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Das BUCHELI-Projekt - SR 500 FAQ

    Ergänzung zu 4.5 Die Hinterrad-Schwinggabel
Hinterradschwinge: Typen, ausdistanzieren und Ausbau

Worum geht´s ?

 

 

Was nicht im Bucheli steht.

Es gibt zumindest drei unterschiedliche Hinterradschwingen die man am einfachsten an der Abstützung der Bremse zur Schwinge (Bremsmomentabstützung, Drehmomentstrebe, Bremsstrebe) auseinanderhält:

  • innen an der Schwinge (Strebe direkt ins Schwingenrohr geschraubt)
    Wahrscheinlich frühe 2J4 ab 1978
    Bremsankerstrebe (Länge 26 cm) liegt oben. Länge Bremsgestänge 42 cm.
  • oben (Lasche an der Schwinge zeigt nach oben)
    Wahrscheinlich späte 2J4 bis 1983
    Bremsankerstrebe kurz, aus Vollmaterial, liegt oben.
  • unten (Lasche an der Schwinge zeigt nach unten)
    48T, wahrscheinlich ab 1984
    Bremsankerstrebe lang (Bohrungsmittenabstand 315 mm), aus Rohrmaterial, liegt unten.

Entsprechend gibt es verschiedene Bremshebelwellen, Bremsgestänge und Drehmomentstreben.

Links zeigt die Ausführung für 2J4 mit Bremsmomentabstützung OBEN.

Rechts zeigt die Ausführung für 48T mit Bremsmomentabstützung UNTEN.


Die Schwingenachse und Radachse ist immer gleich, ebenso die Radflucht.

Die Enden der Schwingen gibt es auch in verschiedenen Ausführungen, was aber keinen Einfluss auf die Maße der Anbauteile hat.
Frühe "Dickendschwingen" haben hübsche gegossene Ausfallenden, neuere nur aus Stahl gepresst und geschweisst.

Abmessungsfred für Zubehörschwingen und Fremdfabrikate: der große schwingenvergleich

Die Schwinge ist eine Schwachstelle wenn man sie nicht pflegt - dann gammelt die Achse und lässt sich zur Schmierung bzw. zum Tausch der Nadellager nicht mehr entfernen. An manchen Modellen ist unterseitig ein Schmiernippel angebracht, wodurch die Nadellager mit Fett versorgt werden können. NICHT versorgt wird dabei der Zwischenraum zwischen Achse und Stützhülse - und genau da gammelt es dann. Da hilft nur regelmäßiger Ausbau mit einem passenden Dorn oder der Ersatzachse (damit die Schwinge nicht außer Position rutscht) - und fetten.

Eine kaputte Schwingenlagerung schaut so aus, das stammt von der XT500 eines Freundes:

Die Radiallager (das sind die die im kleinen Lagersatz enthalten sind)

Die Stützhülse, auf der die Nadellager direkt laufen (nur im großen Schwingenreparaursatz enthalten):

Und wenn die Radiallager schon so aussehen, dann sind auch die Axiallager (in den Staubkappen) hinüber:

Der XT500 Schwingenbolzen passt auch (ebenso wie die Hinterradachse übrigens) und ist hohlgebohrt mit Schmiernippelei - für Schwingen ohne Schmiernippel eine Option. Damit werden zumindest die Lager gefettet. Man kann alternativ zusätzlich unten an der Schwinge einen Schmiernippel nachrüsten, die Teile gibts beim Industriebedarf mit metrischen Gewinden ...

Die Nadellager als Schwingenlagerung sind übrigens nicht wirklich ideal da der Drehwinkel einer Schwinge sehr klein ist und die Nadeln dazu neigen, sich auf der Lagerhülse einzuschlagen. Eine Gleitlagerung aus Bronze oder POM kann da mehr.

Und: bei 48T-Modellen war ab Werk die Schwingendistanzierung nicht korrekt was fallweise zum Bruch oder Verlust der Schwingenachse führen kann ... besser prüfen, siehe unten.

  Schwinge ausdistanzieren
(Danke an Squirrel, fpg, Harald, sven, dernico.de u.v.m.)

