert (links oder rechts ist wurscht, vielleicht kann man damit die Kettenflucht noch minimal optimieren).
Jetzt baust du das Ganze zusammen mit der Schwinge und deinen ermittelten großen Scheiben ein und schraubst die Schwingenachsmutter mit 80 Nm fest. Wenn sich die Schwinge jetzt noch axial auf der Lagerhülse verschieben lässt, wird dieses Spiel mit den kleineren Distanzscheiben innerhalb der Staubkappen ausgeglichen. Fertig.

Im Detail:
Die Schwinge muss an zwei Stellen ausdistanziert werden. Yamaha hatte wegen schlecht ausdistanzierter Schwingen an an der 48T Anfang der 1990er sogar mal eine Rückrufaktion gestartet.

fpg: die 48t rahmen sind die pest.... hier sind alle rahmen aus dem mass. die rahmen wurden bei den 48t mit automaten auf neuen vorrichtungen geschweisst (kann man an den nähten sehen) ... die 2j4 rahmen sind handgeschweisst, was andere vorrichtungen voraussetzt. offensichtlich waren die alten rahmenlehren genauer bzw. hat man bei den 48t den schweissverzug nicht bedacht und eine korrektur durch den schweisser ist bei solchen anlagen auch nicht vorgesehen....
alle 48t sind betroffen, nur wenige 2j4 ...

Schlecht ausdistanzierte Schwingen können zum Bruch der Schwingenachse führen !!! Oder die Belastung führt zu einem rapiden Verschleiß des Axiallagers - dadurch verringert sich die Bolzenvorspannung und die Mutter der Schwingenachse lockert sich. Das kann dazu führen dass während der Fahrt die Schwingenachse herauswandert -> auch eine böse Sache!
Beides ist schon hin und wieder passiert - auch Leuten im SR-Forum!

Einfach gesagt: das spiel zwischen schwinge und rahmen darf auf keinen fall durch festziehen der muttern ausgeglichen werden... (fpg)



Distanzscheiben (von 0,5 mm aufwärts) befinden sich einerseits innerhalb einer der Staubkappen (6) und andererseits zwischen Staubkappe und Rahmen (hier nicht eingezeichnet).

An der Kettenseite ist gegebenenfalls IN der Staubkappe eine Scheibe. Die Bohrung dieser Scheibe ist GRÖSSER als die Distanzachse, sie geht beim Zusammenbau quasi drüber. Mit dieser Scheibe werden Längetoleranzen des Schwingenrohrs ausgeglichen, also das Axialspiel der Schwinge. Diese Axialscheiben haben eine große Bohrung(d22+).

An der gegeüberliegenden Seite ist AUSSEN auf der Staubkappe (also zwische Staubkappe und Rahmen) eine etwas dickere Distanzscheibe deren Bohrung KLEINER als die Distanzachse ist. Passt also gar nicht in die Staubkappe hinein. Damit werden Längentoleranzen der Innenhülse der Lagerung kompensiert.
Diese Scheiben haben eine kleinere Bohrung(d16+).

Montagetipp: Die äußere Scheibe haftet mit etwas Fett ganz gut auf dem Deckel. Beim Einführen in den Rahmen die Achse gleich in die Bohrung der äußeren Beilagscheibe stecken und dann ganz durch.

Hier svens geniale Distanzieranleitung im O-Ton:

Squirrel:
jetzt fehlt nur noch eine Erläuterung , woran ich erkenne wann genügend "Innenscheiben" drin sind und woran ich erkenne wann genügend "Außenscheiben"

