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Zweitaktfahrt zum Alteisentreffen Henneburg, 2016

Es ist wieder mal soweit, Henneburgtreffen. Uwe möchte mit der Mecki-Puch antreten, konsequenterweise werde ich also mit der MZ fahren. Im 2T-Zweitakt, sozusagen. Nachdem die Emme zuletzt bei Gepäckfahrt versucht hat, mich abzuwerfen, wird als Vorbereitung ein hydraulischer Lenkungsdämpfer eingebaut und das Heck per Gepäckträgermodifikation versteift, eine 100-km Probefahrt zur Riegersburg verläuft gut.

 

Donnerstag, 29.9.2016

 

Erst mittags komme ich zu Uwe los, und dann das! Schlingernd und hoppelnd kriecht die MZ auf dem Randstreifen der Murtal-Schnellstraße dahin. Aus Gewichtsgründen hatten wir ausgemacht, dass Uwe das Reifenflickzeug mitnimmt, also steh ich blöd da. Werde mit Ente und Anhänger nach Niklasdorf gebracht.

Obduktion ergibt Schlauchversagen, ein alter Flicken war aufgegangen. Nach Reparatur geht es dann im gemeinsam weiter, durch Vordernberg noch durch, doch dann bleibt die Mecki-Puch mit einem lauten Schnalzer stehen. Verdammt, wenn das so weiter geht, kommen wir heute nicht einmal aus der Steiermark raus.




Es hat die Kerze samt Zündkerzenbuchse rausgeschossen, die Buchse lässt sich aber nach einer Abkühlpause wieder eindrehen und festziehen. Wir werden das beobachten müssen.



Weiter also, bei bestem Wetter durchs sonnige Hieflau, und weiter zur Gulaschweltmeisterin:

http://www.gulaschwirtin.at/



Das kleine Gasthaus hatten wir mal bei einer Winterausfahrt nach Ybbsitz entdeckt, und auch bei der Nachkontrolle werden wir nicht enttäuscht!


Leider geht der Tag langsam zur Neige, wir müssen uns sputen und nicht nur sprichwörtlich Gas geben und das macht mit unseren Zweitaktern richtig Spaß. In den 60er Jahren waren die Zweitaktmotoren noch recht auf Tourentauglichkeit, also Elastizität gebaut.



Über die sehr empfehlenswerte Mostviertler Höhenstraße mit absolut grandiosem Blick ins Alpenvorland donnern wir runter zur Donau, die wir bei Grein queren. Dann übers sehr hübsche Naarntal ins Herz des Mühlviertels, wo wir nahe Freistadt beim Kowinaz mit AiA-Kollegen den Abend verbringen wollen. Mit dem allerletzen Büchsenlicht treffen wir gegen 19:30 Uhr bei unserem Gastgeber Markus ein, wo bereits fleissig an einer XT geschraubt wird, die nicht zünden mag.


Aber da ist Thomas (gatsch.hupfa) ja bereits Experte und am Werk, auch wenn er selbst mit der Kieberermaschin - der weißen Gummikuh - angereist ist. Ein Lamm dreht sich am Spieß über dem Feuer, während wir im Gästehäuschen unsere Schlafplätze wählen.

Kein Andi weit und breit, der uns doch heute hier treffen wollte, weil Uwe ihm ein paar Russenteile eingepackt hatte. Auch auf den Nanno warten wir vergebens - doch nicht verzweifelt. Neben dem Markus (Zündfix) und Thomas wird auch unser Gastgeber Markus (Kowinaz) morgen zur Henneburg weiterreisen. Mit wunderbarem Freistädter Bier, einer wieder knatternden XT, noch weiteren Gästen aus der Bekannt-und Verwandtschaft und natürlich Markus' Familie geht der Abend sehr schön zu Ende. Ach ja, auch der Sepp schneit noch rein - genau zur Essenszeit, die alte Spürnase! Der Sternenhimmel verspricht gutes Fahrwetter morgen.

 

Freitag, 30.9.2016

Erste Weckung: "Bäääääh" - lautes Zweitaktgeheule verlässt den Hof. Markus' Kinder fahren mit dem Mopped zum Schulbus. Bäh bäh bäh sagen die Schafe, weil die Sonne aufgeht. Wahrscheinlich. Ich seh sie von meiner Matratze aus grasen :D

0730 auf, 0830 geht es nach einem kleinen Frühstück los. Uwe und ich werden von Zündfix begleitet, der mit seiner plastikbekofferten W650 aus dem Urlaub heimreist und eh wieder mal nach Tschechien möchte, und da haben wir den gleichen Weg. Über kleine und kleinste Sträßlein geht es bei noch tiefstehender Sonne zur Grenze. Bin wieder mal froh dass mein Helm ein kleines Sonnenschild besitzt, ohne das wäre es in mancher Situation ein Blindflug.