 

 

 

 

Zur Yamaha Rückrufaktion:

"Die Schwinge sollte kein Spiel haben, wenn man sie am Ende (möglichst bei ausgebautem Rad) hin und her bewegt, keinesfalls mehr als zwei Millimeter. Sollte sie doch ein kleines Spiel haben, so muß das nicht an einem defekten Lager liegen. Beim Modell 48T wurde zeitweise mit recht großen Toleranzen gearbeitet, die Schwinge wurde im Rahmen nicht anständig ausdistanziert. Wenn man die Muttern der Schwingenachse löst, kann man mit einer Fühllehre das Spiel zwischen Schwinge und Rahmen Messen. Werte von 0,5 mm und weniger sind unkritisch, grössere Abstände sollten durch Distanzscheiben ausgeglichen werden. Es gab deswegen eine Rückrufaktion im Jahr 1993. Die Distanzscheiben wurden von Yamaha kostenlos zu Verfügung gestellt und hatten einen Durchmesser von 40 mm mit einer Bohrung von 16,5 mm, die Dicke ist 0,5 oder 1,0 mm."

 

Ein paar sehr schöne Zeichungen und eine Beschreibung zum Thema waren mal bei Fabi auf der Homepage.

Und [hier] noch als PDF ...

Zusammengefasst von Frank M.:
Wenn man das Prinzip der Schwingenlagerung erstmal verstanden hat, ist das richtige Ausdistanzieren auch nicht mehr so schwer.
Die Schwingenachse zusammen mit der Lagerhülse und den Staubkappen in den Rahmen bauen (ohne Schwinge) und die Mutter handfest aufschrauben. Die Luft die dort ggf. noch axial besteht wird mit den großen Scheiben außerhalb der Staubkappen ausdistanziert (links oder rechts ist wurscht, vielleicht kann man damit die Kettenflucht noch minimal optimieren).
Jetzt baust du das Ganze zusammen mit der Schwinge und deinen ermittelten großen Scheiben ein und schraubst die Schwingenachsmutter mit 80 Nm fest. Wenn sich die Schwinge jetzt noch axial auf der Lagerhülse verschieben lässt, wird dieses Spiel mit den kleineren Distanzscheiben innerhalb der Staubkappen ausgeglichen. Fertig.

Im Detail:
Die Schwinge muss an zwei Stellen ausdistanziert werden. Yamaha hatte wegen schlecht ausdistanzierter Schwingen an an der 48T Anfang der 1990er sogar mal eine Rückrufaktion gestartet.

fpg: die 48t rahmen sind die pest.... hier sind alle rahmen aus dem mass. die rahmen wurden bei den 48t mit automaten auf neuen vorrichtungen geschweisst (kann man an den nähten sehen) ... die 2j4 rahmen sind handgeschweisst, was andere vorrichtungen voraussetzt. offensichtlich waren die alten rahmenlehren genauer bzw. hat man bei den 48t den schweissverzug nicht bedacht und eine korrektur durch den schweisser ist bei solchen anlagen auch nicht vorgesehen....
alle 48t sind betroffen, nur wenige 2j4 ...

Schlecht ausdistanzierte Schwingen können zum Bruch der Schwingenachse führen !!! Oder die Belastung führt zu einem rapiden Verschleiß des Axiallagers - dadurch verringert sich die Bolzenvorspannung und die Mutter der Schwingenachse lockert sich. Das kann dazu führen dass während der Fahrt die Schwingenachse herauswandert -> auch eine böse Sache!
Beides ist schon hin und wieder passiert - auch Leuten im SR-Forum!

Einfach gesagt: das spiel zwischen schwinge und rahmen darf auf keinen fall durch festziehen der muttern ausgeglichen werden... (fpg)



Distanzscheiben (von 0,5 mm aufwärts) befinden sich einerseits innerhalb einer der Staubkappen (6) und andererseits zwischen Staubkappe und Rahmen (hier nicht eingezeichnet).