sven:
Hi Squirrel,
das erkennst Du am Besten bei nicht komplett montierter Schwinge. Fädel doch mal die Glocken (=Staubkappen), die Scheiben mit der kleineren Bohrung und die Innenhülse(das lange Rohrstück, auf dem die Nadelhülsen laufen) im Rahmen auf die Schwingenachse. Zieh die Achsmuttern nicht fest und prüfe, ob sich das genannte Ensemble auf der Schwingenachse im Rahmen axial verschieben läßt.
Oder drück alles auf eine Seite und lehr auf der gegenüberliegenden Seite mit Fühlerlehrenblättern die vorhandene Axialluft zwischen Glocke und Rahmen.
Wenn das Axialspiel zu groß ist (wie groß ist zu groß?)
solltest Du weitere Axialscheiben einbauen, aber ein ganz klein bißchen Luft darf und soll schon sein, sonst ist der Schwingeneinbau nachher so nervig.
So, jetzt weißt Du, wieviel Scheiben mit 16er Bohrung Du brauchst. Wie Du schon gemerkt hast, ist es praktischer, wenn die in die Glocke passen. Falls sie dazu zuviel Außendurchmesser haben, kannst Du sie am Schleifbock verkleinern.
Als nächstes nimmst Du die Schwinge, steckst die Innenhülse rein, legst die Axiallager drauf und prüfst nun, wie weit die Hülse noch über die Lager übersteht. Wenn Du das wirklich präzise machen willst, montierst du noch je eine 16er Scheibe außen, steckst die Schwingenachse durch, und ziehst außen die Muttern an. Dazu mußt Du natürlich zumindest auf einer Seite ein Rohrstück unter die Mutter montieren, da das Gewinde auf der Achse nicht lang genug ist daß die Muttern fest werden. So, jetzt kannst Du genau prüfen, wieviel Luft noch zwischen den 16er Scheiben und den Axiallagern ist. Wenn Du die Muttern richtig festgezogen hast, darf dieses Spiel gegen Null gehen. Axial vorgespannt sollte die Lagerung nicht sein, das belastet die äußeren Axiallager.

Noch ein Hinweis von Harald bezüglich Spiel der Schwinge im Rahmen
:
Wenn die Schwinge zu stramm geht - oder überhaupt stramm geht, stehen die äußeren Drucklager unter großer Vorspannung. Das machen die Teile nicht lang mit. Ich meinte damit nur daß man das Drucklager so ausdistanzieren muß daß nach Anziehen der Steckachse kein Druck auf das Lager kommt. Kommt Druck drauf gehen die hopps.

Fred zum Thema:
http://www.sr500.de/wbb3/thread.php?threadid=27058
Titel "hohle Schwingenachse mit Schmiernippeln gerissen"

Die Scheiben mit den Maßen 40/16,5 mm sind leider keine Normteile, zu beziehen bei Yamaha. Die anderen sind im Industriebedarf zu bekommen.



Schwingenachse ausbauen

 

 


Wenn die Achse im Distanzrohr festgegammelt ist, gibt es mehrere Optionen:

  • Die Methode, die Achse per Hammerschlag und passendem Dorn stückweise auszutreiben - aber Vorsicht dass das Ende dabei nicht aufpilzt, dann ist die Achse hin. Anfangs besser die Mutter aufschrauben, so dass das gewinde geschützt ist. Am besten geht das, wenn man den Rahmen am anderen Ende der Schwingenachse mit einem stabilen Eisenrohr gegen eine feste Wand abstützt. Das Rohr ist idealerweise dickwandig und so groß, dass die Schwingenachse reinpasst ... Groooßen Hammer nehmen und beherzt einsetzen.
  • Wenn gar nix mehr geht: Mit HSS-Sägeblatt zwischen Staubkappe und Schwinge den Bolzen absägen, Schwinge entnehmen und in Werkstatt mit hydraulischer Presse die Reste austreiben lassen ...
  • oel07: Falls die Schwingenachse einer 2J4 festsitzt muß weder die Achse noch die Schwinge zerschnitten werden. Auch die gaanz-großer-Hammer Empfehlung mit dickem Rohr an der Wand dient u.U. nur dazu den Rahmen krumm zu hauen. Mit einem ca. 30 cm langen Rohr, einer ebensolangen Gewindestange M16/18 im Rohr die an eine der Schwingachsmuttern oder direkt an die Achse geschweißt wird, läßt sich die Achse rausziehen.
  • FPG: ... wir haben auch schon ein loch in die achse gebohrt, ein m10-gewinde geschnitten und einen gleithammer ("wichser") eingesetzt... ging auch.... ein abzieher, wie oben beschrieben starb aufgrund der schlechten qualität der verwendeten gewindestange den heldentod...
  • motorang: Ich konnte den Schwingenbolzen durch Unterlegen von M16-Beilagscheiben stückweise herausziehen. Ganz raus kam er aber nicht, auch nicht mit einem Gleithammer, wohl wegen Korrosion auf der Achse in der Hülse. Beim Zurückschlagen nach der anderen Seite war der 5-Kilo-Hammer nötig und hat trotz aufgeschraubter Mutter das Gewinde zerstört. Hab den Bolzen dann leichten Herzens (Ersatzbolzen und Mutter vorhanden) knapp abgeflext, nach der anderen Seite rausgetrieben bis er steckte, dort auch abgeflext, dann in die Schwinge zurückgeschlagen dass ich sie ausbauen konnte. Im Schraubstock ging die Achse dann recht leicht raus.