In Vyssi Brod kommen wir an der Tankstelle gerade recht zu einem medizinischen Notfall, ein Kunde ist kollabiert und man wartet gerade auf den Rettungswagen. Da ist es praktisch wenn man einen geübten Notarzt dabei hat. Während Zündfix die richtige Lagerung des Unglücklichen veranlasst, verarzten Uwe und ich die Puch. Die Kerzenbuchse hat sich abermals gelockert und wird ab jetzt mit einem passenden Kerzenschlüssel - Schwein muss man haben - und einem Spanngummi am weiteraufdrehen gehindert.

Dann kommt der Notarztwagen, und auch Markus kann tanken, während ich noch zwei Liter tschechisches Zweitaktöl erwerbe - wir werden es brauchen.



Wunderbar sind die folgenden kleinen Sträßlein, und dank Navigationsgerät nerven auch die Abzweiger alle 5 km nicht, man weiß es rechtzeitig, hält nicht an um es auf der Karte zu checken, sondern schwingt flüssig weiter - herrlich!

Beim zweiten Tankstopp in Susice fällt beim Rangieren der Puch der Kupplungshebel ab. Ein Vibrationsopfer wahrscheinlich, die genaue Ursache dürfte wohl sein dass es sich um die chinesische Nachfertigung eines russischen M72 Innenzughebels handelt. Da ist Ersatz schwer aufzutreiben und auch nicht mitgeführt.
Wir basteln aus einer Gripzange und einem Spanngurt einen Behelfshebel und fahren erstmal weiter.




Mittagessen in Klatovy, erneutes Basteln am Hebel - die Gripzange rutscht weil das Verstellgewinde durch ist.

Nach der Pizza nimmt Uwe eine andere Gripzange - bei der prompt der Backen bricht. Verdammt.

Mit einheimischer Hilfe und dank Internet machen wir unweit eine Motorradgeschäft aus, wo wir an diesem sonnigen Nachmittag eine komplette Standard-Kupplungsarmatur zu 9 Euro erwerben und halbwegs auf den zölligen Lenker der Puch anpassen.
Eine halbe Stunde später kann es also weitergehen.

Markus trennt sich dort von uns, um für einen Fahrzeugwechsel schnell daheim vorbeizuschauen, er will später auf der Henneburg wieder zu uns stoßen.




Wider Erwarten ist auch die Strecke in Deutschland nicht zwider, lediglich die völlige Abwesenheit von Alleebäumen fällt auf. Bei einer Ortsdurchfahrt fällt mir die lockere GoPro Actioncam am Lenker auf, und gerade als ich hingreife fällt die Halteschraube raus und mir die Kamera in die Hand. Die Haltelaschen unten am Gehäuse sind glatt abvibriert.
Sowas!
Wir erreichen die Fränkische Schweiz bei Sonnenuntergang (Pottenstein) und tasten uns in der Dunkelheit weiter vor. Irgendwann beim Tanken sperrt uns die Tankstelle zu, und Läden haben auch keine mehr offen. Um auf der Burg nach Ankunft nicht zwanghaft etwas zu beißen zu suchen, machen wir in Würzburg eine Döner-Pause und werden prompt von einem Moppedfreund auf Uwes SGS angesprochen. Er käme gerade vom Oldtimermarkt in Suhl ...

Irgendwann nähern wir uns der Burg von der richtigen Seite (die Fähre fährt ja um die Zeit nimmer) und knattern den Berg hoch. Hurra - endlich da! Nach ein paar Zwischenstopps endet unsere wilde Fahrt gegen 22:30 oder so, nach 14 Stunden mehr oder weniger im Sattel, und knapp 600 km, beim kleinen Burghof, den uns Justus freigehalten hätte. Wenn sich da nicht dann doch jemand genau in der Mitte so breit gemacht hätte, dass rundum ganz sicher kein anderes Zelt mehr Platz hat. Hm.