An der Kettenseite sind gegebenenfalls Scheiben IN der Staubkappe. Die Bohrung dieser Scheibe ist GRÖSSER als die Distanzachse, sie geht beim Zusammenbau quasi drüber. Mit dieser Scheibe werden Längetoleranzen des Schwingenrohrs ausgeglichen, also das Axialspiel der Schwinge. Diese Axialscheiben haben eine große Bohrung(d22+), bei Kedo sind sie einzeln erhältlich:

098822000R Pass-Scheibe Schwingenlagerung 22x32x0.1mm

An der gegeüberliegenden Seite ist AUSSEN auf der Staubkappe (also zwische Staubkappe und Rahmen) eine etwas dickere Distanzscheibe deren Bohrung KLEINER als die Distanzachse ist. Passt also gar nicht in die Staubkappe hinein. Damit werden Längentoleranzen der Innenhülse der Lagerung kompensiert.
Diese Scheiben haben eine kleinere Bohrung(d16+) und man sollte sie außer beim Yamahahändler auch im Industriebedarf bekommen können.

Montagetipp: Die äußere Scheibe haftet mit etwas Fett ganz gut auf dem Deckel. Beim Einführen in den Rahmen die Achse gleich in die Bohrung der äußeren Beilagscheibe stecken und dann ganz durch.

Hier svens geniale Distanzieranleitung im O-Ton:

Squirrel:
jetzt fehlt nur noch eine Erläuterung , woran ich erkenne wann genügend "Innenscheiben" drin sind und woran ich erkenne wann genügend "Außenscheiben"

sven:
Hi Squirrel,
das erkennst Du am Besten bei nicht komplett montierter Schwinge. Fädel doch mal die Glocken (=Staubkappen), die Scheiben mit der kleineren Bohrung und die Innenhülse(das lange Rohrstück, auf dem die Nadelhülsen laufen) im Rahmen auf die Schwingenachse. Zieh die Achsmuttern nicht fest und prüfe, ob sich das genannte Ensemble auf der Schwingenachse im Rahmen axial verschieben läßt.
Oder drück alles auf eine Seite und lehr auf der gegenüberliegenden Seite mit Fühlerlehrenblättern die vorhandene Axialluft zwischen Glocke und Rahmen.
Wenn das Axialspiel zu groß ist (wie groß ist zu groß?)
solltest Du weitere Axialscheiben einbauen, aber ein ganz klein bißchen Luft darf und soll schon sein, sonst ist der Schwingeneinbau nachher so nervig.
So, jetzt weißt Du, wieviel Scheiben mit 16er Bohrung Du brauchst. Wie Du schon gemerkt hast, ist es praktischer, wenn die in die Glocke passen. Falls sie dazu zuviel Außendurchmesser haben, kannst Du sie am Schleifbock verkleinern.
Als nächstes nimmst Du die Schwinge, steckst die Innenhülse rein, legst die Axiallager drauf und prüfst nun, wie weit die Hülse noch über die Lager übersteht. Wenn Du das wirklich präzise machen willst, montierst du noch je eine 16er Scheibe außen, steckst die Schwingenachse durch, und ziehst außen die Muttern an. Dazu mußt Du natürlich zumindest auf einer Seite ein Rohrstück unter die Mutter montieren, da das Gewinde auf der Achse nicht lang genug ist daß die Muttern fest werden. So, jetzt kannst Du genau prüfen, wieviel Luft noch zwischen den 16er Scheiben und den Axiallagern ist. Wenn Du die Muttern richtig festgezogen hast, darf dieses Spiel gegen Null gehen. Axial vorgespannt sollte die Lagerung nicht sein, das belastet die äußeren Axiallager.

Noch ein Hinweis von Harald bezüglich Spiel der Schwinge im Rahmen
:
Wenn die Schwinge zu stramm geht - oder überhaupt stramm geht, stehen die äußeren Drucklager unter großer Vorspannung. Das machen die Teile nicht lang mit. Ich meinte damit nur daß man das Drucklager so ausdistanzieren muß daß nach Anziehen der Steckachse kein Druck auf das Lager kommt. Kommt Druck drauf gehen die hopps.

Fred zum Thema:
http://www.sr500.de/wbb3/thread.php?threadid=27058
Titel "hohle Schwingenachse mit Schmiernippeln gerissen"

Die Scheiben mit den Maßen 40/16,5 mm sind leider keine Normteile, zu beziehen bei Yamaha. Die anderen sind im Industriebedarf zu bekommen.

