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Das BUCHELI-Projekt - SR 500 FAQ

    Ergänzung zu 4.5 Die Hinterrad-Schwinggabel
Hinterradschwinge distanzieren und
Schwingenachse ausbauen


Worum geht´s ?

 


Was nicht im Bucheli steht.



Schwinge ausdistanzieren
(Danke an Squirrel, fpg, Harald, sven, dernico.de u.v.m.)

 

 

 

 

Zur Yamaha Rückrufaktion:

"Die Schwinge sollte kein Spiel haben, wenn man sie am Ende (möglichst bei ausgebautem Rad) hin und her bewegt, keinesfalls mehr als zwei Millimeter. Sollte sie doch ein kleines Spiel haben, so muß das nicht an einem defekten Lager liegen. Beim Modell 48T wurde zeitweise mit recht großen Toleranzen gearbeitet, die Schwinge wurde im Rahmen nicht anständig ausdistanziert. Wenn man die Muttern der Schwingenachse löst, kann man mit einer Fühllehre das Spiel zwischen Schwinge und Rahmen Messen. Werte von 0,5 mm und weniger sind unkritisch, grössere Abstände sollten durch Distanzscheiben ausgeglichen werden. Es gab deswegen eine Rückrufaktion im Jahr 1993. Die Distanzscheiben wurden von Yamaha kostenlos zu Verfügung gestellt und hatten einen Durchmesser von 40 mm mit einer Bohrung von 16,5 mm, die Dicke ist 0,5 oder 1,0 mm."

 

Hier ein paar sehr schöne Zeichungen und eine Beschreibung zum Thema:
Fabichs Schwingenseiten


Zusammengefasst von Frank M.:

Wenn man das Prinzip der Schwingenlagerung erstmal verstanden hat, ist das richtige Ausdistanzieren auch nicht mehr so schwer.
Die Schwingenachse zusammen mit der Lagerhülse und den Staubkappen in den Rahmen bauen (ohne Schwinge) und die Mutter handfest aufschrauben. Die Luft die dort ggf. noch axial besteht wird mit den großen Scheiben außerhalb der Staubkappen ausdistanziert (links oder rechts ist wurscht, vielleicht kann man damit die Kettenflucht noch minimal optimieren).
Jetzt baust du das Ganze zusammen mit der Schwinge und deinen ermittelten großen Scheiben ein und schraubst die Schwingenachsmutter mit 80 Nm fest. Wenn sich die Schwinge jetzt noch axial auf der Lagerhülse verschieben lässt, wird dieses Spiel mit den kleineren Distanzscheiben innerhalb der Staubkappen ausgeglichen. Fertig.

Im Detail:
Die Schwinge muss an zwei Stellen ausdistanziert werden. Yamaha hatte wegen schlecht ausdistanzierter Schwingen Anfang der 1990er sogar mal eine Rückrufaktion gestartet - schlecht ausdistanzierte Schwingen können zum Bruch der Schwingenachse führen !!! Oder die Belastung führt zu einem rapiden Verschleiß des Axiallagers - dadurch verringert sich die Bolzenvorspannung und die Mutter der Schwingenachse lockert sich. Das kann dazu führen dass während der Fahrt die Schwingenachse herauswandert -> auch eine böse Sache!
Beides ist schon hin und wieder passiert - auch Leuten im SR-Forum!

Einfach gesagt: das spiel zwischen schwinge und rahmen darf auf keinen fall durch festziehen der muttern ausgeglichen werden... (fpg)



Distanzscheiben (von 0,5 mm aufwärts) befinden sich einerseits innerhalb einer der Staubkappen (6) und andererseits zwischen Staubkappe und Rahmen (hier nicht eingezeichnet).

An der Kettenseite ist gegebenenfalls IN der Staubkappe eine Scheibe. Die Bohrung dieser Scheibe ist GRÖSSER als die Distanzachse, sie geht beim Zusammenbau quasi drüber. Mit dieser Scheibe werden Längetoleranzen des Schwingenrohrs ausgeglichen, also das Axialspiel der Schwinge. Diese Axialscheiben haben eine große Bohrung(d22+).

An der gegeüberliegenden Seite ist AUSSEN auf der Staubkappe (also zwische Staubkappe und Rahmen) eine etwas dickere Distanzscheibe deren Bohrung KLEINER als die Distanzachse ist. Passt also gar nicht in die Staubkappe hinein. Damit werden Längentoleranzen der Innenhülse der Lagerung kompensiert.
Diese Scheiben haben eine kleinere Bohrung(d16+).

Montagetipp: Die äußere Scheibe haftet mit etwas Fett ganz gut auf dem Deckel. Beim Einführen in den Rahmen die Achse gleich in die Bohrung der äußeren Beilagscheibe stecken und dann ganz durch.