Egal, erstmal ein Bierchen und ein paar Begrüßungen, halli und hallo, Thomas und Markus sind trotz späterem Aufbruch auch schon da, haben aber die Autobahn genommen. Diese wiederum hätte den Zündfix fast behalten, der nach einem Sturz mit ein paar Brüchen im Krankenhaus liegt, ui!

Ein Viertelstündchen später ist der kleine Burghof plötzlich frei, und wir kriegen mit Leichtigkeit zwei Zelte, zwei Moppeds und eine Lagerfeuerstelle für ein Dutzend Leute hinein, und hätten noch Platz für OllY oder Michael, die vielleicht Samstag kommen wollen - es hat Vorteile wenn man so ein Fleckerl schon gut kennt. Überdacht wird morgen, heut schaut es noch trocken aus, vielleicht bleibt das ja so.

Ich gehe gefühlt früh schlafen, nach der Anzahl der vernichteten Biere eher durchschnittlich spät, lediglich die Uhr behauptet es sei bereits 01:30.

 

Samstag, 1.10.2016

 

Nach wenigen Stunden Schlaf auf einer buckeligen Isomatte fühle ich mich nach dem Aufstehen wie neugeboren: alles ist zu hell, zu laut, und richtig gehen kann ich auch noch nicht. Trotzdem, muss ja, erstmal Kaffee. Den ersten Schluck bekomm ich beim Jens, der ein semiprofessonelles Catering aufgezogen hat und neben reichlich Frühstück auch trinkbaren Kaffee bereitgestellt hat - DANKE mein Freund!


Beim Zurückgehen zum Zelt werde ich das erste Mal nass. OK, es hatte auch nachts schon geregnet. Aber es hört gleich wieder auf, und schaut freundlich aus. Hm. Mal beim Mopped die Schrauben und Speichen checken und so, was man ordentlicherweise halt macht. Dann Morgenrunde, hie ein Schwatzerl und da eine Geschichte, und dann Feuerstelle bauen.


Birol ist wieder aus Ankara angereist, alles auf Achse, etwa 3000 km ... mit dieser interessanten Konstruktion.




Bis jetzt war die MZ echt brav. Hier die Zweitaktölration für die Heimfahrt, inklusive Reserve ...

Bester Sandstein vom Restehaufen, drei Armvoll Meterscheiter (Buche! Yeah!) und eine von Andrea ausgeliehene Kettensäge zum Ablängen, die Organisation ist vom Feinsten. Die auf 25 cm gestutzten Scheite werden derart akkurat geschlichtet, dass der Stapel viele Stunden bis zum Abend als Zweiersitzbank taugt!

Leider war die Kamera vom Mobiltelefon abends recht schasaugert und hat (bei Blitzvermeidung) nur noch verschwommen arbeiten wollen ...

Trotzdem eine Augenweide: Achims Mopped






Vereinbarterweise beginnt das Kochen mit allgemeinem Geschnibbel um 17 Uhr. Da bleibt doch noch Zeit, unseren kleinen Hof zu überdachen. Diesmal hab ich extra eine passende Plane mit 4x4 Meter mitgebracht, aus TC (= technical cotton, Baumwoll/Polyestergemisch). Das hält den Funkenflug besser aus.


Und kaum ist die Plane verspannt, so regnet es auch mal so RICHTIG. Bis zu 20 Leute stopfen sich in den kleinen Hof und schauen Hans und Uwe beim Kochen und mir beim Kaffee machen zu. Dann wird der Dutch Oven aufs Feuer gestellt und das Warten beginnt. Kleinere Reparaturen an einem Handtaschenmopped werden durchgeführt. Birol kocht Tee.

Pünktlich um 19 Uhr ist unser Hühnereintopf fertig, mit Scharlotten, Kohlrabi, Paprika und dergl.
Auch ein paar Earchtling (Kartoffeln) wandern noch in die Glut.

Eine hervorragende Sache!

Heute machen wir ein bisserl früher Schluss, weil morgen wartet wieder strammes Fahrprogramm. 400 km bis Rosenheim, zweimal tanken also, mit strengem Autobahnverbot.
Mitternacht: Licht aus.

 

Sonntag, 2.10.2016

 

Erstmal regnet es ein bisserl. Nachts. Das Einpacken zieht sich, nebenbei kochen wir selber Kaffee und frühstücken Notwurst mit Brötchen - danke Bastardo fürs Einkaufen beim Bäcker! Das verabschieden dauert noch länger.




Dann kommt doch die Sonne raus ...