  Schwingenachse ausbauen

 

 

Wenn die Achse im Distanzrohr festgegammelt ist, gibt es mehrere Optionen:

  • Die Methode, die Achse per Hammerschlag und passendem Dorn stückweise auszutreiben - aber Vorsicht dass das Ende dabei nicht aufpilzt, dann ist die Achse hin. Anfangs besser die Mutter aufschrauben, so dass das gewinde geschützt ist. Am besten geht das, wenn man den Rahmen am anderen Ende der Schwingenachse mit einem stabilen Eisenrohr gegen eine feste Wand abstützt. Das Rohr ist idealerweise dickwandig und so groß, dass die Schwingenachse reinpasst ... Groooßen Hammer nehmen und beherzt einsetzen.
  • Wenn gar nix mehr geht: Mit HSS-Sägeblatt zwischen Staubkappe und Schwinge den Bolzen absägen, Schwinge entnehmen und in Werkstatt mit hydraulischer Presse die Reste austreiben lassen ...
  • oel07: Falls die Schwingenachse einer 2J4 festsitzt muß weder die Achse noch die Schwinge zerschnitten werden. Auch die gaanz-großer-Hammer Empfehlung mit dickem Rohr an der Wand dient u.U. nur dazu den Rahmen krumm zu hauen. Mit einem ca. 30 cm langen Rohr, einer ebensolangen Gewindestange M16/18 im Rohr die an eine der Schwingachsmuttern oder direkt an die Achse geschweißt wird, läßt sich die Achse rausziehen.
  • FPG: ... wir haben auch schon ein loch in die achse gebohrt, ein m10-gewinde geschnitten und einen gleithammer ("wichser") eingesetzt... ging auch.... ein abzieher, wie oben beschrieben starb aufgrund der schlechten qualität der verwendeten gewindestange den heldentod...
  • motorang: Ich konnte den Schwingenbolzen durch Unterlegen von M16-Beilagscheiben stückweise herausziehen. Ganz raus kam er aber nicht, auch nicht mit einem Gleithammer, wohl wegen Korrosion auf der Achse in der Hülse. Beim Zurückschlagen nach der anderen Seite war der 5-Kilo-Hammer nötig und hat trotz aufgeschraubter Mutter das Gewinde zerstört. Hab den Bolzen dann leichten Herzens (Ersatzbolzen und Mutter vorhanden) knapp abgeflext, nach der anderen Seite rausgetrieben bis er steckte, dort auch abgeflext, dann in die Schwinge zurückgeschlagen dass ich sie ausbauen konnte. Im Schraubstock ging die Achse dann recht leicht raus.

Schwingenachse Tipps

 