Schwingenachse Tipps

 

 
  • Rechtzeitig schmieren (Ausbau oder eine hohlgebohrte verwenden).
  • Mit Kupferpaste einschmieren bevor man sie wieder einbaut.
  • Im Forum auf sr500.de lässt das Mitglied sr500weisser hin und wieder eine Charge nachfertigen, die hohlgebohrt und damit abschmierbar ist (Suche nach "Abschmierbare Schwingenachse" oder HIER)
  • die Achse hat 16mm Durchmesser und M16x1,5er Gewinde.
    Die Distanzbuchse hat im Lagerbereich 22 mm, hier drauf laufen die Nadellager der eigentlichen Schwingenlagerung. Die Hülse verbraucht sich dabei, da die Nadellager keinen Innenring haben. Wenn man die Lager nicht rechtzeitig wechselt kann man gleich eine Hülse mitbestellen ...
  • Die Länge der Stützhülse wurde von 005rs mal ordentlich gemessen:
    Das genaue Längenmaß meiner Lagerhülse beträgt 197,45 mm.
  • motorang: Meine Schwinge hat im Lagerbereich ein Innenmaß von 29,02 mm auf einer Tiefe (theoretisch Lagersitz) von 26 mm ... die Nadellager sind aber nur 20 mm breit. Bekäme man schmälere könnte man deren zwei verbauen auf jeder Seite - die Hülse ist dafür breit genug bearbeitet (42 mm). Bei Umbau auf Bronze kann man daher die ganze Breite ausnützen und - bei Anfertigung einer neuen Hülse - diese im Lagerbereich gleich etwas stärker wählen. 25 mm gehen noch durch die Schwinge ...
  • Umbau von Nadellager auf Bronzebuchse oder POM gibt bessere Haltbarkeit (Gespannbetrieb ...)
  • sven: Die XT-Schwinge ist im Bereich der Schwingen- als auch der Hinterachse identisch mit der von der SR (gleiche Breite, gleicher Lagersatz). Allerdings ist sie etwas kürzer und hat eine minimal breitere Federbeinbasis.
  • rei97: Eine M16 320 8.8 Schraube für 10€, eine Scheibe und eine Polystopmutter...das Ganze auf 280 mm kürzen und auf max. 0,5mm ausdistanzieren fertig ist die Sache. Die Schraube kann man mit dem Finger reindrücken, weil sie untermaßig ist, aber sie kann dadurch nicht mehr festgammeln.
    Wasserstoffversprödung durch Korrosion oder innere Kerben wie bei dem Nippelgewinde kennt die Feldwald und Wiesenschraube nicht.
    Die XT hat auch eine Schraube und da ist m.W. bislang noch nichts gerissen.
    Genauer:
    Die Schraube hatte M16x320 und wurde deshalb länger als die benötigten 280 gekauft, weil die Gewindelänge mit 57 ein Kürzen um 35mm erzwang. Als Korrosionsschutz verwende ich eine M16 Hutmutter aus V-Stahl und eine Scheibe mit 3mm Dicke aus VStahl. Die Schraube ist verzinkt, Rosten tut nichts , an das abgeschnittene Ende kommt wg. der Hutmutter nichts hin, denn V2A und verzinkt in Tateinheit mit Wasser tut nicht gut. Das Ganze wackelt im Spiel, bis ca 20Nm die Buchse fest an den Rahmen pressen, Der Abstand des Innensystems ist perfekt , die Schwinge läuft sämig nach dem Endanzug auf 100Nm... Da die Schraube ein gerolltes Gewinde hat, sollte der Festigkeit nichts im Wege stehen.
  • Die Achse der 2J4 ist massiv, die Achse der 48T hohlgebohrt und mit Schmiernippeln. Die XT500 hat eine Schraube dort statt einer Achse mit beidseitig Gewinden.



Federbeine

 

 
Hiha: Koni-Federbeine dürften nicht mit der Kolbenstange nach unten betrieben werden, weil das sogenannte Zweirohrdämpfer sind. Bei Einrohrdämpfern wie den Originalen oder Bilsteins, ist die Einbaulage egal, da nutzt man den Vorteil der geringeren bewegten Massen mit Kolbenstange nach unten.
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