Hier svens geniale Distanzieranleitung im O-Ton:

Squirrel:
jetzt fehlt nur noch eine Erläuterung , woran ich erkenne wann genügend "Innenscheiben" drin sind und woran ich erkenne wann genügend "Außenscheiben"

sven:
Hi Squirrel,
das erkennst Du am Besten bei nicht komplett montierter Schwinge. Fädel doch mal die Glocken (=Staubkappen), die Scheiben mit der kleineren Bohrung und die Innenhülse(das lange Rohrstück, auf dem die Nadelhülsen laufen) im Rahmen auf die Schwingenachse. Zieh die Achsmuttern nicht fest und prüfe, ob sich das genannte Ensemble auf der Schwingenachse im Rahmen axial verschieben läßt.
Oder drück alles auf eine Seite und lehr auf der gegenüberliegenden Seite mit Fühlerlehrenblättern die vorhandene Axialluft zwischen Glocke und Rahmen.
Wenn das Axialspiel zu groß ist (wie groß ist zu groß?)
solltest Du weitere Axialscheiben einbauen, aber ein ganz klein bißchen Luft darf und soll schon sein, sonst ist der Schwingeneinbau nachher so nervig.
So, jetzt weißt Du, wieviel Scheiben mit 16er Bohrung Du brauchst. Wie Du schon gemerkt hast, ist es praktischer, wenn die in die Glocke passen. Falls sie dazu zuviel Außendurchmesser haben, kannst Du sie am Schleifbock verkleinern.
Als nächstes nimmst Du die Schwinge, steckst die Innenhülse rein, legst die Axiallager drauf und prüfst nun, wie weit die Hülse noch über die Lager übersteht. Wenn Du das wirklich präzise machen willst, montierst du noch je eine 16er Scheibe außen, steckst die Schwingenachse durch, und ziehst außen die Muttern an. Dazu mußt Du natürlich zumindest auf einer Seite ein Rohrstück unter die Mutter montieren, da das Gewinde auf der Achse nicht lang genug ist daß die Muttern fest werden. So, jetzt kannst Du genau prüfen, wieviel Luft noch zwischen den 16er Scheiben und den Axiallagern ist. Wenn Du die Muttern richtig festgezogen hast, darf dieses Spiel gegen Null gehen. Axial vorgespannt sollte die Lagerung nicht sein, das belastet die äußeren Axiallager.

Noch ein Hinweis von Harald bezüglich Spiel der Schwinge im Rahmen
:
Wenn die Schwinge zu stramm geht - oder überhaupt stramm geht, stehen die äußeren Drucklager unter großer Vorspannung. Das machen die Teile nicht lang mit. Ich meinte damit nur daß man das Drucklager so ausdistanzieren muß daß nach Anziehen der Steckachse kein Druck auf das Lager kommt. Kommt Druck drauf gehen die hopps.

Noch was zum Thema: http://www.sr500.de/wbb3/thread.php?threadid=25766



Schwingenachse ausbauen

 

 


Wenn die Achse im Distanzrohr festgegammelt ist, gibt es mehrere Optionen:

  • Die Methode, die Achse per Hammerschlag und passendem Dorn stückweise auszutreiben - aber Vorsicht dass das Ende dabei nicht aufpilzt, dann ist die Achse hin. Anfangs besser die Mutter aufschrauben, so dass das gewinde geschützt ist. Am besten geht das, wenn man den Rahmen am anderen Ende der Schwingenachse mit einem stabilen Eisenrohr gegen eine feste Wand abstützt. Das Rohr ist idealerweise dickwandig und so groß, dass die Schwingenachse reinpasst ... Groooßen Hammer nehmen und beherzt einsetzen.
  • Wenn gar nix mehr geht: Mit HSS-Sägeblatt zwischen Staubkappe und Schwinge den Bolzen absägen, Schwinge entnehmen und in Werkstatt mit hydraulischer Presse die Reste austreiben lassen ...
  • oel07: Falls die Schwingenachse einer 2J4 festsitzt muß weder die Achse noch die Schwinge zerschnitten werden. Auch die gaanz-großer-Hammer Empfehlung mit dickem Rohr an der Wand dient u.U. nur dazu den Rahmen krumm zu hauen. Mit einem ca. 30 cm langen Rohr, einer ebensolangen Gewindestange M16/18 im Rohr die an eine der Schwingachsmuttern oder direkt an die Achse geschweißt wird, läßt sich die Achse rausziehen.
  • FPG: ... wir haben auch schon ein loch in die achse gebohrt, ein m10-gewinde geschnitten und einen gleithammer ("wichser") eingesetzt... ging auch.... ein abzieher, wie oben beschrieben starb aufgrund der schlechten qualität der verwendeten gewindestange den heldentod...


Schwingenachse Tipps

 

 
  • Rechtzeitig schmieren (Ausbau oder eine hohlgebohrte verwenden).
  • Mit Kupferpaste einschmieren bevor man sie wieder einbaut.
  • Im Forum auf sr500.de lässt das Mitglied sr500weisser hin und wieder eine charge nachfertigen, die hohlgebohrt und damit abschmierbar ist (Suche nach "Abschmierbare Schwingenachse" oder HIER)
  • die Achse hat 16mm Durchmesser und M16x1,5er Gewinde
  • sven: Die XT-Schwinge ist im Bereich der Schwingen- als auch der Hinterachse identisch mit der von der SR (gleiche Breite, gleicher Lagersatz). Allerdings ist sie etwas kürzer und hat eine minimal breitere Federbeinbasis.


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