   
  • Rechtzeitig schmieren (Ausbau oder eine hohlgebohrte verwenden).
  • Mit Kupferpaste einschmieren bevor man sie wieder einbaut.
  • Im Forum auf sr500.de lässt das Mitglied sr500weisser hin und wieder eine Charge nachfertigen, die hohlgebohrt und damit abschmierbar ist (Suche nach "Abschmierbare Schwingenachse" oder HIER)
  • die Achse hat 16mm Durchmesser und M16x1,5er Gewinde.
    Die Distanzbuchse hat im Lagerbereich 22 mm, hier drauf laufen die Nadellager der eigentlichen Schwingenlagerung. Die Hülse verbraucht sich dabei, da die Nadellager keinen Innenring haben. Wenn man die Lager nicht rechtzeitig wechselt kann man gleich eine Hülse mitbestellen ...
  • Die Länge der Stützhülse wurde von 005rs mal ordentlich gemessen:
    Das genaue Längenmaß meiner Lagerhülse beträgt 197,45 mm.
  • motorang: Meine Schwinge hat im Lagerbereich ein Innenmaß von 29,02 mm auf einer Tiefe (theoretisch Lagersitz) von 26 mm ... die Nadellager sind aber nur 20 mm breit. Bekäme man schmälere könnte man deren zwei verbauen auf jeder Seite - die Hülse ist dafür breit genug bearbeitet (42 mm). Bei Umbau auf Bronze kann man daher die ganze Breite ausnützen und - bei Anfertigung einer neuen Hülse - diese im Lagerbereich gleich etwas stärker wählen. 25 mm gehen noch durch die Schwinge ...
  • Umbau von Nadellager auf Bronzebuchse oder POM gibt bessere Haltbarkeit (Gespannbetrieb ...)
  • sven: Die XT-Schwinge ist im Bereich der Schwingen- als auch der Hinterachse identisch mit der von der SR (gleiche Breite, gleicher Lagersatz). Allerdings ist sie etwas kürzer und hat eine minimal breitere Federbeinbasis.
  • rei97: Eine M16 320 8.8 Schraube für 10€, eine Scheibe und eine Polystopmutter...das Ganze auf 280 mm kürzen und auf max. 0,5mm ausdistanzieren fertig ist die Sache. Die Schraube kann man mit dem Finger reindrücken, weil sie untermaßig ist, aber sie kann dadurch nicht mehr festgammeln.
    Wasserstoffversprödung durch Korrosion oder innere Kerben wie bei dem Nippelgewinde kennt die Feldwald und Wiesenschraube nicht.
    Die XT hat auch eine Schraube und da ist m.W. bislang noch nichts gerissen.
    Genauer:
    Die Schraube hatte M16x320 und wurde deshalb länger als die benötigten 280 gekauft, weil die Gewindelänge mit 57 ein Kürzen um 35mm erzwang. Als Korrosionsschutz verwende ich eine M16 Hutmutter aus V-Stahl und eine Scheibe mit 3mm Dicke aus VStahl. Die Schraube ist verzinkt, Rosten tut nichts , an das abgeschnittene Ende kommt wg. der Hutmutter nichts hin, denn V2A und verzinkt in Tateinheit mit Wasser tut nicht gut. Das Ganze wackelt im Spiel, bis ca 20Nm die Buchse fest an den Rahmen pressen, Der Abstand des Innensystems ist perfekt , die Schwinge läuft sämig ab 100Nm... Da die Schraube ein gerolltes Gewinde hat, sollte der Festigkeit nichts im Wege stehen. Das Anzugsmoment hängt ein bisschen von dem Verlust an Vorspannkraft ab, den das Zusammenziehen des Rahmens erfordert, von den Verlustmomenten durch Reibung und dem Überschraubmoment der Sicherungsmutter. Da können schnell 60Nm verschwinden.
    Wenn ich diese Randbedingungen in mein Schraubenmontageprogramm eingebe , lande ich bei maximal 230Nm bei niedrigen Reibwerten. Die Buchse kann das auch. Um Reibschluss zu gewährleisten, sollten aber 180Nm langen.

    Empfohlener Ablauf nach Rückfrage:
    Federbeine abbauen und Schwinge einbauen. Möglichst mit Helfer den Zuganker unter Gewackel an der (ausdistanzierten) Schwinge so lange anziehen bis das Seitenspiel nicht mehr fühlbar ist, also die Lagerbuchse im Rahmen anliegt. Dann hats vielleicht schon 20 Nm Anzugsmoment - da dann noch 150 nM drauf (also beispielsweise 20 + 10 = 170) dann passt es. Eventuell nach einer Zeit nochmal nachziehen falls sich etwas gesetzt hat. Die Schraube kann deutlich mehr, so 240 Nm etwa. Das gewährleistet dass die Buchse fest im Rahmen verspannt ist, und dann bricht da auch nix. Die Schwinge muss aber so ausdistanziert sein dass sie sich da noch "sämig" also mit gleichmäßig Widerstand um ihre Lagerung bewegen lässt.
  • Die Achse der 2J4 ist massiv, die Achse der 48T hohlgebohrt und mit Schmiernippeln. Die XT500 hat eine Schraube dort statt einer Achse mit beidseitig Gewinden.
  • Abmessungen der Axiallager:




Umbau auf Bronzebuchsen

 

 


Die Selbermachalternative zum originalen Nadellager. Im Versagensfall etwas moderater, benötigt aber genausoviel Aufmerksamkeit (Schmierung).
Die XS400 hat beispielsweise serienmäßig Bronzebuchsen an der Stelle, und die kann man anscheinend auch verwenden, mit zusätzlichen Distanzscheiben.

