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Schwinge ausdistanzieren
(Danke an Squirrel, fpg, Harald, sven, dernico.de
u.v.m.)
Zur Yamaha Rückrufaktion:
"Die Schwinge
sollte kein Spiel haben, wenn man sie am Ende (möglichst bei ausgebautem
Rad) hin und her bewegt, keinesfalls mehr als zwei Millimeter. Sollte
sie doch ein kleines Spiel haben, so muß das nicht an einem defekten
Lager liegen. Beim Modell 48T wurde zeitweise mit recht großen Toleranzen
gearbeitet, die Schwinge wurde im Rahmen nicht anständig ausdistanziert.
Wenn man die Muttern der Schwingenachse löst, kann man mit einer
Fühllehre das Spiel zwischen Schwinge und Rahmen Messen. Werte von
0,5 mm und weniger sind unkritisch, grössere Abstände sollten
durch Distanzscheiben ausgeglichen werden. Es gab deswegen eine Rückrufaktion
im Jahr 1993. Die Distanzscheiben wurden von Yamaha kostenlos zu Verfügung
gestellt und hatten einen Durchmesser von 40 mm mit einer Bohrung von
16,5 mm, die Dicke ist 0,5 oder 1,0 mm."
Hier ein paar sehr
schöne Zeichungen und eine Beschreibung zum Thema:
Fabichs Schwingenseiten
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Zusammengefasst von Frank M.:
Wenn man das Prinzip der Schwingenlagerung erstmal
verstanden hat, ist das richtige Ausdistanzieren auch nicht mehr so schwer.
Die
Schwingenachse zusammen mit der Lagerhülse und den Staubkappen in
den Rahmen bauen (ohne Schwinge) und die Mutter handfest aufschrauben.
Die Luft die dort ggf. noch axial besteht wird mit den großen Scheiben
außerhalb der Staubkappen ausdistanziert (links oder rechts ist
wurscht, vielleicht kann man damit die Kettenflucht noch minimal optimieren).
Jetzt baust du das Ganze zusammen mit der Schwinge und deinen ermittelten
großen Scheiben ein und schraubst die Schwingenachsmutter mit 80
Nm fest. Wenn sich die Schwinge jetzt noch axial auf der Lagerhülse
verschieben lässt, wird dieses Spiel mit den kleineren Distanzscheiben
innerhalb der Staubkappen ausgeglichen. Fertig.
Im Detail:
Die Schwinge muss an
zwei Stellen ausdistanziert werden. Yamaha hatte wegen schlecht ausdistanzierter
Schwingen Anfang der 1990er sogar mal eine Rückrufaktion
gestartet - schlecht ausdistanzierte Schwingen können zum Bruch der
Schwingenachse führen !!! Oder die Belastung führt zu einem
rapiden Verschleiß des Axiallagers - dadurch verringert sich die
Bolzenvorspannung und die Mutter der Schwingenachse lockert sich. Das
kann dazu führen dass während der Fahrt die Schwingenachse herauswandert
-> auch eine böse Sache!
Beides ist schon hin und wieder passiert - auch Leuten im SR-Forum!
Einfach gesagt: das
spiel zwischen schwinge und rahmen darf auf keinen fall durch festziehen
der muttern ausgeglichen werden... (fpg)



Distanzscheiben (von 0,5 mm aufwärts) befinden sich einerseits innerhalb
einer der Staubkappen (6) und andererseits zwischen Staubkappe und Rahmen
(hier nicht eingezeichnet).
An der Kettenseite
ist gegebenenfalls IN der Staubkappe eine Scheibe. Die Bohrung dieser
Scheibe ist GRÖSSER als die Distanzachse, sie geht beim Zusammenbau
quasi drüber. Mit dieser Scheibe werden Längetoleranzen des
Schwingenrohrs ausgeglichen, also das Axialspiel der Schwinge. Diese Axialscheiben
haben eine große Bohrung(d22+).
An der gegeüberliegenden
Seite ist AUSSEN auf der Staubkappe (also zwische Staubkappe und Rahmen)
eine etwas dickere Distanzscheibe deren Bohrung KLEINER als die Distanzachse
ist. Passt also gar nicht in die Staubkappe hinein. Damit werden Längentoleranzen
der Innenhülse der Lagerung kompensiert.
Diese Scheiben haben
eine kleinere Bohrung(d16+).
Montagetipp: Die äußere
Scheibe haftet mit etwas Fett ganz gut auf dem Deckel. Beim Einführen
in den Rahmen die Achse gleich in die Bohrung der äußeren Beilagscheibe
stecken und dann ganz durch.
Hier svens geniale
Distanzieranleitung im O-Ton:
Squirrel:
jetzt fehlt nur noch eine Erläuterung , woran ich erkenne wann genügend
"Innenscheiben" drin sind und woran ich erkenne wann genügend
"Außenscheiben"
sven:
Hi Squirrel,
das erkennst Du am Besten bei nicht komplett montierter Schwinge. Fädel
doch mal die Glocken (=Staubkappen), die Scheiben mit der kleineren Bohrung
und die Innenhülse(das lange Rohrstück, auf dem die Nadelhülsen
laufen) im Rahmen auf die Schwingenachse. Zieh die Achsmuttern nicht fest
und prüfe, ob sich das genannte Ensemble auf der Schwingenachse im
Rahmen axial verschieben läßt.
Oder drück alles auf eine Seite und lehr auf der gegenüberliegenden
Seite mit Fühlerlehrenblättern die vorhandene Axialluft zwischen
Glocke und Rahmen.
Wenn das Axialspiel zu groß ist (wie groß ist zu groß?)
solltest Du weitere Axialscheiben einbauen, aber ein ganz klein bißchen
Luft darf und soll schon sein, sonst ist der Schwingeneinbau nachher so
nervig.
So, jetzt weißt Du, wieviel Scheiben mit 16er Bohrung Du brauchst.
Wie Du schon gemerkt hast, ist es praktischer, wenn die in die Glocke
passen. Falls sie dazu zuviel Außendurchmesser haben, kannst Du
sie am Schleifbock verkleinern.
Als nächstes nimmst Du die Schwinge, steckst die Innenhülse
rein, legst die Axiallager drauf und prüfst nun, wie weit die Hülse
noch über die Lager übersteht. Wenn Du das wirklich präzise
machen willst, montierst du noch je eine 16er Scheibe außen, steckst
die Schwingenachse durch, und ziehst außen die Muttern an. Dazu
mußt Du natürlich zumindest auf einer Seite ein Rohrstück
unter die Mutter montieren, da das Gewinde auf der Achse nicht lang genug
ist daß die Muttern fest werden. So, jetzt kannst Du genau prüfen,
wieviel Luft noch zwischen den 16er Scheiben und den Axiallagern ist.
Wenn Du die Muttern richtig festgezogen hast, darf dieses Spiel gegen
Null gehen. Axial vorgespannt sollte die Lagerung nicht sein, das belastet
die äußeren Axiallager.
Noch ein Hinweis von
Harald bezüglich Spiel der Schwinge im Rahmen
:
Wenn die Schwinge zu stramm geht - oder überhaupt stramm geht,
stehen die äußeren Drucklager unter großer Vorspannung.
Das machen die Teile nicht lang mit. Ich meinte damit nur daß man
das Drucklager so ausdistanzieren muß daß nach Anziehen der
Steckachse kein Druck auf das Lager kommt. Kommt Druck drauf gehen die
hopps.
Noch
was zum Thema: http://www.sr500.de/wbb3/thread.php?threadid=25766
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