Passend zur Besichtigung von Arnos neuem Honda Helix-Roller. Unterhalb dieser schmucken Blechhaube. Da er die Dinger inzwischen am laufenden Band baut sind es nur noch etwa 500 Arbeitsstunden ...



Irgendwann müssen wir halt doch los, frohgemut ohne Regenkombi um 11:30. Dem Mutigen gehört die Welt! Und etwas Glück braucht er auch, beginnt doch zur gleichen Uhrzeit des Fährmanns Mittagspause. Als sich aber hinter uns noch ein Wagen und dann ein Rettungswagen zur Überfahrt anstellt, kommt er doch nochmal rüber und holt uns über. Sehr nett, und für 1,20 Euro wohlfeil.

Somit geht die wilde Jagd über Boxtal, dann scharflinks ins Taubertal runter bis Tauberbischofsheim, tanken. Sohin weiter der Tauber entlang, und nach Einnahme von Würsten und Kraut hinüber zum Altmühltal. Die Klassifizierung der Straßen kenn ich nicht, und ich hab auch dreimal nachgesehen ob das Navi wirklich auf "Schnellste Zeit" und nicht auf "Kürzeste Strecke" steht, aber oberhalb von einspurigen Feldwegen ist alles dabei, und in vielen Fällen ohne Mittelstrich. Leider gibt es einige Baustellen, wo ganze Orte umfahren werden müssen, und das depperte Garmin Navi kann das nicht.

Am Ende vom Altmühltal setzt Regen ein. Macht nichts, uns ist eh kalt. lebensrettender Kaffee, ein Schluck Öl und jede Menge Benzin werden eingefüllt, und wir nehmen das Projekt "Umfahrung München" in Angriff. Dank einsetzender Dunkelheit gelingt uns das weitgehend, ohne dass München auf uns aufmerksam wird, ergo staufrei, aber doch mit einigen Regenflecken. Das macht einen Visierwechsel erforderlich, das getönte Visier geht mit dem Navi nicht, und mit Visier oben kriege ich Schmerzen im Gesicht.

Und so kommen wir erst gegen 21:45 beim geduldigen Bernhard an, ohne jeden technischen Halt und nach vielen hundert Kurven und Kurvinnen.

Wir werden gleich in den Trockenraum gebeten, dann erleichtert und entnässt zu unseren Gemächern geführt. Getrennte Schlafzimmer! Und dann noch eine warme Dusche bevor es zum Essen geht ... 5 Sterne!

Ein bisserl noch plaudern wir, doch die Anreise hat an der Kondition genuckelt, und morgen nochmal das gleiche Programm nur noch kälter, da gehen wir lieber bald schlafen.

Wegen defekter Actioncam gibt es von der Fahrerei leider keine Bilder.

 

Montag, 3.10.2016

 

Der nächtliche Regen zieht sich in den Vormittag, sodass keine Eile beim Aufbruch aufkommt.

Wir fahren gleich in der Regenkombi los. Bei 8-10 Grad auch temperaturmäßig angeraten - auf der trockenen Hinfahrt war T-Shirt unter der Motorradjacke genug, weil da war es locker 10-15 Grad wärmer ...

Übern Walchsee - Fieberbrunn - Dienten (Mittagessen) - Ramsau - Obertauern - Krakau - Murau nach Judenburg.
Die Moppeds rennen dass es eine Freud ist. 85-90 auf der Ebene, darüber werden bei der Puch die Vibrationen mörderisch. Aber für die 250er Schnauferl ist das OK und die meisten Steigungen wurden mit einmal runterschalten und Vollgas absolviert.

In Judenburg bei der Abfahrt zum Gaberl, gerade vorher vom Uwe verabschiedet, nach 1500 störungsfreien MZ-Kilometern und etwa 70 km vor daheim, geht mein Motor in voller Fahrt einfach aus. Aber da ist Uwe schon in einem Wolkerl Zweitaktrauch entschwunden.

Eine Stunde lang Fehler suchen. Benzinhahn zerlegen, Vergaser zerlegen, Kerze tauschen, Funke suchen ... Finde nix, und einsetzende Dunkelheit und beschränktes Equipment lassen mich schließlich die 120 anrufen. Wahrscheinlich ist die Powerdynamo-Zündung nach 9 Jahren/Wintern verreckt ... es fühlt sich definitiv elektrisch an ...

Dank ÖAMTC-Schutzbrief, aber ohne Mopped, bin ich um 21:30 daheim.

 

 

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