Vorteil an maßgefertigten Bronzebuchsen: Man kann die Lagerbreite vergrößern und das Lager sehr genau im Spiel herstellen, wohingegen es da bei der Originallösung fallweise Probleme gibt:

Hiha: Ich hatte an mehreren XTs die Erfahrung machen müssen, dass neue Nadellager nach dem Einpressen trotz neuer Hülse so viel Luft hatten, dass ich jeden Prüfer verstanden hätte, der den Einbau von Neuteilen bezweifelt. Drum hab ich Bronzebuchsen gedreht, und seitdem spielfreie Ruhe. Die Axiallager sind nach wie vor drinnen.

Sven: Ja, kenn ich, insbesondere die Hülse (also das D22xd16er Rohr das den
Innenring der Lagerung bildet) ist erstens nicht richtig hart, zweitens zu
untermaßig und drittens mit einer unzulässig großen Rauhtiefe bearbeitet. (...) Freilich ist die originale Lagerung ein Scheiß, und zwar nicht wegen der
Wahl der Lagerart (Wälzlager), sondern weil bei der Herstellung nicht
der erforderliche Aufwand getrieben wurde um sicherzustellen, daß diese
Lager dann auch unter den richtigen Bedingungen arbeiten können.
Die dünne Nadelhülsen werden in kartoffelförmige Bohrungen eingepresst
und damit sich das Ganze dann noch irgendwie drehen kann wird der
zugehörige Innenring auf 5/100 Untermaß runtergeraspelt ... sowas
nennt man dann halt ein Scheiß-Geraffel!

Hiha: Du musst keine Lager mit angedrehter Axiallauffläche drehen ("Bundbuchsen"), sondern die Axialscheiben kannst separat einbauen. Andere Mopetten haben da nur ein paar harte Scheiben drin, das tuts auch.
Passung ist relativ: Ich hab die Buchsen untermaßig gedreht, und nach dem Einpressen mit einer langen Verstellreibahle mit Konus-Gegenlager auf Passung ausgerieben. Dann ist das optimal.

Aus einem alten Fred, von Matthias B.:

Hi, Ich habe vor ein paar Monaten mal im SR Forum vom Daniel mal einen Beitrag geschrieben über meinen Schwingenlagerumbau mit Sinterbronzelagern.Wenn ich nicht so davon überzeugt wäre, würde ich den Versuch ja klammheimlich unter den Tisch kehren, aber für mich ist der Umbau die Lösung. Für alle, die es interressiert (und das andere Forum nicht kennen oder kennen wollen) hier noch einmal eine Kopie davon:
" Habe heute die Sinterbronzelager von AMTAG bekommen. Montag per Fax best. heute- Freitag- auf Rechnung gekommen. So muß das sein. Mindestbestellwert sind 25 Euro, habe also 20 Lager für 31.- (Stk 1,55.-) bekommen. Ließ mir natürlich keine Ruhe, also gleich rein inne Werkstatt und Probeprobiert.Erste Überraschung; Buchse läuft auf der Achse (oder besser Hülse) mit leichtem Spiel, fast unmerklich, aber immerhin. H7 Passung ist das aber nicht, dacht ich mir. Also rein mit den Buchsen in die Schwinge. Ohne Spezialwerkzeug (Zugschraube, Hydr.Presse oder sonstwas) nur mit leichten Hammerschlägen gingen die Buchsen satt rein. Jetzt die Hülse rein, aber da war dann auch schon die H7 Passung, denn die Hülse geht jetzt schon merklich satter rein. Zuletzt die orig Axiallager, Staubschutzkappen aufgelegt und die Schwinge eingebaut. Achse festgezogen, darauf geachtet das sich die Staubkappen nicht mitdrehen beim ein und ausschwingen der Schwinge. Alles ok,absolut Spielfrei, der Rest war dann Routine. Alles in allem bin ich sehr zufrieden (Einbau unter 1 Std.). Jetzt muß man sehen was der Strassentest so bringt. Den Härtetest wird allerdings erst mein Gespann bringen, denn bei meiner ruppigen Fahrweise (bevorzugt auf zwei Rädern) bedeutet das richtig Stress für so ein Schwingenlager. Ich werde berichten
Gruß Matthias B.

Zitat von Daniel: "Für Neugierig gewordene - hier die Adresse von der Fa. AMTAG
AMTAG Alfred Merkelbach Technologies AG
Humboldtstr. 86
40237 Düsseldorf
Tel.0211-96809-0 fax 96809-33
www.amtag.de
Art. Nr. 100201 Typ: AMS BJ 022 029 x022 Sinterbronze, ölgetränkt einbaufertig, standardtoleranz. Stückpreis 1,55.- bei 20 Stk.
Einbaufertig ist hier wörtlich zu nehmen, keine Drehmaschine, Reibahlen oder dergl. mehr."

Ich habe seinerzeit die Buchsen in die Schwingen (habe bisher 4 Schwingen umgebaut) mit dem Schraubstock eingepreßt. Die Hülse läßt sich leicht pro Buchse einpressen. Aaaber, wenn beide Buchsen in der Schwinge nicht fluchten, dann wird es eng. Bei mir war das bei einer Schwinge der Fall. Natürlich bei der Gespannschwinge (klar, Verzug). Ich habe mir aber darüber wenig den Kopf zerbrochen. einfach eingepresst, gut verspannt und einige Male hin und herbewegt. Wurde etwas warm, und jetzt nach über 30.000 km sieht man leichte Laufspuren in der Bronze.

Porschefuchs (von motorang zusammengefasst): Für einen Lagerwechsel ohne Nacharbeit braucht es eine H7 - h6 Passung / Gleitsitz mit max. 0,034 Spiel nach alter DIN 7160/61.
Die Buchse muss innen 22,03 - 22,05 im Rohmaß haben bei außen 29,03 - 29,05 mm.
Mit H7 ist die Toleranz der Bohrung der Buchse gemeint (bei 18 - 24 mm Durchmesser darf diese -0 / + 21 mü (verdammt wie geht das auf der Tastatur) sein (H = Einheitsbohrung). 1mm = 1000 mü.
Das h6 bezeichnet die Welle, die Zahl (6) den Toleranzbereich, interessiert eigentlich nur Konstrukteure. Die Paarung der Toleranzbereiche ergibt dann eben einen Press- Treib- Haft- Schiebe- oder Gleitsitz. Landmaschinenschlosser bevorzugen den Laufsitz H 8 - d 9 oder ganz brutal H 11 - a 11.
In meinen Beitrag meinte ich den Bereich zwischen Buchsenbohrung und Achshülse. Nochmal: die erworbenen Sinterbuchsen sind ohne Nacharbeit (reiben) nicht verwendbar.
Aber um hier einzusteigen benötigt man das Tabellenbuch Metall und mein Job in der Qualitätssicherung liegt schon über 10 jahre zurück, ich bin hier auch nicht mehr sattelfest.
Nachtrag - ich bin von der Büchsenlösung überzeugt und bei 2 meiner Sr´s waren diese auch schon verbaut. Ich bereite nun die Schwinge der 3. oder Reserve SR auf!!!
Die Anlassergegenlager in den Getrieben von alten Autos (Porsche/VW) wurden bis Mitte 60iger so praktiziert und war mit Bronzelager Stand der Dinge.
Wenn der Anlaser sich verkantet hat, war nur die Buchse marode und nicht das Boschteil - das war gut so finde ich. Früher wurde noch repariert und nicht ausgetauscht und weggeworfen

Jeanjean: Bundbuchsen gibt es auch bei Amtag (damit spart man sich die Axiallager): Art. Nr. 211316 Typ: AMS BV 022 029 036 x022
Da das Axiallager 6 mm dick ist, der Bund der Bronzebuche nur 3,5 mm, muß man sich 2,5 mm dicke Scheiben als Abstandshalter drehen lassen.
Diese Scheiben natürlich mit Innendurchmesser 22 mm !
Anschließend muß man noch seine Lagerung sauber distanzieren, wie im Bucheli-Projekt erklärt.
Dazu braucht man eventuell weitere Distanzscheiben mit 16 und 22 Innendurchmesser. Bei uns im Ort gibt es die Fa. Boie (www.boie.de), die jeden Pfennigartikel einzeln verkäuft!


Federbeine

 

 
Hiha: Koni-Federbeine dürften nicht mit der Kolbenstange nach unten betrieben werden, weil das sogenannte Zweirohrdämpfer sind. Bei Einrohrdämpfern wie den Originalen oder Bilsteins, ist die Einbaulage egal, da nutzt man den Vorteil der geringeren bewegten Massen mit Kolbenstange nach unten.
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